BGH · IX ZR 61/76 vom 13.03.1980
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Der IX* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat ohne mündliche Verhandlung durch die Richter Dr* Thumm, Zorn, Portmann, Dr* Lang und Gärtner für Recht erkannt: Die Behörde lehnte durch Bescheid vom 29* September 1970 diese Anträge ab, weil das Land Niedersachsen nicht nach § 185 Abs* 2 Nr* 5, b BEG zuständig sei* Klage und Berufung blieben ohne Erfolg* Mit der Revision verfolgt der Kläger den Anspruch auf Zahlung von 10*000 DM Kapitalentschädigung für Schaden in der Ausbildung, vorsorglich auf "Entschädigung nach dem Härteausgleich" weiter* Das Berufungsgericht verneint den Klageanspruch, weil das in Anspruch genommene Land nach § 185 Abs* 2 Nr* 3 b BEG nicht zuständig sei* Die Voraussetzungen des § 4 Abs* 1 Nr. 1 c BEG seien beim Kläger nicht erfüllt, da er 1942 nicht aus dem Reichsgebiet nach dem Stande vom 31* Dezember 1937 ausgewandert sei* Als tschechoslowakischer Staatsangehöriger sei er nur in seine Heimat zurückgekehrt* Auch auf § 4 Abs* 2 BEG könne sich der Kläger nicht berufen, weil er das Reichsgebiet nicht aus den Verfolgungsgründen des § 1 BEG verlassen habe* Da der Kläger stets tschechoslowakischer Staatsangehöriger war, ist er nicht gemäB § 4 Abs* 1 Nr* 1 c BEG aus dem Reichsgebiet ausgewandert (BGH RzW 1963# 108; ständig)* In Betracht käme daher nur eine Anspruchsberechtigung nach § 4 Abs* 2 BEG nF, wenn er aus den Verfolgungsgründen des § 1 BEG seinen Wohnsitz aus dem Reichsgebiet nach Prag verlegt hätte* Der Tatrichter ist auf Grund seiner Tatsachenund Beweiswürdigung aber davon überzeugt, daß der Kläger sich nach Prag begab, weil er in seinem Heimatland bessere berufliche Möglichkeiten sah und annehmen konnte, dort den kriegsbedingten Dienstverpflichtungen zu entgehen.