BGH · I ZR 271/52
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision der Klä-ge^i^ gegen das' Urteil des 3. Die Klägerin betreibt in Hamburg, Kiel, Schleswig und ‘Tiffinsendorf eine Anzahl von Einzelhandelsgesehäften, in denen insbesondere Gardinen, Teppiche, und -Käs che verkauft werden» ln den wahren 1950 und 1951 erweiterte sie ihr Hamburger Unternehmen durch zwei'Ladengeschäfte in der Innenstadt sind ließ außerdem, verschiedene Lrweiterungs-banten ansführen» Der Beklagte betreibt in Hamburg ein Seifen- und Text ilge schäf t.Der Kaufmann Langel belieferte beide Parteien mit Fußmatten, die sie im ihren Binzel-handelsgeschaften vertrieben» Der Vertreter martin,des Kaufmanns Langel sprach regelmäßig beim Beklagten vor.-Luch Langel selbst '.besuchte-.'den Auch bei weiteren Besuchen in den darauffolgenden Kochen unterhielten sich Langel.oder Kartin mit dem Beklagten über. Die Klägerin behauptet, der Beklagte habe Langel • bereits bei dessen erstem Besuche erzählt, die .Klägerin. daß er seine bei ihr ausstehen&en Forderungen herein-bekomme» Trotz der von Langel hiergegen geäußerten Zv/eif ol sei 'der Beklagte bei seinen Behauptungen geblieben, habe Langel dann jedoch sugesagt, er wolle darüber noch Ermittlungen anstellen und Langel von deren Ergebnis unter-richten» ;Beim" nächsten Besuche Langels habe der Beklagte ihm erzählt, die Klägerin sei finanziell am Ende und habe die -Eröffnung des Vergleichsverfahrens beantragt; 'sie habe 1,5 Billionen fl! Öffnung-des Vergleichsvcrfahrens gestellt» Der Vertreter der Klägerin forderte den: Beklagten am nächsten Tage schriftlich auf,, sich zu rechtfertigen und.seine Hintermänner mitzuteilen» ;J)er Beklagte bestritt in "seinem. Daraufhin--hat die Klägerin _ gestützt auf die Vorschriften der §§ 1004, .824 BG-.B, 14 1111X90 - Klage erhoben und beantragt, den Beklagten zu verurteilen, daß ein Vergleichsverfahren über das Vermögen der Klägerin eröffnet sei’* es handele sich also wohl ui« Gerüchte. / daß der Beklagte vor Klagerhebung gegenüber Langel die beanstandeten. ihiohdur angeführter Beweisaufnahme hat die Klägerin ihren hlagantrag auf Aus kuftft s ert eiTung "als durch, die Beweisaufnahme für erledigt erklärt" und hat nunmehr den ■ Das Berufungsgericht' hat unter Abänderung des land-gerxohtlichen Urteils die -Klage angewiesen» Hiergegen richtet sich die Revision der Klägerin,, mit der sie beantragt, aas landgericht.Lxche Urteil wiederherzuptellen,; hilfsv/eise, den Beklagten’nach dkm - in der Berufungsinstanz , gestellten Kilxsantrage zu; - verurteilen. der!Beklagte sich den beiden Zeugen Langel' ' und Kartin gegenüber im Sinne des Klagantrages geäußert habe» und' daß diese Behauptungen sachlich unrichtig seien» Das-Berufungsgericht würdigt diesen Sachverhalt dahin, die .Behauptungen des Beklagten- seien geeignet gewesen, den Das Berufungsgericht :geht defvon aus, daß der Beklagte die beanstandeten'Äußerungen'gegenüber lange1 und Hartin gemacht habe und- stellt fest, daß die,außerdem von der . Klägerin als'Hitteilungsempfänger .benannten Zeugen Böhlern Hagen 'und Lewandov/ski aus dem linde des Beklagten diese Äußerungen nicht gehört hätten«. ■ so öa-ß hinsichtlich dier ssr drei letztgenannten Personen, schon aus diesem Gründe eine Beeinträchtigung der Klägerin ausscheide* Hit ihrer Rügeg das Berufungsgericht habe das, was die Zeugen Bohlen und Ha-: en von den Äußerungen des Beklagten gehört hätten, zu Unrecht deshalb -nicht voll gelten lassen« v/eil sie nicht Gesprächspartner des Beklagten gewesen seien, kann die Revision, in dieser Instanz nicht gehört - werden., Hinsichtlich.der Zeugen Hangei und kurtin'kommt - das Berufungsgericht zu dein Brgebnis, daß durch die Hitteilung .des Beklagten an sie'ein beeinträchtigender Zustand für g die Hlägerin nicht mehr : bestehe«, Dem ist mit Rücksicht . der Zustand der Gefährdung geschaffen sei, us ist auch nicht ersichtlich, warum eine einmalige Störungshandlung -es dann dadei auf sich beruhen, ob das Berufungsgericht vorliegend einen derartigen fall zu liecht angenommen hat -regclwüfig in ihren folgen anders zu bewerten sein soll, als - ein in uiederhclten hinzelhandlungen erfolgter hin-' griff,. Zutreffend führt das Berufungsgericht dagegen aus, dar eine verletzende Minderung den V/iderruf entzogen sein könne, weil ’der Inhalt durch die hreignisse überholt sei udf aaO a 319, 320), hs stellt in diesen Zusammenhang u,a„ fest, Langel und i.artin seien alsbald nach den hußerungen des Bslriag-teu von deren sachlicher unrientigkeit verständigt worden; es bestehe daher keine Gefahr, daß diese Zeugen die ihnen vom Beklagten berichteten Gerüchte v/oitererzäklien; es fehle somit'an rechtlichen Interesse der hlägorin darans daß der 'Beklagte seine Behauptungen diesen Zeugen gegon- nn ces Beklagten nicht ebenso wie eine durch Urteil erzwungene äiderrufserhlärung die fiidiung sollte haben kennen, die cer klügerin aus der bis dahin falschen ÜnterriehiungadQr Zeugen Bangel und kartin ständig drohende Beeinträchtigung zu beseitigen. „ Cl weist hierzu darauf hin, daß die Klägerin das diesbezüg- • liehe von der Zeugin LIeurer bekundete fernmündliche Gespräch zwischen dem Beklagten und Langel unter,dem Anerbieten, den Zeugen Langel hierzu gegenbeweisliclr zu vernehmen, bestritten hatte „ Las Berufungsgericht hat weder diesen Zeugen hierzu vernommen, noch in den Entscheidungsgründen' dargelegt, warum es davon Abstand genommen hat« Unter diesen Umständen ist nicht von der'Hand zu weisen, daß das Berufungsgericht das Beweisanerbieten der Klägerin übersehen jrat, und daß dieVernehmung dieses Zeugen hinsichtlich der streitigen fernmündlichen Unterhaltung zu eineranderen Feststellung, geführt haben'könnte„ Im -Re-visi.onsrechtszuge kann.: daher nicht mehr von der Feststellung ausgegangen werden, der Beklagte habe Langel gegenüber nachträglich widerrufen,,. Gleichv/ohl reichen die übrigen Feststellungen - des Berufungsgerichts und der unstreitige Sachverhalt aus, die:Annahme, des Berufungsgerichts zu rechtfertigen, unter den besonderen Umständen des Falles seiein ausreichendes Kechtsschutzbedürfnis der Klägerin an der'begehrten Aiderrufserklärung nicht anzuerkenneh-o. beiden Zeugen d'ie: Gerüchte durch den Beklagten .-erfahren» Unstreitig haben sie diese Gerüchte zu keinem Zeitpunkte an dritte Personen weiter— erzählt• ■ sie haben vielmehr von den .Äußerungen des Beklagten sogleich der Klägerin Iditteilung gemacht, die sie sich weiter als Kundin erhalten wollten». Unstreitig hat sich auch in den Geschäftsbeziehungen zwischen der Klägerin •und - Langel durch die Äußerungen d es Beklagten nichts geändert', insbesondere hat die Klägerin' nichts dafür dargetan, daß sie in ihren Beziehungen zu Langel je Irgend einen.Schaden als Folge dieser Äußerungen des Beklagten genabt harte- Unter diesen unstreitigen,Umständen ist die Feststellung des Berufungsgerichts, es bestehe auch für die Zukunft nicht die Gefahr, daß Langel und hartini die innen vom.Beklagten .zugetragenen Gerüchte noch an dritte Personen vveitererzählen, rechtlich-;.nicht;, zu 'beanstanden» Selbst' v/enn daher der streitige/fernmündliche ; Y/iderrux außer Betracht"gelassen'wird, so rechtfertigen, doch die dargelegten unstreitigen Umstände und die unan-greifbaren tatsächlichen Feststellungen-des.Berufungsgerichts die von ihm gezogene Schlußfolgerung, daß die Weitergabe der/; Gerüchte durch; den Beklagten an lange 1 und Kartin, . Klägerin keinen Brfolg haben, soweit die Klägerin ihr Rechtsschutzbedürfnis ausden Äußerungen des Beklagten: gegenüber den von ihr als Kitteilimgsempfangen ausdrück-K lieh benannten ..Personen herauieiten suchte ■' : : Die Klägerin hat.darüber hinaus jedoch:'vorgebracht, die [Erfahrung des täglichen Lebens spreche dafür, daß der Beklagte seine verletzenden Behauptungen auch-noch gegenüber weiteren Personen auf gestellt - habe.« so weit•von dem.der Klägerin entkerntüberdies auch seinem Umfange und seiner Art nach so '-.verschieden von den der Klägerin,'kdaß'.■nicht angenommen, -werden könne, der Beklagte habe gegenüber Langel und kartin .''au.. Zwecken des ■Wettbewerbs11: gehandelt» In diesen Ausführungen liegt ersichtlich die ■■ kestsxellung des Berufungsgerichts, es spreche nichts da- ; für» daß.aer Beklagte seine unrichtigen Angaben auch noch ’• weiteren Personen gegenüber -gemacht habe, da der Beweggrund, der erfahrungsgemäß .solch• weiteres, Gerüchteverbrei-■ten in der Vergangenheit hätte vermuten, lasten, nämlich das Gewinnstreben im gewerblichen kettbewerb, im Zusammenhang mit den Äußerungen des Beklagten nicht festgestellt werden könne. weiterer waren in unmittelbar ein Wettbewerbwas genügen müsse, um den Begriff des Handelns su Zwecken des Wettbewerbs anzunehmen, übersieht die Revision, daß das Berufungsgericht sur Drage der objektiven heitbev/erbslage zwischenden Parteien nicht Stellung genommen'hat,sondern sich auf eine Verneinung der kettbewerbs.absicht Das B eruf ungs ge rieht war auch, entgegen dem Eevisions-.ailgriff, rechtlich nicht genötigt,'seine 'Beurteilung we-'gen des'Verhaltens -des Beklagten im Prozeß zu ändern» Zwar hat der Beklagte mehrfach in seihen Schriftsätzen Behauptungen aufgestellt1,; - die darauf .schließen lassen konnten, er tialtb die von ihm seiner Zeit an Langel und martin weitergegebenen G-erüchke nach wie vor-für richtig» Das Be- „ .rufmigsgerieht hat jedoch ohne ..Rechtsverstoß angenommen, / worn der Beklagte sein Rocht; ausübe, sich gegen eine auch auf ö 824 BGB, § 14 ünlv/G gestützte klage mit den zu- lässigen Lütt ein zu verteidigen- (vgl rgz 163, 210 /2197) so könne daraus noch nicht geschlossen werden, daß von ihm noch bis in.die Gegenwart eine Beeinträchtigung der .'■Klägerin aus gehe. ' des Gerücht über einen Kaufmann■hartnäckig'halte, dem 3e-•troffenen ■ den Vüderrufcanspruch gegen irgendeinen'Ter- - ; .breiter dieses Gerüchtes zu versagen,, weil- nicht festzustellen sei, daß gerade dieser Verbreiter auch noch 'weiter' an- denrFortleben''des Gerüchtes ■ mitv/irke»' Es müsse in solchem Falle1 zur- Bejahung- des Rechtsschutsbedürfnisses;. ' der/Umstand genügen, daß das Gerücht noch immer nicht!zu dem Bl-Schweigen 'gekoimnen sei, i " :'; 'V ■-' . der .-.Beklagte, gegenüber Langel und liartin 'davon berichtete-,-in Hamburg'bereits im Umlauf„ Auch-ist, .wie dargelegt,■in ■ deigKevisionainstanz davon.auszugohen, daß.der Beklagte über den erörterten Personenkreis hinaus bei der Gerüclite-;b ix dung oder -Verbreitung nicht. mitgewirkt' hat -und'-, daß Langel und Kartin,' denen :gegenüber er nach den rechtlich nicht angreifbaren .Feststellungen des- Berufungsgertchts allein das Gerücht weit er vei’br ei t e t hat, es, ihrerseits . nicht y/eitergetragen haben und es nicht 'weitertragen werden,, Bas' Berufiingogericht nimmt daher ohne Rechtsverstoß an, das Verhalten des Klägers sei nicht ursächlich dafür,, daß sich das Gerücht, wie die Klägerin behauptet, immer noch halte» Kit dem Liderruf kann aber nur der Beeinträchtigungszustando beseitigt (§; 1004.BGB) und die; Schmälerung des Ansehens der' Klägerin ausgemerzt werden (§249 BGB), die durch das störende Verhalten des 'Beklagten verursacht worden sind (vgl RGZ.165, 210 /’2177’; 3 GH von 18 lanuar .1952, KJR 1952g 417).»Damit erweisen sich die Rügen der Revision, die ein Übergehen von Behauptungen und Beweisangeboten für den Vortrag der Klägerin, das Gerücht halte sich noch inner, zu dem Gegenstand haben, insgesamt als unbegründet»