BGH · IX ZR 318/95 vom 10.10.1996
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Brandes und die Richter Kirchhof, Dr. Fischer, Dr. Zugehör und Dr. Ganter am 10. Die Revision der Beklagten zu 3) gegen das Urteil des 12. Nach dem Kaufvertrag der Kläger mit der Münchner Treuhandgesellschaft für Immobilienfonds waren die von der Zwangsverwalterin eingenommenen Mietzinsen in ein Gesamtkonzept zur Finanzierung des Kaufpreises eingebunden und dazu an die Kläger abgetreten. Die Kläger durften darauf vertrauen, daß sich die Beklagte im Rahmen der länger dauernden Umschuldungsverhandlungen mit den Bestimmungen des Kaufvertrages bekannt machte. Wenn die Beklagte auf Forderungen verzichtete, um die Finanzierung zu ermöglichen, so konnten die Kläger nach Treu und Glauben (§ 157 BGB) davon ausgehen, daß sich dies auch auf die an sie abgetretenen Mietzinsen bezog, daß die Beklagte also nicht das gemeinsam erarbeitete Finanzierungskonzept durch Rückgriff auf Forderungen gegen den früheren Eigentümer störte. Sein bloß geheimgebliebener Vorbehalt, dennoch auf Erträge aus der Zwangsverwaltung zuzugreifen, ist für die Auslegung des geschlossenen Verzichtsvertrages unerheblich.