BGH · I ZR 167/53 vom 20.08.1953
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gjjechtssats Werden im geschäftlichen 'verkehr neben einer 'Ware oder einer -Leistung - zu dem Sammeln bestimmte Reisemarken ausge-geben) ’die’ auf eine bestimmte Fahrtstrecke ■"■( 1/10 km) oder den Geldbetrag des Fahrpreises für diese Strecke (0ö6$ Cüpf) " lauten und die ah den Schaltern der Deutschen Bundesbahn beim Lösen einer Fahrkarte - in ein Sammelheft eingeklebt - in Zahlung genommen werden, so besteht die angekündigte und ahgebotene, bei Abnahme einer entsprechenden Warenmenge und bestimmungsmäßiger Verwertung der Marken auch tatsächlich gewährte Zugabe weder in der einzelnen Reisemarke noch in der durch sie verbrieften Beförderungsleistung, sondern in derjenigen wirtschaftlich beachtlichen Beförderungsleistung, die auf eine größere Anzahl angesammelter Reisemarken hin beansprucht werden kann. der Losung von Fahrkartenh ■die Reisemarken in Zahlung Auf Zahlungen zu dem Erwerb von ■kn Fahrkarten über eine höhere Kilcmeterzahl sind zulässig-Hi olit eingeklebte Marken werden nicht angenommen» Nicht vcllgeklebte Sammelhefte sollten anfangs nur nach besonderem Aufruf in Zahlung genommen, werden! Ball der Zuwiderhandlung festzusetzenden Haftstrafen bis zu 6 Monaten und Geldstrafen unbeschränkter Höhe aufzugeben, es zu unterlassen, bei Ankündigung, Angebot oder Verkauf der von, ihr vertriebenen Margarine die von der MI Gesellschaft für Reiseund Werbungsförderung mbH in I'/flHNMB herausgegebenen Orbis Werbescheine mit Reisemarken anzukündigen, anzubieten oder zu gewahrem Die Beklagte hat um Abweisung der Klage gebetem Sie hat die Ansicht vertreten, es handele sich bei den Reisemarken um geringwertige Kleinigkeiten im Sinne des § 1 Abs 2 a ZugabeVO, die als Zugabe angekündigt, angeboter. wenn mit der Beklagten angenommen wird,/ daß für jeden einzelnen Beschwerdepunkt, eine der Bestimmung des § 554 ZPO genügende Begründung der Revision erforderlich sei« Denn diesem Erfordernis ist genügt,, Der Revision sau trag betrifft das Berufungsurteil in seiner Gesamtheit, umfaßt also/sämtliche' Besco/,erdepunkte , und als verletzt werden insbesondere die Bestimmungen der §§ 1 ZugabeVO, 1 und 5 UniWG, 823? Mai 1933 (RGBl X S 264) - jetzt auch des, liier nicht interessierenden, Gesetzes vom 20, August 1953 {BGBl II ■3 939) ■- schuldig gemacht habe* Die Beklagte ist zwar der . Auffassung, es handele sich bei dem Orbis-Werbesystem um eine neuartige Werbeform, auf die die Zugabeverördnung keine Anwendung .finden könne i Anlage und Aufbau des Systems liefen darauf hinaus, den Kunden in die Werbearbeit einzubeziehen. Werbearbeit weniger die Qualität und Preiswürdigkeit der Ware als den Umstand hervorheben wird, daß dieser Ware Reisemarken:): beigegeben werden," Für die rechtliche Beurteilung ist je- a) doch die Auffassung des Verkehrs und dabei insbesondere die des Kunden entscheidend* Dieser sieht aber in den 'Reisemarken'' nicht die Belohnung für eine von ihm erwartete Werbearbeit, von der er in der Regel keine Vorstellung haben wird,' sondern, faßt sie als eine Zuwendung auf, die ihm neben der Ware gewährt wird. Damit rechtfertigt sich die Anwendung der Zugabe-Verordnung, Im Sinne dieser Verordnung ist als Zugabe zwar , nur eine Ware oder eine Leistung ahzusehehl Der Zugabebegriff ist aber nach allgemein herrschender Ansicht auch dann erfüllt, wenn dem Kunden, wie im vorliegenden Palle, zunächst ein Gutschein ausgehändigt wird, der lediglich einen Anspruch oder eine Anwartschaft auf eine Leistung verbrieft. Das Berufungsgericht ist der Auffassung, die Beklagte könne sich auf die Bestimmung des § 1 Abs 2 a berufen, wonach das Verbot des Abs 1 dann nicht gilt, wenn lediglich geringwertige Kleinigkeiten als Zugabe angekündigt, angeboter, oder gewährt werden. Mai 1955 nunmehr auch einzeln eingelöst würden, sofern sie nur in ein Sammelheft eingeklebt worden seien, Ivb Soweit das Berufungsgericht in tatsächlicher Hinsicht auf Grund der Erklärung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn vom 291 Mai 1953 davon ausgehtdaß die Reise--marken - auch''einze 1 n :einge 1 ö s11 werdeh k'önnteh ? Diese Rüge kann nicht durchgreifen« Die Erklärung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn lautet eindeutig dahinj daß die (MM-Reisemarken auch einzeln bei den Fahrkartenausgaben der Deutschen Bundesbahn eingelöst würden, vorausgesetztp daß sie in ein' Sammelheft eingeklebt worden seien« Wenn das Berufungsgericht hieraus für den Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung entnommen hat, daß die Reisemarken unter der angegebenen Voraussetzung tatsächlich einzeln eiulösbar seien, so kann dem aus Rechtsgründen nicht entgegengetreten werden» Zwar trifft es zu, daß ein Schaiter-beamter sich auf die Einlösung oder Verrechnung einzelner Reisemarken nicht einlassen wird, solange er dazu keine besonderen Anweisungen erhalten hat» Das Berufungsgericht hatte aber, nach dem Inhalt der Erklärung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn keinen Anlaß zu der Annahme, daß'solche Anweisungen"noch nicht-ergangen seien» Binlösbarkeit einzelner Reisemarken Wert lege» Daß diese Behauptung in Verbindung mit der Erklärung der Deutschen Bundesbahn vom 29» Mai 1953 für die Entscheidung Bedeutung gewinnen könne, lag nach dem Verlauf, den der Rechtsstreit genommen hatte, insbesondere auch nach den von der Klägerin selbst vorgetragenen rechtlichen Gesichtspunkten so klar zutage, daß für das Berufungsgericht nach: § 139 ZPO keine Verpflichtung bestand,:, hierauf besonders hinzuweisen» Das Berufungsgericht durfte damit rechnen, daß die Klägerin die Bedeutung dieser Behauptung erkannt habe und der Behauptung von sich aus entgegengetreten wäre, wenn sie sie nicht für zutreffend gehalten hätte« Soweit die Revision schließlich noch unter Hinweis auf § 285 ZPO rügt, daß das Berufungsgericht überhaupt die Erklärung vom 29» Mai 1953 herangezogen habe, obwohl keine Änderung der Ankündigungen über die Zugabe erfolgt sei, wird dem Berufungsgericht in Wahrheit kein Verfahrensverstoß vcrgeworfen, sondern eine materiellrechtliche Rüge dahin erhoben, daß das Berufungsgericht einen für die Beurteilung wesentlichen rechtlichen Gesichtspunkt übersehen, nämlich außer acht gelassen habe,.daß auch die Ankündigung einer unzulässigen Zugabe nach § 1 ZugabeVO verboten seia Auch diese -Rüge kenn daher nicht dahin führen, für die Revisionsinstanz von den tatsächlichen Peststellungen des Berufungsgerichts über die Einlösbarkeit einzelner Reise marken abZusehen* Bedeutung, worin die Zugabe besteht, die sie mit den Reisemarken gewährt* Denn erst nach Klärung dieser Präge läßt sich der Went der Zugabe bestimmen und entscheiden, ob sie als geringwertige Kleinigkeit im Sinne jener Bestimmung angesehen werden kann* Das Berufungsgericht hat es abgelehnt, die einzelne Reisemarke als solche 'als Zugabe anzusehen» Dem ist beizutreten* Das Wesen der durch die ZugabeVerordnung .erfaßten sogenannten Wertreklame besteht darin, neben einer Ware oder einer Leistung zusätzlich und ohne besonderes Entgelt eine andersartige Ware oder Leistung anzukündigen, an zu-bieten oder zu gewähren und dadurch einen Anreiz auf der. Werden an den Kunden Gutscheine ausgehändigt, die eine Anwartschaft oder einen Anspruch auf eine Ware oder Leistung verbrief eh",' so sind daher imSinne der Zugabever-crdnung nicht die Gutscheine als solche', sondern die in., ihnen Verbriefte Ware oder Leistung als Zugabe anzusehen .{Klarer, Zugabe wes eh, Ahm 6 Abs 6 zu § A" Zugab eVC; Gott- . BGB, Medenen ein An- , Spruch -auf eine Leistung verbrieft wird» Die Zugabe besteht daher nicht in• den Reisemarken’’als solchen» sondern in der darin"7Verbrieften Leistung» Bei dieser Leistung handelt;es sich um eine Beförderungsleistung» Das gilt auch dann, wenn die Marken, wie in neuerer Zeit, nicht mehr auf eine bestimmte Fahrtstrecke (1/10 km),sondern auf den dem Fahrpreis für eine solche Fahrtstrecke entsprechenden Geldbetrag (0,69 DPfg) lauten» Denn auch in diesem Falle hat der Inhaber der Marken nicht etwa Anspruch auf Auszahlung dieses Geldbetrages» Er kann vielmehr nur beanspruchen, daß die auf einen Geldbetrag lautenden Marken beim Lösen einer Fahrkarte mit ihrem Geldwert in Zahlung genommen werden. Dagegen kann der Auffassung des Berufungsgerichts, die Zugabe sei jeweils schon in der durch die einzelne Reisemarke (oder durch die bei ein -und demselben Einkauf im Höchstfälle ausgehändigten Marken) zugesicherten Beförderungsleistung zu erblicken, nicht zugestimmt werden» Bei den fpp|i leisemarker handelt es sich ihrem Weser nach um Sammelgutscheine„ Sinn und Zweck der Aushändigung der Marken an den Kunden erschöpfen sich nicht darin,, diesem die in der einzelnen Marke zugesicherte geringfügige Leistung zukommen zu lassen. Die Frage nach dem Gegenstand der Zugabe bei Aushändigung von Sammelgutscheinen ist umstritten® Wird die Auffassung abgelehntdaß schon der Gu tschein als solcher eine Zugabe • "darstellen könne, so kommt, wie überwiegend angenommen wird, .-■jedenfalls in "den Fällen, in denen eine Ware oder Leistung . erst auf eine gewisse Anzahl von Gutscheinen hin gewährt wird, als Zugabe nur diese Ware oder Leistung, also das Saumeli ergebnis in Betracht (Baurabach-Hef ermehl Anm 2 B zu § ! Krieger, GRÜR 1953 S hilOir, Der Verkauf er verspricht hier, die Ware oder Leistung nach Abnahme einer bestimmten Warenmenge, und zwar als Zu-ga.be zu dieser, zu gewahren® Die Gutscheine dienen ■ lediglich „dem Nachweisj daß' diese - Warenmenge.; daß die .Aufmerksamkeit des Käufers durch die Zugabe von der Ware abgelenkt und der Käufer vielfach-zu seinem Kaufentschluß weniger durch die Güte und Preiswürdigkeit der Ware als durch den Wunsch veranläßt werdet in den Genuß der Zugabe zu gelangen» Wenn das Berufungsgericht meint, daß bei der Werbung durch Sammelgutscheine den Gründen, die für das Zugabeverbot bestimmend waren, mit Rücksicht auf die Geringwertigkeit der einzelnen Beigabe - also des fiktiven 'Wertes des in dem einzelnen Gutschein, verkörperten Anwärt schaftsrechtes - keine Bedeutung zukomme, sc verkennt es,das-Wesen dieser Werbe-form» Werbemittel ist hier die Ware oder Leistung, die als Sammelergebnis in Aussicht gestellt wird» Der Beurteilung muß daher diese Wäre oder Leistung zugrunde gelegt werdenkvi auf den fiktiven Wert des einzelnen Gutscheins kann es nicht ankommen. Die amtlichen Erläuterungen gehen im übrigen sogar davon ausr daß die von der Zugabeverordnung bekämpfte Wertreklame regelmäßig durch Sammelgutscheine betrieben werde, und lassen deshalb keinen Zweifel darüber, daß auch diese Werbeform durch das Zugabeverbot getroffen werden sollte» Diesem Gesetzeszweck wird aber nur die, Auffassung gerecht, die in den hier in Rede stehenden Pallen lediglich das Sammelergebnis als Zugabe ansieht» der die Marken, einzeln noch nicht eingelöst wurden, die Zugabe nicht in der durch die einzelne Marke verbrieften Beförderungsleistung erblickt werden» Denn bis dahin war die einzelne Marke nicht verwertbar» Eine Beförderungsleistung konnte erst nach Ansammlung von Marken über 50 km Fahrtstrecke gewährt werden, her Umstand, daß die Bundesbahn Marken bestimmter Druekd^ten zur Einlösung aufrufer. Denn eine solche Verwertung entspricht nicht dem bestimmungsmäßigen Verwendungszweck der Marken; der Verkäufer der Marken gelangt durch den Verkauf nicht in den Genuß der Beförderungsleistung,, Als Zugabe kennte bei dieser Sachlage nicht die durch die einzelne Marke verbriefte, sondern nur diejenige Beförderungsleistung angesehen werden, die durch Ansammlung von Reisemarken über mindestens 50 km erlangt werden konnte„ Dem kann entgegen, der Meinung der Beklagten und des Berufungsgerichts nicht entgegengehalten werden, es habe sich bei der Anordnung, daß nur ein mit 500 Marken beklebtes Sammelheft eingelöst werde, um eine kassen- und abfertigungstechnische Maßnahme gehandelte -Entscheidend ist, daß infolge dieser Maßnahme eine Verwertung erst nach Ansammlung von 500 Marken erfolgen und daher eine Beförderungsleistung fiber weniger als 50 km Fahrtstrecke nicht gewährt werden konnte-. Unerheblich .ist es auch, daß i-NNNh Reisemarken nicht nur von-der Beklagten, sondern von.einer Vielzahl von Unternehmen ausgegeben werden. Die Annahme, daß die Beklagte ebenso wie jedes andere der Beteiligten Unternehmen eine Beförderungsleistung über mindestens 50 >km Fahrtstrecke als -Zugabe gegen Abnahme einer entsprechenden Warenmenge ankündigte, anbot und auch gewährte, sofern der Käufer die Bedingung dafür - die Abnahme der erforderlichen Warenmenge - erfüllte, wird dadurch nicht berührte Der Sammler verfugt nunmehr, sobald er im Besitz von Marken über 2/10 km ist?'über einen Vermögenswert, den er reali-k 'sieren kann, wenn er die Marken.'in fein ■ Sammelheft ein-klebt und sie unter Inkaufnahme des durch die notwendige . Abrundung der Pfennigbeträge bedingten Verlustes beim Lösen einer Fahrkarte in Zahlung gibt* Er braucht also, um in den wenigstens teilweisen Genuß der in den Reisemarken’’ verbrieften Beförderungsleistung'zu gelangen, nicht mehr zu warten, bis er Marken über eine Fahrtstrecke von 50 km ar-gesammelt hat„ Mit der Einschränkung, daß mindestens Marken über 2/10 km Fahrtstrecke vorhanden sein und Verluste durch notwendige Abrundungen in Kauf genommen werden müssen, läßt sich daher sagen, daß die Reisemarken nunmehr einzeln verwertbar sind» Dies rechtfertigt es aber nicht, als Zugabe im Sinneder Zugab ever Ordnung die in der einzelnen Reisemarke verbriefte Beförderungsleistung anzuseheru Die 0®H|-Reisemarken sind trotz der jetzt möglichen Bin-Zeiverwertüng ihrer Natur nach Sammelgutscheine geblieben» Das System der Werbung mit diesen Marken ist in seinem We- ' sen nicht verändert worden» Es zielt nach wie vor darauf ab, den Kunden zu veranlassen, die Marken zu srrnmeln, und ihn auf diese Weise zu bewegen, fortlaufend die Waren zu kaufen, denen die Marken beigegeben werden. ( -ec rt/rt» Bas gilt nicht nur«, wenn der Kunde, um einzelne brekeu verwerten zu können, zunächst-ein Sammelheft mit einem 1 ostenaufwand von 0,-25 DM zu erwerben genötigt ist, sende-' , triffauch dann zu, wenn entsprechend dem Vortrage der üb,], ab/n -.■■ überstellt wird, daß neuerdings Sammelblätter'; ivoe/o/ eoltü oh —egegeben worden, auf die die Reisemarken ouf-gowi :bt' vw /’der. Bälden , in denen er die B/.dingung ertbüb und ehe Marken bes t imrnungsgemäß verwendet, auclidtatsächlieh gewährt, Auf das Verhältnis des Wertes dieser Beförderungsleistung zu dem Wert der aogenemmenen Waren kann es nicht ankommer., ca, wie der Senat in seinem zu dem Abdruck ‘bestimmten .Urteil vorn 15, Dezember .'-1953 - I ZR 168^53 ’-"ausgeführt hat, bei der Beurteilung der Frages ob" eine Zugabe als geringwertige Kleinigkeit im Sinne des § 1 Abs 2 z ZugabeVO angesehen werden. auch nach dem Sinn und Zweck der ZugaheverOrdnung geboten 1 Der Beklagten ist zwar zuzugeben, daß bei der Werbung mit 'WKHtl-Deisemarkerj. nicht alle Gefahrenmomente in Erscheinung treten, denen die Zugabeverordnung mit dem grundsätz-liehen Verbot der Zugabe begegnen wolltet So kommt hier dem Moment der Preisverschleierung jedenfalls keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu und ebenso tritt, mindestens einstweilen noch, der Gesichtspunkt der'Schädigung anderer Beförde-' rungsbetriebe zurückc Aber das Orbis-Wer be system birgt, wie jede Wertreklame, nicht nur die Gefahr- von Übersteigerungen in sich, sondern hat vor allem zur Folge, daß die Aufmerksamkeit des Kunden von der Ware abgelenkt und - sein Entschluß zu dem Kauf'durch Einflüsse bestimmt wird, die mit der Qualität und Preiswürdigkeit der Ware nichts zu tun haben» Der Kunde, der sich zu dem Sammeln der Reisem'arken entschlossen hat, wird und soll (vgl die dahingehende Aufforderung in den Sammelheften)- hach Waren suchen, denen die Reisemarken beigegeben werden? Die Gefahr •unsachgemäßer Beeinflussung des Kunden ist aber für die Wertreklame auch heute noch charakteristisch und in besonderem • Maße dazu angetan, diese Werbeform in aller Regel als wirtschaftlich bedenklich erscheinen zu lassen. Die amtlichen Erläuterungen zur ZugabeVerordnung lassen keinen Zweifel darüber, daß der Gesetzgeber auch dieser Gefahr begegnen wollte, indem er sich zu dem grundsätzlichen Zugabeverbot entschloß und davon .in § 1 Abs 2 a der ZugabeverOrdnung nebt? värtscherftlich sondertIch geachtet u-roder i.Urt des erkennenden Senats vom 1 5 •> Dezember 1952 - I ZR 1c und von denen daher nicht zu befürchten war, daß sie der, Käu her in beachtlichem Maße beeinflussen würden. Die Gefahr unsachlicher Beeinflussung des Künder, geht bei dem Orbis-vVerbe system nicht von der einzelnen., für sich betrachtet wirusch lieh wertlosen Reisemarke, sondern von der wirtschaftlich tea chili eher; Beförderungsleistung aus9 die dem sammelwilligen Kunden als Sammelergebnis in Aussicht gestellt und letzten 73r.des auch gewährt wird. Beurteilung kann auch nicht die Erwägung führen, daß die' hier als Gegenstand der Zugabe bestimm te /Beförderungsleistung sich lediglich als Summe der in den an ge s mene 11 e 11 ei nzeln en Re isemarkeh • verbrieften Lei s tungem. So können naturgemäß etwa beim Einkauf von Schulheften zugegebene Stahlfedern gesammelt werden, ohne daß es deshalb unzulässig wäre, eine Stahlfeder als Zugabe zu gewähren» Diese Fälle unterscheiden sich aber von dem vorliegend-gegebenen Sachverhalt dadurch, daß dort die Möglichkeit des Ansammelns der. sung gegenüber den-Zugabefällen gegeben, in denen der einzelne Zugabegegenstand zwar für sich allein bestimmungsgemäß verwendet werden kann, in denen er aber darüber hinaus geeignet ist, Bestandteil, einer Sammlung zu werden, die' als solche gegenüber ihren Bestandteilen einen selbständigen Wert besitzt» Der erkennende Senat hat hierzu in seinem Urteil vom 15» Dezember 1953 ~ I ZR 168/53 - grundsätzlich Stellung genommen und ausgeführt, im Sinne der Zugabeverordnung sei als Zugabe in diesen Fällen der einzelne Zugabegegenstand anzusehen; das Sammelergebnis üb.e lediglich einen zusätzlichen Anreiz aus, der sich zwar gegebenenfalls auf den einzelnen Zugabegegenstand werterhöhend auswirken könne,; es aber nicht rechtfertige, das Sammelergebnis selbst als Gegenstand der Zugabe ansüsprechen» Der Unterschied des zur Entscheidung stehenden Sachverhalts gegenüber diesen Fällen der sogenannten unechten Sammlung äußert sich vor allem darin, daß im vorliegenden Falle das Sammelergebnis - also eine durch Ansammlung einer größeren Zahl von Reisemarken zu erlangende wirtschaftlich beachtliche Beförderungsleistung -auf den Kunden nicht einen bloß zusätzlichen. sondern daß nur das Sammet- , ^ ergebnis und nicht die einzelne Beisernarke einen solcher Anreiz auszuüben imstande ist» her vorliegende Ball gleicht fffj insofern den in dein vorerwähnter Urteil des erkennenden Senats ebenfalls behandelten Bällen der echten Sammlung, in denen der einzelne Bestandteil der Sammlung keiner selbständigen bestimmungsmäßigen Verwendung zugänglich ist, sondern nur als'Bestandteil der Sammlung wirtschaftlichen Wert besitzt und in denen daher allein das Samraelergebnis als Gegenstand der Zugabe angesehen werden kann* Nach dieser Bestimmung ist eine Zugabe zulässig, die in einem bestimmten-oder auf bestimmte Art zu berechnenden Geldbetrag besteht- her dort vorausgesetzte Tatbestand ist im vorliegenden Balle jedoch nicht gegeben, da die von der Beklagten angekündigte, angebotene oder gewährte Zugabe nicht in einem Geldbetrag, sondern in einer Leistung besteht, Bür die von der Beklagten gewünschte entsprechende Anwendung der Bestimmung ist mit Rücksicht auf deren Ausnahmecharakter kein Raum, Sie würde im übrigen eine Durchbrechung des Zugabeverbotes bedeuten, deren Wirtschaftspell tische Böigen nicht zu übersehen wären- nicht in den einzelnen Reisemarken besteht* war dem Urteils-ausSpruch in Abweichung von dem Hauptantrage der Klage jedoch eine konkretere Pas sung dahin zu gehen, daß der Beklagten untersagt wird, hei dem Vertrieb von Margarine an die Käufer die von der ( iMii -Gesellschaft ausgegebenen Werbescheine mit Reisemarken, ohne besonderes Entgelt auszugeben sowie deren Ausgabe anzukündigen oder anzubieten* Bei dieser Passung wird die mit der Klage angegriffene und zu untersagende Werbung der Beklagten hinreichend gekennzeichnet* Soweit die Beklagte geltend macht >.