BGH · I ZR 186/85 vom 05.11.1987
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Pelzausverkauf Zur Frage der Aufgabe einer einzelnen Warengattung in nur einer von mehreren selbständigen Zweigniederlassungen eines Unternehmens als Ausverkaufsgrund nach § 7 Abs. 1 Buchst, c UWG a.F. BGH, Urt. v. Die Beklagte, ein Unternehmen der Bekleidungsbranche mit 23 selbständigen Zweigniederlassungen im Bundesgebiet, in denen sie u.a. die Warengattung Pelze vertreibt, kündigte Ende des Jahres 1984 wegen Aufgabe dieser Warengattung in sechs ihrer Niederlassungen den Ausverkauf von Pelzen an. Die Klägerin, eine Vereinigung zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, hat geltend gemacht, der angekündigte Ausverkauf sei mit § 7 Abs. 1 Buchst, c UWG (a.F.) nicht zu vereinbaren. Ein Ausverkauf im Sinne dieser Bestimmung sei nur dann zulässig, wenn die in Betracht kommende Warengattung im gesamten Unternehmen aufgegeben werde. Die Klägerin hat beantragt, die Beklagte zu verurteilen, es zu unterlassen, für selbständige Zweigniederlassungen einen Ausverkauf wegen Aufgabe der Warengattung Pelze in diesen selbständigen Zweigniederlassungen anzukündigen und durchzuführen, sofern nicht die Warengattung Pelze im Gesamtunternehmen der Beklagten aufgegeben wird, Das Landgericht hat sowohl den Unterlassungsanspruch als auch den Anspruch auf Erstattung von Abmahnkosten für ungerechtfertigt erachtet, weil § 7 Abs. 1 Buchst, c UWG (a.F.) einen Ausverkauf auch dann rechtfertige, wenn die Warengattung nicht im gesamten Unternehmen, sondern nur in einer oder einigen seiner Zweigstellen aufgegeben werde. Da das Vorliegen dieser Voraussetzungen zu bejahen ist, erweist sich die Klage auch hinsichtlich des Unterlassungsbegehrens allein schon deshalb und ohne daß es insoweit auf die Frage der Wiederholungsgefahr noch ankäme als unbegründet . Nach der Ansicht des Landgerichts war der Ausverkauf einer einzelnen Warengattung im Sinne des § 7 Abs. 1 Buchst, c UWG a.F. auch dann zulässig, wenn die betreffende Warengattung nur in einer oder in einzelnen selbständigen Zweigniederlassungen, nicht aber im gesamten Unternehmen aufgegeben werden sollte. Schon der Wortlaut der früheren Regelung gibt nichts für die Annahme her, daß nur die Aufgabe einer einzelnen Warengattung im gesamten Unternehmen den Ausverkauf zulässig machte. Daß der außerdem zulässige Teilausverkauf (Buchstabe c) ausschließlich bei Aufgabe der Warengattung im gesamten Geschäftsbetrieb und nicht auch bei Aufgabe dieser Warengattung nur im Rahmen einer oder einiger von mehreren selbständigen Niederlassungen veranstaltet werden durfte, obwohl der Ausverkaufsgrund zu c selbständig sowohl neben dem zu a als auch neben dem zu b stand, ist der Gesetzesfassung nicht zu entnehmen. Die Ansicht der Revision, der Ausverkauf sgrund zu b (Aufgabe einer Zweigniederlassung) sei nur ein Unterfall der Regelung des Ausverkaufsgrundes zu a (Aufgabe des Gesamtunternehmens) mit der Folge, daß auch der Ausverkaufsgrund zu c (Aufgabe einer einzelnen Warengattung) einen Ausverkauf allein im Rahmen der Aufgabe der einzelnen Warengattung im Gesamtunternehmen rechtfertigen könne, findet in der Gesetzesfassung keine Stütze. Die Konjunktion "oder" im Anschluß an die die Zweigniederlassung eines Unternehmens betreffende Regelung des Ausverkaufsgrundes zu b rechtfertigt im Gegenteil die Annahme, daß der Gesetzgeber mit dieser Gesetzesfassung auch die auf eine Zweigniederlassung beschränkte Aufgabe einer einzelnen Warengattung als Ausverkaufsgrund hatte anerkennen wollen.