1= Ges e tzantrs t end ie /erbrdnungen s1nd im Sinne des Art ICO Abs 1 GrundG. ob die Prüfungszuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts sich auch auf Gesetze erstrecke, die vor dem Inkrafttreten des Grundgesetzes ergangen sind :aljustizamts für die britische Zone zur Beseitigung nationalsozialistischer Eingriffe in die' Strafrechtspfle ge vom 23«5--194-7 (V0B1 BZ S 65) ? Rechtssatz: Die §§ 1, 3 der VQ vom 23»5«1947 sind sowohl mit dem Gleichheitsgrundsatz als auch mit dem Grundsatz "nulla poena sine lege" ver reinba^ Anträge der Strafkammer des Landgerichts Münster bei Gem Amtsgericht in Bocholt nach Art 100 Acs 1 BGG auf verfassungsrechtliche Prüfung-der Verorcl-' • nung- des Zentraljustizsmts für die britische Zone Beseitigung nationalsozialistischer '.Bingriffe in die Strafrechtspflege vom 23o Hai' 1947 ■ Abdrucke-der, Urteile.’des Bundesgerichtshofs vom' lüv-7 8c 201952 - .2.: StB 43/50 - und vom 29<- 2ol95? Bei der Strafkammer des Landgerichts. (§ 125 Abs 2 StGB) anhängig, '.eines gegen den Rechtsanwalt Br, Ewald aus BMHIHi (6 Js 777/50); und sines gegen den Apotheker - IISlflBflHHI aus 1$BH| (6- Kls 8/51) * Beiden Beschuldigten wird: zur Last gelegt, sie hätten sich-in: B®BiBB|,in der Hacht zu dem 10Bovember, 1938 als Bädels-fünrer an den' gewaltsamen Ausschreitungen einer susam-mengerotteten Menschenmenge gegen Juden beteiligt; dabei habe auch selbst gegen Personen Gewalt ver- *p Q ", fZ, ys .‘hj Q jj cj p rr .o Y) und die gericht vorzulegen 2; LlX‘ Ent b die YerOrdnung' des Zentral .i us tizami L; Die Vorlagebeschlüsse; der Strafkammer entsprechen nach Form und Inhalt den.Vorschriften*' a; Für die Entscheidung des Gerichts kommt es, wie in den Beschlüa: Abs 1 StGB mit Ablauf des November 1948 '.verjährt: folgungen aus poli icoQxi c wenn cii e Gene cn*t iprice .1 t ^ heit aller vor dem Gesetz, c langt: insbesondere soll das mit Gewalttätigkeiten oder \ rassischen oder religionsfein!liehen Beweggründen verbunden waren« Hach § 3 der Verordnung sollen die Vorschriften über die Verjährung einer Verfolgung und Bestrafung nicht entlegensteben, soweit die Zeit vom 30h Januar 1933 bis zu dem 8=. Mai 1945 in Betracht kommt; die Verjährung soll für diese Zein als ruhend gelten! mf die Baten'der beiden Beschuldigten, falls si mm er d arm egt er- wiesen werden, anzuwenden« Dann hat die iOjährige Verjährungsfrist erst mit dem 9= Mai 1945 begonnen und ist daher noch nicht abgelaufen; Da es für die Entscheidung der Strafkammer nur auf die §§ 1 und 3 der Verordnung ankommen kann, ist ihr Antrag dahin auszulegen. ?r klärt, weil nach Art 101 BGG nur das Gericht, rich' Schöffengerichts.‘chhc dem Amtsrichter, vergleichbar': Leide nehmen außerhalb der Hauptverhahdlung ale.Aufgaben des Gerichts wahr«-. Entscheidung den Leiden Tonlagen der Strafkammer Bocholt nicht entgegenc Von der Gültigkeit oder Nichtigkeit der angefochtenen norm hängt hier eine Entscheidung ab., die außerhalb der Hauptvefhahdlung von der aus. 2o) Per Senat hat keinen Zweifel, 'daß das Bundesverfassungsgericht nach Art 100 Abs . Entscheidung- ’• über die Gültigkeit der Verordnung Vom 25) Mai 1547 berufen ist« a) • Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, vom 23.0 März 1952 1 3vL 12/51 (k-Jvv IS52, 4-97) unter- liegen der !Tcrmenkontrolle des Bundesverfassungsgerichts nach Art"100 Abs 1 EGG nur Gesetze im formellen Sinn, nicht Hechtsverorcnungeiic Pie Norm, deren Gültigkeit hier bestritten wird, bezeichnet sich als Verordnung., Daß auf die Bezeichnung kein Gewicht zu legen ist, '“.macht, ein Vergleich mit der amerikanischen) Zone, deutlich 01 Dort hatten, bevor durch Volkswahl' gesetzgebende Körperschaften gebildet wurden, die'Ministerpräsidenten der’ Länder die) Befugnis r Recht zu setzen1 (Art III MilRegProkl Nr 2)«•Sie nannten ihre Normen "Gesetze", Als Gesetze-wurden auch die.zoneneinheitlichen Vorschriften bezeichnet, die' bis zu dem/Zusammentritt';: des,' Bundestags durch übereinstimmenden' Beschluß der Ministerpräsidenten zustande kamen (-vgl Art II, III MilReg-prokl Nr 4), hin unterschied zwischen diesen "Gesetzen" und den "Verordnungen" der Zentralämter der britischen Zone ist, soweit die Formender riecht Setzung in Frage-. b) Die Rechtsetzungsbefugnis 'des))ZentralJustizamts für die britische Zone beruhtlauf einer Ermächtigung der Besatzungsmacht (vgl Art IV 9 MilReg'VO Nr 41, ABI. Die Verordnung vom 23oMai 1947 ist zudem,')wie ihre Einleitung zeigt, mit Genehmigung der Militärregierung ergangen«' Das macht sie aber nicht zu dem Besatzungsrecht« 'Entscheidend ist, daß sie von einer deutschen Stelle erlassen würde« Wie v- sn'assungsmassigKeit der besetze zu wachen, und als vorzüglichen 7eg hierzu cor des Art 100 Abs 1 gewiesen., die den Geig;, s t i s c 1: e n Z e i t c d e r a u s den rech wirkiicnen nonnren* n aus der nationalsozia lieh ungefestigten Jahren nach dem Zusaranehbrueh von 1945? das rechtsstaatlich und verfassungsmäßig in hohem Maße bedenklich ist und das gerade deswegen dringend einer einheitlieher verfassungsrech11idien Prüfung und Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht bedarf, .die ausschließli che Zuständigkeit des Verfassungsgcrich GcruGu vor allen, auf der dringende: focus; Eigne i o, weil sic Gesetzeskraft hat '0 Ol Abs 2 i.:Ycsvnrnd § 1c Ihr 11 B7GG-1 c Es Biegt deshalb durchaus iu Ginn -sec Grundgesetzes daß cue Prüfung der YerfassungsmäiBigkei't auch älterer Gesetze de:;.. Entscheidung in Präge, die nur mit der la liver: Be- ■■■ 0Ä-:'; u Oil CD : ■ p. '£j/; SRt ' • •-''I ' A to "■■■ ..CO £ i.; o . ■ j:t Ct-V Q .■r.:P * ■O: ■■;:‘ ■ m ■„ Of id cd: ; CD (p •: ' :■; :.:■ ■■■ '■^'Än'' :: ■ tor • V:i P CO •CD: ■y> ■;■■■;■■:;■ ■ tit: ■':.'! A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. A Ö ;ii A p: • Vf 'O ■■■:. CD :■ ■CD. CD :■ ■CD. CrQ , : p ■: VCcfiv ■CD- '..■:■: ct I;. ' (D A "H"' :V: Q_) :■■■ ■ ■ b (D vi b v - B ■- Vii CD Vi'OQ V> V i CD A iv: Gb: pcfj Aib-iiA A b A vAc-fii'i ftVAi;;:: Af-l*ivi Das ge sc hein^ ohne bis zu dem 6, Mai 1945 den annt geworde n und zur Ver- Zur Auslegung der §§ 1 .und 3 der Verordnung•• ist vorweg hinzuweisen auf die Entscheidung des 1, Strafsenats des Bundesgerioltshofs 'na 2“h ÄTovoncer 1951 (BG-HS 2? 20), Sie bezieh': sich unmittelbar"auf das Bayerische Gesetz hr 22 zur Ahndung nationalsozialistischer Straf- l( ^5 Xi V vj i:i y 1 e l.iCc _i_ -L _> C ^ X~/CX^\‘ \u V — —Ui- / «j w d V Cj. ui nung des Zentral Justiz amis), für die. sind die in der Verordnung behandelten fälle überhaupt nicht zu vergleichend Dort fehlte es nicht an dern Willen des Staats, Unrecht zu ahnden, sondern an ganz anderen Voraussetzungen; Sine besondere Regelung, der in der Verordnung von 23« Mai 1947 behandelten Fälle war daher durchaus zulässig, 2*; Gegen die Gültigkeit der Verordnung vom 23;-. Mai sw eilen - nicht hier - eingewandt worden«, indem sie die nachträgliche Verfolgung sie verstosse verjährter Straftaten zulasse/ gegen her Grundsatz des Art 103 Abs 2 BCG (nulla'poena sine lege)„ Auch dieser Einwand greift nicht durch,, Der Sinn des Art 103 Abs 2 ist* daß'eine Tat nur dann bestraft werden darf«,-wehhi vor ihrer Begehung der Schenke sowie den Leipzig StGB) und der neueren vo m 2 0« De z emb e r ein ve-rfahrensrec er Kommentar-? diesem Standpunkt aus ist ''die Verordnung mit dem - Grundsatz nulla poena sine lege vereinbar« Denn sie schafft nicht rückwirkend einen Strafanspruch für ein bisher straffreies Verhalten, ruft vielmehr einen Strafanspruch wieder ins Leben« der begründet'war« den aber eine ungerechte Gewaltherrschaft mit Absicht nicht zur Geltunggebracht und gegen Hecht.und Gesetz'hatte verjähren las-. sen« Hiergegen können weder aus dem Wortlaut noch dem Sinn des Art 103 Abs 2 BGG Bedenken.bestehen! Nähere Ausführungen über die Vereinbarkeit der Verordnung vom 27. Mai 1947 mit Art 103. 93 (99) und das Urteil des Bun desgericlrtshof s vom 20 f Dezember 1951-'- .4 St?; 9/50 ~ f .(NJ17 1952« 27l)„ Die Rechtsgültigkeit der Verordnung und der entsprechenden Vorschriften, der amerikanischen und französischen Besatzungszene wird von allen Strafsenaten des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung bejahte. Einzelheiten sind erörtert in den Entscheidungen des 2C Strafsenats vom 8» und 29» Februar 1952 - 2 StR 43/50«73/51, von denen Abdruck beigefügt ist* Der Senat kommt demnach zu dem Ergebnis« daß die §§ 1 und 3 der Verordnung des 2enträljustizamts für die
<rh
Für das Nachschlagewerk! Für die Amtliche Sammlung!
Gesetz : Rechtssatz
: ’Gr und G Art -00 Abt
1= Ges e tzantrs t end
ie /erbrdnungen s1nd im Sinne des Art ICO Abs 1 GrundG.
■2c Zu der Frage? ob die Prüfungszuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts sich auch auf Gesetze erstrecke, die vor dem Inkrafttreten
des Grundgesetzes ergangen sind
2, Gesetz
.GrundGr Art 3; Art 103; VC. d:
3 er
:aljustizamts
für die britische Zone zur Beseitigung nationalsozialistischer Eingriffe in die' Strafrechtspfle ge vom 23«5--194-7 (V0B1 BZ S 65) ? §§ 1? 3»
Rechtssatz: Die §§ 1, 3 der VQ vom 23»5«1947 sind sowohl mit dem Gleichheitsgrundsatz als auch mit dem Grundsatz "nulla poena sine lege" ver
reinba^
enzeichen:
Gutacht<
I VRG 6 und 8/52
Lvilsenats des BGH vom 28
Apri
i i
.952
3u n d e s g e r i c h t s h o f Io Zivilsenat
Karlsruhe, den 28, April 1
! OR'
1 YRG 6/52 1 7RG 8/52
An den '
Herrn Präsidenten des 1,Senats
des Bund e s verfassungsgericlits
:
in K a r 1 s r u he
Bet.ro: Anträge der Strafkammer des Landgerichts Münster
bei Gem Amtsgericht in Bocholt nach Art 100 Acs 1 BGG auf verfassungsrechtliche Prüfung-der Verorcl-' • nung- des Zentraljustizsmts für die britische Zone
■ zur'. Beseitigung nationalsozialistischer '.Bingriffe in die Strafrechtspflege vom 23o Hai' 1947 ■
/ (Y0B1 3Z 3 65)1: " | '
Anlagen: 1. Bä Akten 6 Js 777/50 mnBA. 6'ICLs 18/48 . ' .1 3d Alten 6 EEs 8/51- l/c 1 \ - '
Abdrucke-der, Urteile.’des Bundesgerichtshofs vom' lüv-7 8c 201952 - .2.: StB 43/50 - und vom 29<- 2ol95?
- 2 StB 73/51 - l.
Bei der Strafkammer des Landgerichts. Münster bei dem Amtsgericht in Bocholt sind zwei-Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbrüchs. (§ 125 Abs 2 StGB) anhängig, '.eines gegen den Rechtsanwalt Br, Ewald aus BMHIHi (6 Js 777/50); und sines gegen den Apotheker
- IISlflBflHHI aus 1$BH| (6- Kls 8/51) * Beiden Beschuldigten wird: zur Last gelegt, sie hätten sich-in: B®BiBB|,in der Hacht zu dem 10Bovember, 1938 als Bädels-fünrer an den' gewaltsamen Ausschreitungen einer susam-mengerotteten Menschenmenge gegen Juden beteiligt; dabei habe auch selbst gegen Personen Gewalt ver-
Sachen zerstört* Gegen SflflHi ist schon das Haupt verfahren eröffnet,, gegen -noch/ r
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oa onen
;c:ieiaun~,
*p Q ", fZ, ys .‘hj Q jj cj p rr .o Y) und die
gericht vorzulegen 2; LlX‘ Ent
b die YerOrdnung' des Zentral .i us tizami
13 i ur
britische Zone zur Beseitigung natioiialsoziaristi
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in öieS X 1*‘ O. IXGC il X S p _L -L1
'OBI BZ 8 65} mit dem B'
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Gesetz : Art 3 BGG) yerstbsse., -
Unter Vorlage der Akten nimmt.der Bunäesgeriehts-Iiof.wie folgt Stellung:
I•- Förmlichkeiten:
L; Die Vorlagebeschlüsse; der Strafkammer entsprechen nach Form und Inhalt den.Vorschriften*'
a; Für die Entscheidung des Gerichts kommt es, wie in den Beschlüa:
n r.
.chtig drrneleat wird.
heit der angefochtenen Verordnung an: freilich nick.
0* p>i7Qy. ~ 7" .-m v» p -P v. ■ Ci w'“ * '■ v- — ^ i- ‘u. -i Ö P wohl'aber ihrer £ £ ' V und 3 c D
Tr p v » ~P p ~i - -n >T r? p y» v C i a. O ^ '-‘.hh vt k_» i. CL S 21 : beiden Beschulen 0 nur Last
ro ! po*.
xen veror-
•e nach §f.6? Abs 1 StGB mit Ablauf des
November 1948 '.verjährt: eine die Verjährung unterbre
cnenae
CstCT-*- Tof'
>- . U vlicu.
23 c. Mai 1947
ichterliche Handlung hat bis zu Die Verordnur
^ f-< -h —■ vv»-.-yj ~i'~ y' f .
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folgungen aus poli
icoQxi c wenn cii e Gene cn*t iprice .1 t ^ heit aller vor dem Gesetz, c langt: insbesondere soll das mit Gewalttätigkeiten oder \ rassischen oder religionsfein!liehen Beweggründen verbunden waren« Hach § 3 der Verordnung sollen die Vorschriften über die Verjährung einer Verfolgung und Bestrafung nicht entlegensteben, soweit die Zeit vom 30h Januar 1933 bis zu dem 8=. Mai 1945 in Betracht kommt; die Verjährung soll für diese Zein als ruhend gelten! Diese Bes t i mmun ~ e n s i n d, • s i e ü i e
mf die Baten'der beiden Beschuldigten, falls si
mm er d arm egt er-
wiesen werden, anzuwenden« Dann hat die iOjährige Verjährungsfrist erst mit dem 9= Mai 1945 begonnen und ist daher noch nicht abgelaufen;
Da es für die Entscheidung der Strafkammer nur auf die §§ 1 und 3 der Verordnung ankommen kann, ist ihr Antrag dahin auszulegen. daS auch nur die Gültigkeit die-
qöo ' i• r\ ' : Cf o an • /C r- r- -y-> r< y*i "■ "• mo t
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glieder der Strafkamme:
Schöffengerichts.‘chhc dem Amtsrichter, vergleichbar': Leide nehmen außerhalb der Hauptverhahdlung ale.Aufgaben des Gerichts wahr«-. Gleichwohl steht die angeführte
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Entscheidung den Leiden Tonlagen der Strafkammer Bocholt nicht entgegenc Von der Gültigkeit oder Nichtigkeit der angefochtenen norm hängt hier eine Entscheidung ab., die außerhalb der Hauptvefhahdlung von der aus. drei Berufs- • riehtern bestehenden Strafkammer zu treffen ist, nämlich im Falle Mühleneisen die Entscheidung, ob das Hauntverfahren zu eröffnen oder nicht zu eröffnen ist (§§ 204,
205 StPO), im Palle Schmitt die Entscheidung, ob'das eröffnete Verfahren wegen Verjährung einzustellen ist (§ 206 a StPO),
2o) Per Senat hat keinen Zweifel, 'daß das Bundesverfassungsgericht nach Art 100 Abs . 1 '• BGG zur. Entscheidung- ’• über die Gültigkeit der Verordnung Vom 25) Mai 1547 berufen ist«
a) • Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, vom 23.0 März 1952 1 3vL 12/51 (k-Jvv IS52, 4-97) unter-
liegen der !Tcrmenkontrolle des Bundesverfassungsgerichts nach Art"100 Abs 1 EGG nur Gesetze im formellen Sinn, nicht Hechtsverorcnungeiic Pie Norm, deren Gültigkeit hier bestritten wird, bezeichnet sich als Verordnung., Dennoch ist sie Gesetz nicht nur im 'materiellen Sinn - das bedarf keiner Erläuterung sondern auch im formellen Simic'Hechtsquellen kennen nach .ihren Rang nur in einem Staatsgebilde unterschieden werden,- das ver-/ sehiedene Formen der Rechtsetzung kennt» Das war für den Gesamtbereich der britischen Zone nicht der Falle Es gab dort nur eine Form der Rechtsetzung durch deutsche
Stellen, nämlich die der "Verordnung" der Zentralster« Die Zentralämter waren der ordentliche deutsche Gesetzgeber der Zone« Ihre Rechtsvorschriften sind•deshalb: Gesetze im’formellen Sinn, Auf jeden Pall muß das yen der hier umstrittenen;Verordnung'gelten« Sie ist ganz '■offenbar eine " g e s e t zvertretende Verordnung", dennisieA 'ändert der Sache nach bestehende (formelle) Gesetze ab und ersetzt sie).
Daß auf die Bezeichnung kein Gewicht zu legen ist, '“.macht, ein Vergleich mit der amerikanischen) Zone, deutlich 01 Dort hatten, bevor durch Volkswahl' gesetzgebende Körperschaften gebildet wurden, die'Ministerpräsidenten der’ Länder die) Befugnis r Recht zu setzen1 (Art III MilRegProkl Nr 2)«•Sie nannten ihre Normen "Gesetze", Als Gesetze-wurden auch die.zoneneinheitlichen Vorschriften bezeichnet, die' bis zu dem/Zusammentritt';: des,' Bundestags durch übereinstimmenden' Beschluß der Ministerpräsidenten zustande kamen (-vgl Art II, III MilReg-prokl Nr 4), hin unterschied zwischen diesen "Gesetzen" und den "Verordnungen" der Zentralämter der britischen
Zone ist, soweit die Formender riecht Setzung in Frage-.
stehtj nicht■zu erkennen, -
b) Die Rechtsetzungsbefugnis 'des))ZentralJustizamts für die britische Zone beruhtlauf einer Ermächtigung der Besatzungsmacht (vgl Art IV 9 MilReg'VO Nr 41,
ABI. britMilReg Nr 15 3 299). Die Verordnung vom 23oMai 1947 ist zudem,')wie ihre Einleitung zeigt, mit Genehmigung der Militärregierung ergangen«' Das macht sie aber nicht zu dem Besatzungsrecht« 'Entscheidend ist, daß sie von einer deutschen Stelle erlassen würde« Wie
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erstrecke sich nur aui
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v- sn'assungsmassigKeit der besetze zu wachen, und als vorzüglichen 7eg hierzu cor des Art 100 Abs 1 gewiesen., lichts spricht dafür, daß das Herrassungsgericht davon schlossen werden sollte.' - auf diese:.: G/ege die Ter-
....... Aren liechts zu prüfen« reu Art 100
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wirkiicnen nonnren* n aus der nationalsozia lieh ungefestigten Jahren nach dem Zusaranehbrueh von 1945? das rechtsstaatlich und verfassungsmäßig in hohem Maße bedenklich ist und das gerade deswegen dringend einer einheitlieher verfassungsrech11idien Prüfung und Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht bedarf, .die ausschließli che Zuständigkeit des Verfassungsgcrich GcruGu vor allen, auf der dringende: focus; Eigne i o,
%
iS e c h t sei nh e i t un d H e c n t s s i c h e rhei t s ü g e wäli: *i. e i's t e n -Biese Ziele 'erreicht nur sine Entscheidung des Bundes-verfa esungsgerichts. weil sic Gesetzeskraft hat '0 Ol Abs 2 i.:Ycsvnrnd § 1c Ihr 11 B7GG-1 c Es Biegt deshalb durchaus iu Ginn -sec Grundgesetzes daß cue Prüfung der YerfassungsmäiBigkei't auch älterer Gesetze de:;.. Bun-
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Eingriff'in di e Strafrech
■ Diese Ausführungen sind verfehlt* Es muß ihnen nachdrücklich entgegengetreten werden,
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947 durchaus im Einklang.
Zur Auslegung der §§ 1 .und 3 der Verordnung•• ist vorweg hinzuweisen auf die Entscheidung des 1, Strafsenats des Bundesgerioltshofs 'na 2“h ÄTovoncer 1951 (BG-HS 2? 20), Sie bezieh': sich unmittelbar"auf das Bayerische Gesetz hr 22 zur Ahndung nationalsozialistischer Straf-
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nung des Zentral Justiz amis), für die. britische Zone vor 25o liai 134? entspricht, iss aber zu deren Auslegung
'wertbar. Danach ist § 1 der Verordnung
imh Z us amine zu versteh Setzungen
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konnten.,- sind die in der Verordnung behandelten fälle überhaupt nicht zu vergleichend Dort fehlte es nicht an dern Willen des Staats, Unrecht zu ahnden, sondern an ganz anderen Voraussetzungen; Sine besondere Regelung, der in der Verordnung von 23« Mai 1947 behandelten Fälle war daher durchaus zulässig,
2*; Gegen die Gültigkeit der Verordnung vom 23;-. Mai sw eilen - nicht hier - eingewandt worden«, indem sie die nachträgliche Verfolgung
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sie verstosse
verjährter Straftaten zulasse/ gegen her Grundsatz des Art 103 Abs 2 BCG (nulla'poena sine lege)„ Auch dieser Einwand greift nicht durch,, Der Sinn des Art 103 Abs 2 ist* daß'eine Tat nur dann bestraft werden darf«,-wehhi
vor ihrer Begehung der
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Die Verjährung .begründet nach der überwiegenden. Auffassung der ■Rechtslehre
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Schenke sowie den Leipzig StGB) und der neueren vo m 2 0« De z emb e r ein ve-rfahrensrec
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76, 159
StR 9/50 - UJVf 1952, 271)
rx-tay. y«*> hias
r? 13 -
gung des schuldig gewordenen - (Täters entgegensteht» Eine nachträgliche Änderung desfYeriahrensrechts hat mit-dem Grundsatz nulla poena sine lege nichts zu tun„ Eine ältere lehre (vgl etwa RGSr 66/ 328) hat freilich' in der-AVerWährung nicht allein - ein-Verfahrenshlndernis; gesehen, sondern war zugleich der 'Anschauung,' sie bringe den ent-*, umstandenen Strafanspruch des Staates'zun Erlöschen« nahe' also auch eine sachlichrechtliche:Seite0 Acer auch von .. diesem Standpunkt aus ist ''die Verordnung mit dem - Grundsatz nulla poena sine lege vereinbar« Denn sie schafft nicht rückwirkend einen Strafanspruch für ein bisher straffreies Verhalten, ruft vielmehr einen Strafanspruch wieder ins Leben« der begründet'war« den aber eine ungerechte Gewaltherrschaft mit Absicht nicht zur Geltunggebracht und gegen Hecht.und Gesetz'hatte verjähren las-. sen« Hiergegen können weder aus dem Wortlaut noch dem Sinn des Art 103 Abs 2 BGG Bedenken.bestehen!
Nähere Ausführungen über die Vereinbarkeit der Verordnung vom 27. Mai 1947 mit Art 103. Abs 2 3GG enthalten die Entscheidung OGHSt 3? 93 (99) und das Urteil des Bun desgericlrtshof s vom 20 f Dezember 1951-'- .4 St?; 9/50 ~ f .(NJ17 1952« 27l)„ Die Rechtsgültigkeit der Verordnung und der entsprechenden Vorschriften, der amerikanischen und französischen Besatzungszene wird von allen Strafsenaten des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung bejahte. Einzelheiten sind erörtert in den Entscheidungen des 2C Strafsenats vom 8» und 29» Februar 1952 - 2 StR 43/50«73/51, von denen Abdruck beigefügt ist*
Der Senat kommt demnach zu dem Ergebnis« daß die §§ 1 und 3 der Verordnung des 2enträljustizamts für die