Begl. Abschrift
BUNDESGERICHTSHOF
I ARZ 403/78 BESCHLUSS
in der Sache
Lebensversicherungs- und Rentenanstalt, Niederlassung für Deutschland, Hauptbevollmäehtigter Leitender Direktor ör* jur* Hans L^l^pstraße 8-10,
Antragstellerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
gegen
O^lstraße 47,
H*fc,
Antragsgegner,
Der I« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung am „6* April 1979 durch den Vorsitzenden Richter Dr, Frhr, v. Gamm und die Richter Alff,
Dr, Merkelf Dr., Schönberg und Rebitzki . ■ .
beschlossen:
Das Amtsgericht München wird als das örtlich zuständige Gericht bestimmt {§ 36 Nr* .0 ZPO).
Diese Entscheidung ergeht gerlchtsge-bührenfrei? die Erstattung der sonstigen Kosten richtet sich nach der Kostenentscheidung in der Hauptsache*
Gründe
X» Die Antragstellerin, eine Schweizer Versicherungsgesellschaft, hat ihre Niederlassung für Deutschland in München. Den Sitz ihrer Niederlassung sieht sie als ihren allgemeinen Gerichtsstand nach § 17 ZPO an und hat daher beim Amtsgericht München gegen den Antragsgegner den Erlaß eines Mahnbescheids beantragt (§ 609 Abs. 2 ZPO) * Das Amtsgericht München hat sich rechtskräftig für unzuständig erklärt. Es ist der Ansicht, die Antragstellerin habe im Inland keinen allgemeinen Gerichtsstand. Der Sitz der Verwaltung sei Zürich, die Niederlassung in München begründe keinen inländischen Gerichtsstand i.S* des § 689 Abs* 2 ZPO. Daher sei für den Antrag nach § 689 Abs. 2 Satz 2 ZPO das Amtsgericht Schöneberg in Berlin ausschließlich zuständig. Das Amtsgericht Schöneberg
in Berlin 1st demgegenüber der Ansicht, das Amtsgericht München sei zuständig, da der allgemeine Gerichtsstand einer ausländischen Versicherungsgesellschaft durch den Sitz der Niederlassung ln der Bundesrepublik Deutschland bestimmt werde» Die Niederlassung der Antragstellern für Deutschland sei München«
II* Gemäß § 36 Nr« € ZPO war das zuständige Gericht durch den Bundesgerichtshof zu bestimmen, da sich sowohl das Amtsgericht München als auch das Amtsgericht Schöneberg ln Berlin für unzuständig erklärt haben»
Für das Mahnverfahren nach § 689 Abs» 2 Satz 1 ZPO ist nunmehr - bis zur Erhebung des Widerspruchs (§ 696 Abs* t ZPO) bzw. bis zur Einlegung des Einspruchs (§ 700 Abs» 3 ZPO) - ausschließlich das Amtsgericht zuständig, bei dem der Antragsteller seinen allgemeinen Gerichtsstand hat«
Das ist bei einer juristischen Person das Amtsgericht ihres Sitzes (§ 17 Abs* 1 ZPO). Daran ändert sich grundsätzlich
auch nichts, wie der beschließende Senat ln seinem Beschluß
. • •
vom 7* Oktober 1977 (NCTW 1978, 321) ausgeführt hat, wenn der Antrag auf Erlaß eines Mahnbescheids durch eine Niederlassung der juristischen Person im Sinne des § 21 ZPO gestellt wird; denn der Gerichtsstand der Niederlassung nach § 21 ZPO ist ein besonderer Gerichtsstand für Passivklagen gegen das Unternehmen, die sich auf den Geschäftsbetrieb der Niederlassung beziehen«
Hier geht es jedoch um dec Sonderfall einer Versicherungsgesellschaft mit Sitz im Ausland, die im Inland eine selbständige Niederlassung unterhält« Diese Niederlassung besitzt zwar kein« eigene Rechtspersönlichkeit, sie 1st jedoch aufgrund der
- 4
gssstsXichsn Bonäm:r«?sl«ng in $$ 105 If BO so wttlbttl»* Ms%# 4s# sin 1a f TTmfti t grysyfcsto solt^shond vis
dM sadbstSadiga SM^qtanSaUtldwit n MhwMi ist, «1« bmatoa dar Baad—yrertcfetahof da «atom OrtaiX vm 11.a.1933 {MB I| 15« 421 stob« «MdI 1?« 71« 77) IWirtMt iw«. So «Br «ardtogt die iaUaUada «tow tuUndl-
Vsssiotamtsns 4Nks Asdsisiit; 4*1*# SteB4sssirfslolxtissBrt^tii Ste v«rsloAsrun**v«ssa {{ 10# Qy8) i Hoc slXslxtissr owff wwkwrttote MfcCHifawt to Inland to« dar nach | tod
k litoA könos© mss im 4i* ImliiiMsoh* imlpii4irldiiaftf diuroh #fs Ifssffl&lfrtfyol,I n5sfal»1 s%sti id^gmsohlossss wdm (§ 101 V3M2) I 4ss Vtifuf^rgn 4ss of ff#4Tl swisn-niy ftssotmommtoc4i) tt&im
f« WSTillll) Sll# JjNfc SO ff4s1WMP#SS#si liSft j-
mm ml# flftnuliwtfss ssnSssss4?sAsfaftssMss
«uta ton (S 110 DAO}, toUrtlldi is« ud> § 109 Aba. 1 DAO das Qardabk to Mladartoaamg Hr AhmMIii« aoa dm InUndlmhsn itowdobaraagagwahtt« angtSadd«. tow aathAlt dtom «■■timing Abantmaadg «to I SI BO atoa «ntapraobaade B*9«loag fta Abttogxosasaa to toiUWkaft. Aswh bad dar ^gbdOniMy 4tSS 5 55# t90 irit #*to^ayy> Rlgbl btglgktloht 1 gt
«ordan. to toaafc dar utoum; dm 8 659 sso« dar «tr *•-afj^^^ffn^nidjq^g <w^ vspsSsliiolyBtofl 4ss ifsIiisvsifMims&s sins ns** (MhliiUa Bssrbsitaos sslSAt «»4 fmraS* i» msSliSt mst OsoSmsSsmmliMm nils ‘sAsss VAsAss&A von &s%g&9sxi 4 is ssnfejtsi# SnsfcS&MsksiS dAS Mtfififiits m Mss 4ss Qlivblfifi ssosS* not# rsofcfcfsrfclft ss i«4oo& jsd#»£*ils Obr Ms Amm&is&g 4ss $ 55$ Alm« 2 WfOt tai&iuUsqh* JUsdsrlaßaungun son ausl&ndi-
»
5 —
sehen Versicherungsunternehmen wie selbständige Rechtspersönlichkeiten su behandeln und dementsprechend den Sitz der Niederlassung als maßgebend für die Zuständigkeit des Amtsgerichts anzusehen,
v, Gamm Rebitzki