BGH · IX ZR 230/97 vom 04.11.1997
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Paulusch und die Richter Dr. Kreft, Stodolkowitz, Dr. Zugehör und Dr. Ganter am 24. Zur Begründung dieses Antrags trägt sie unter Glaubhaftmachung vor: Die zuständige Büroangestellte ihrer Prozeßbevollmächtigten habe, nachdem sie, die Klägerin, schon nach Zugang des Terminsprotokolls erklärt habe, es solle Revision eingelegt werden, nach Eingang des Berufungsurteils den Ablauf der Revisionsfrist im Fristenkalender für Montag, den 7. Nach dem durch anwaltliche Versicherung ihres Berufungsanwalts glaubhaft gemachten Vorbringen der Klägerin hatte die für die Notierung der Rechtsmittelfristen zuständige Mitarbeiterin im Büro ihrer Prozeßbevollmächtigten die generelle Anweisung erhalten, Fristen in Revisionssachen nur dann zu löschen, wenn sie entweder hierzu vom Anwalt konkret angewiesen wurde oder die "Fristübernahme" durch den Revisionsanwalt schriftlich vorlag oder schließlich die schriftliche Weisung des Mandanten, daß keine Revision eingelegt werden solle, zu den Akten gelangt war. Wie der Berufungsanwalt weiter anwaltlich versichert hat, ist jene Angestellte als älteste Mitarbeiterin im Büro seit sieben Jahren für die Notierung der Rechtsmittelfristen zuständig; ihre Tätigkeit wird danach regelmäßig, wenigstens einmal im Monat, durch stichprobenartige Durchsicht des Fristenkalenders und einen Vergleich mit der einem Eintrag zuzuordnenden Akte überprüft. Dem zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten der Klägerin fällt danach kein Organisationsverschulden zur Last.