BGH · IX ZR 256/66 vom 20.06.1968
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Von Rechts wegen Der 1902 geborene Kläger war seit 191B im Viehhandelsgeschäft seines Vaters tätig. Der Kläger hat eine Kapitalentschädigung von 6151 DM wegen Beschränkung in selbständiger Erwerbstätigkeit vom 1. Mit der Revision begehrt der Kläger die Verurteilung des beklagten Landes zur Zahlung einer Rente gemäß § 83 BEG. Bas Land bittet um Zurückweisung des Rechtsmittels, Ent scheidungs gründe j.Der Berufungsrichter hat die Einstufung in den einfachen Dienst bestätigt, da der Kläger bei Beginn der Beeinträchtigung am 1, April 1933 das nach seinem damaligen Lebensalter für die Einreihung in den mittleren Dienst erforderliche Durchschnittseinkommen (§76 Abs, 1 BEG) von 3,100 RM nicht erreicht habe. Der Einstufung sind auch nicht, wie die Revision meint, die in der Steuerliste aufgeführten Gewerbeerträge zugrunde gelegt worden; der Geschäftser-trag für die Jahre 1930 bis 1933 wurde vielmehr nach den Umsatzangaben des Zeugen ermittelt. Als unbegründet erv/eist sich die Auffassung der Revision, daß der Kläger nach § 76 Abs«, 1 Satz 5 BEG wie ein Berufsanfänger eingestuft werden könne (RzW 60, 272)o Bas angefochtene Urteil geht allerdings auf diese in der Berufungsinstanz von beiden Parteien angeschnittene Frage nicht ein«,Bas nötigt jedoch nicht zur Aufhebung des Urteilso Bei der Übernahme des Geschäfts im August 1931 war der Kläger bereits mehr als ein Jahrzehnt darin tätig» Nach seinem eigenen Vortrage war er schon vor der Übernahme^die Seele des Geschäfts11 gewesen» Er hat sich ausdrücklich auf die Auskunft der Gemeindeverwaltung berufen, nach der von den beiden mittätigen Brüdemr-er an maßgeblicher Stelle ^tand, weil er über die größeren kaufmännischen Kenntnisse verfügte» Weiter hat er vorgetragen, sein Vater habe in den letzten Jahren vor seinem Ausscheiden wegen hohen Alters kaum noch eine wesentliche Tätigkeit entfaltet; der Geschäftsertrag habe schon vor der Übernahme im wesentlichen auf seiner, des Klägers, Tätigkeit beruht« Bas Berufungsurteil bezieht sich auf diesen Vortrag» Bas Vorbringen läßt keinen Raum für die Annahme, daß der Kläger erst am Anfang der Ausübung seines Berufs als Viehkaufmann gestanden habe (§76 Abs« 1 Satz 5 BEG)» Es genügt nicht, daß er ein seit Jahren von ihm maßgeblich mitbestimmtes Handelsgeschäft nunmehr als Inhaber betrieb« Ber Übergang von der unselbständigen in die selbständige Erwerbstätigkeit rechtfertigt die Behandlung als Berufsanfänger dann, wenn die neue Stellung persönliche Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkei- ten verlangt9 die in der bisherigen abhängigen Stellung nicht erworben wurden« Nur solche beruflichen Entwick-lungsmoglichkeiten können berücksichtigt werden, die sich aus der Afccignung dieser für die Betriebsführung wesentlichen Kenntnisse und Fähigkeiten ergeben hätten« Deshalb ist insbesondere auch die Erwägung der Revision irrig, daß ein konjunktureller Aufschwung des Viehhandels nach 1933 in diesem Zusammenhänge von Bedeutung sei«