BGH · I VRG 16/52
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
dungszuständigkeit-des Bundesverfassungsgerichts im Rahmen des Art 100 GrundG Bezieht sich nicht auf die von dem Besatzungsgesetz-geber erlassenen und in den amtlichen Blättern der Besatzungsmächte veröffentlichten Gesetze. i) i e s e ■ .Y o rä ussetz ung ist nicht gegeben, wenn der Gesetzgeber die enge Gesetzesfassung absichtlich gewählt hat. furch den vorbezeichneten Beschluß hat das Oberlandesge-richt Hamm beschlossen, gemaÖ Art/IdÖ Abs 2 GrühfG eine Ent-Scheidung des Bundesverfassungsgerichts über die frage einzu- : holen, ob die Regel des Völkerrechts über die Gleichberechtigung der Staaten eine Gleichstellung der Staatsangehörigen der Schweiz mit den Angehörigen der VerieAnteh'''¥atidhehvhei' der Umstellung von forderungen und den zu ihrer Sicherung bestellter. 'Der an dem Ums tel lungs verfahren beteiligte Hypotheken-gläubiger, der schweizer Staatsangehöriger ist, hat im Jahre 1932 dem in Dortmund ansässigen Grundstückseigentümer ein Darlehen gewährt, das durch die Eintragung einer Hypothek ^ über 50 00G GM grundbuchlich gesichert ist. rückgewiesen; Das Oberlandesgericht, bei dem das Verfahren V .auf Grund einer weiteren Beschwerde des Hypothekengläubigers anhängig ist, hegt Zweifel, ob der völkerrechtliche Grundsatz der Gleichberechtigung der Staaten im Umsteliungsrecht eine Gleichbehandlung von Staatsangehörigen der ;ichweiz mit den Angehörigen:der Vereinten Nationen erfordertEs sieht sich an einer Entscheidung in' HerlSache^gehindeft','" solange diese Zweifel nicht durch eins Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, für die das Oberlandesgericht das Bundesverfassungsgericht nach Art 100 Abs 2 GrundGes: in: Verbindung'mit §| 13 ■ Zweifel ist - von seiner Beurteilung des Streitstandes aus -für das Ilmsteilungsverfahren entscheidungserhetlicho Hiervon ■muß "jedenfalls ausgegangen werden, solange das Londoner Abkommen über die deutschen 'Auslandsschulden vom 27» Februar-.' 1953 noch.nicht in Kraft getreten und in tatsächlicher Hieb-4 tung ungeklärt ist, ob es sich, bei der fraglichen Darlehens forderung um eine Forderung mit spezifisch, ausländischem /Charakter im ;Sinne der Bescimnungen/dieses Abkommens handelt, die eine Umstellung 1 s 1 vorsehen (Anlage II Art V Z-ifi 3tu und Anlage IV ICap B Art VI des": Abkommens.l, / Nach, den tatsächlichen Feststellungen-deS 'Oberlandes-gerichts liegt ein normales Darlehensgeschäft ohne gesellschaftlichen oder familienrechtlichen Charakter vor, durch: das eine Göldmarkf ord'erung und nicht etwa- eine/Schuld, in fremder Währung begründet worden ist. dagegen die in den Umstellungsgesetzen für die Angehörigen der Vereinten. Nationen vorgesehene-Sonderregelung auf alle ■ Ausländer, insbesondere auf Staatsangehörige der Schweiz auszudehnen, dann bliebe gemäß § 15 UmstG in der Passung des Gesetzes Nr 46 d'er Alliierten Hohen Kommission vom Sol-Januar 1951' die Umstellung der Verbindlichkeit im Pall einerlf; Ablehnung .der Leistung odeh eihea'fe gegen die Umll" _ Zustandigkeit s ;ifi In den Pallen des Art 100 Abs 2 GrundG ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den Bundesgerichtshof einzuholen(§ 84 in Verbindung mit ■; § 80 BVerfGG») „ Zuständig für eine Ent Scheidung nach Art 100 Abs. 2 GrundG ist der 2» ffi •Senat des Bund e s v er fas sungsg erichts ( § 14 Abs 1 BVerfGG), 11 £ N^ehSder Auffassung des für die dem. des 'Bundesgerichtshofs ist jedoch im vorliegenien Pall eine EntscheidungsZuständigkeit desiBund esverfassüngsgerichts niehb gegeben, und zwar aus f olgend en Grund en 5 Die Bedenken des vorlegen-l den Gerichtes richten sich lediglich gegen diejenigen Vorsehri ten der Währuhgsgesetze, durch die den Angehörigen der V@r- 1 einten,Nationen bei der 'Umstellung ihrer Forderungen und deni zu ihrer Sicherung bestellten Grundpfandrechten eine Sonder-1 Stellung eingeräumt worden ist. die frag- 3 lichen gesetziichen Bestimmungen zur Keuordnung des G e Id w e - J sens'von den alliierten Mi1i t arr eg i e rung en erlassen und in v*| ‘den amtlichen Blättern der:BesätzungsmäcHtetvehöffentFicht | worden sind 5 Es verkennt nicht, daß Art 25; und Art ; 100 GrundGl auf "Bundesrecht" abstellen, vertritt aber die Auffassung. an die Besatzungsmacht auf Grund Art 3 des Ge- ? der Analogie scheidet aus, wenn der Gesetzgeber die fragli-che Rechtsmaterie lückenlos geregelt hat, insbesondere dis enge Fassung, durch die nur einem-fest umrissenen Personen-f; kreis bestimmte Hechte zugebilligt werden, absichtlich, gewählt worden ist (vgl hierzu Enneecerus-Lehmann 1952, All-f gemeiner Teil des Büfgertac^^ § 'aber liegt ff es bei. daß es der Wille des Besatzungsgesetz- -:"f geh er s war, durch § 16 "JmstG in Verbindung mit § 2 Ziff 4 derlf 40» DVQ nur den Angehörigen der Vereinten Nationen eine Son- fl: ■ Herstellung einzuräumeh, Ihfleiher zu dem Umstellungsgesetz als ’‘ffv Anlage beigefügten Liste sind die Staaten, für deren Angehörige diese Sonderregelung gelten soll, im einzelnen, aufgeführt, wobei einige Länder, die an sich zu den Vereinten Nationen gehören,' aber am Krieg nicht teilgenommen haben, ausgeschlossen sind. Bine analoge Anwendung der ausdrücklich nur für die Angehörigen der Vereinten Kationen geschaffenen Sonderregelung auf Staats-angehörige der Schweiz würde somit zu einem Eingriff in die "f':'fff allgemeine Umstellungsvorschrift des § 16 UmstG führen, de- . ■ fffffff Das Oberlandesgericht will somit durch - seine Präge- ■■'"f;>f Stellung im Ergebnis eine Entscheidung des Bundesverfassungs- ff gerichts darüber herbeiführen/ ob eine Bestimmung des Besät aungsr echt es wegen „seines Verstoßes gegen übergeordnete Völkerrechtsnormen nichtig'sei» Es kann' aher nicht in den Zuständigkeitsbereich des ;Bundesverfassungsgeri'chis fallen, unmittelbares Besatzungsrecht‘ auf seihe Rechtsvvirksamkeit zu -überprüfen und,' soweit es Bie RechtswirksämkeXt verneint, durch eine Entscheidung mit G-esetzeskraft (f 15hlÄbsi2 des BVerfGG) ah ändernd in Besatzungsfecht )einzügreif Die Prüfungs- ur.c; das von den Besatzungsmäch-ten herrührteg” gär nicht hätte begründen können., (Vgl Urteil des Bundesvei-fassungsgerichtn vom 8„ März 1953 - I BvL 1 1/51; Bonner Kommentar Art 123 GrundG Anm II 4a; Bachhof in Recht und Staat Nr 163/164 S 9 ff; zur Rechtsnatur Bes'Besatzungsrechts weiterhin Dolle 'in Pestschrift für Leo Raape 1948 S 149 £h59/; Stappert: Jahrbuch für internV und ausländisches Recht 1948/49 S 159 ff; Handbuch des Besatzungsrechts von Schmcller-fohler § 25 E l)> Dieser Sachverhalt hat nichts mit der Präge : zu tun, ob bei einer etwaigen künftigen Änderung des völkerrechtlichen Verhältnisses zwischen der Bundesrepublik und den. Besatzungsmächten, d„h, bei der vollen Rückgewinnung der deutschen Souveränität, auch das von den Besatzungsmächten herrührende Recht in dem Sinne voll gültiges Bundesrecht „würde (Art 123 - 125 GrundG), daß es dann der vollen deutschen Prüfungs- Zuständigkeit 5 auch der des Bundesverfassungsgerichts', unterläge, Denn dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Der -Sach.-vejrhalt hat auch nichts mit der Frage zu tun, ob nicht sämtliche' deutschen Gerichte auch, das Besatzungsrecht auf seine Vereinbarkeit mit übergesetzlichem Recht’etwa mit dem Gleich- . Denn hier erhebt sich.nur die Frage, ob durch positives Recht .eine besondere ausschließliche Zuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts zur .Prüfung von Besatzungsrecht auf seine Vereinbarkeit mit' deutschem Verfassungsrecht oder. von dem Oberlandesgericht Hamm vertretenen Auffassung nicht''.Besaüziffi^ setzgehern- erlassenen und. Nach Ziffer 2 lit f des Besatzungsstatuts haben sich die Besatzungsmächte die Beachtung des Grundgesetzes auch ' j ■^insoweit Vorbehalten, als sein Verhältnis zu dem Besatzungs- hi :: recht in Brag e steht «u Gemäß Ei ff er 7 d es B e s at zu ng sstatut s', v \ ] besteht das; Besatzungsrecht bis huis'eiher ausdrück 1 ichen : Sow ei t nidhtt®ÄIft&; d i e I1 at s ach e, d aß das Bundesverfas--n sungsgericht seine Ent s ch e id u ng sg ew alt von dem durch Bes at zungs-recht mannigfach beschränkten deutschen VerfassUngsgesetzgebefit herleitet, seiner Prüfungszuständigkeit ih'Bezug auf das die dentsehe Rechtsordnung überlagernde Besatzungsrecht entgegen-steht, ergibt sich aus den angeführten .