BGH · IX ZR 239/67
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der IXo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Mai und der Bundesrichter Wüstenberg, Br* Graf, von der Mühlen und Zorn auf die mündliche Verhandlung vom 3» Oktober 1968 Im Dezember 1942 wurde es mit unbekanntem Ziel deportiert» Die BntSchädigungsbehörde hat den 8» Mai 1945 als Zeitpunkt seines Todes angenommen (§ 180 Abs» 1 BEG)» Der Kläger verlangt eine Kapitalentschädigung von 10„000 DM für den Ausbildungsschaden seiner Tochter» Die Entschädigungsbehörde hat diesen Anspruch ab-gelehnt« Die Klage blieb erfolglos„ Auf die Berufung des Klägers hat das Oberlandesgericht das Land zur Zahlung von IQoOOO DM verurteilt. Mit der Revision beantragt das Land, die Berufung zurückzuv/eisen. Mit Recht geht der Berufungsrichter davon aus, daß der Schaden im Sinne des § 115 BEGin dem Mangel der Ausbildung als solchem liegt und nicht in den erwerbswirt-schaftlichen Nachteilen? einem Ausbildungsmangol verbunden sind, wobei das Gesetz aus Gründen seiner Durchführbarkeit im Binzelfall auf den Nachweis solcher Nachteile verzichtet0 Wie in dem angeführten Urteil dargelegt, fehlt es deshalb an einer Grundlage für die Entschädigung des Ausbildungsschadens, wenn eine Benachteiligung in der Nutzung der Arbeitskraft nicht denkbar ist, weil der Verfolgte das Ende seiner gesetzlichen Schulpflicht und damit das Erwerbsalter nicht mehr erlebt hat* Entgegen der früher auch in einzelnen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vertretenen Meinung (vgl* RzW I960, 274) gewährt § 115 BEG keinen Ausgleich für den immateriellen Schaden durch rechtswidrige Vorenthaltung von Ausbildungc Wegen der Rechtslage im einzelnen kann auf die angeführte Entscheidung vom 120 Dezember 1968 verwiesen werden« Da der Kläger keinen Entschädigungsanspruch war das Urteil des Landgerichts v/iederherzustelleno Senatspräsident Mai ist beurlaubt und verhindert zu unterschreibenp Wüstenberg Wüstenberg Graf von der Mühlen