BGH · IX ZR 32/91 vom 07.11.1991
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dr. Schmitz, Dr. Kreft, Dr. Fischer, Dr. Zugehör und Dr. Ganter am 7. Die Annahme der Revisionen der Parteien gegen das Grund- und Teilurteil des 13. Die tatrichterliche Feststellung, die Klägerin habe sich bei Abschluß des Vergleichs über die Tragweite der Vergleichsregelungen zu Ziff.1, 2, 4 geirrt, wurde auf eine Gesamtwürdigung aller maßgeblichen Beweisumstände gestützt und läßt keinen Rechtsfehler erkennen. Die Auffassung des Berufungsgerichts, der Beklagte zu 1) habe seine Pflicht aus dem Anwaltsvertrag schuldhaft verletzt, indem er die Vor- und Nachteile des vorgesehenen Vergleichs nicht mit der Klägerin erörtert habe, ist nicht zu beanstanden (vgl. 3. Einwandfrei ist auch die tatrichterliche Feststellung, die Klägerin hätte, wenn der Beklagte zu 1) die vorgesehenen Vergleichsregelungen mit ihr erörtert hätte, wegen des dann erkannten Ausmaßes ihrer Gesamtverpflichtung den Vergleich nicht geschlossen. 4. Im Ergebnis ist das Berufungsgericht ohne Rechtsverstoß davon ausgegangen, daß der Klägerin durch den Vergleichsschluß mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schaden entstanden ist. Dafür genügt die - sich aus dem Zusammenhang des Urteils ergebende - Feststellung, daß die Klägerin keinesfalls - entsprechend Ziff.2 des Vergleichs - die gesamten Verbindlichkeiten von etwa 420.000 DM auf den beiden Eigentumswohnungen in Schorndorf, die ihr Ehemann für seine Steuerberaterpraxis erhalten sollte, ohne Ausgleich übernommen hätte.