BGH · IX ZR 176/71
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zu den 1956 angemeldeten Insprüchen auf &itSchädigung für Schaden an Freiheit und an Körper oder Gesundheit behauptete die Klägerin: Sie sei 1945 vom Ghetto Warschau in das Konzentrationslager Majdanek» von dort nach Auschwitz und Snde September 1944 nach Bergen-Belsen verbracht worden* Im Juni 1945 sei sie nach Polen zurückgekehrt» habe ihr Heimatland aber 1950 wegen des kommunistischen Regimes und der Bedrohung durch den herrschenden Antisemitismus als Flüchtling im Sinne der Genfer Konvention zusammen mit ihrer Familie verlassen* Sie legte ein Januar 1937 gewährte der Regierungspräsident in Köln 9*600 XM für Schaden an Freiheit, lehnte aber den Anspruch auf Entschädigung für Schaden an Körper oder Gesundheit unter Hinweis auf § 164 BEG ab» Haohdem die Klägerin im Märe 1938 erneut alle Ansprüche nach dem BEG angemeldet hatte, wies die Landesrentenbehörde den Antrag auf Kapitalentschädigung und Rente wegen Schadens an Körper oder Gesundheit ebenfalls auf Grund des § 164 BEG am 17« September 1939 ab» Beide Bescheide wurden nicht an-gefochten» Die Klägerin hätte deshalb darlegen müssen, aufgrund welchen Saohrerhalts der Anspruch auf Entschädigung für Schaden an Körper oder Gesundheit erstmals begründet sei« Das sei in der Anmeldung vom 30« Dezember 1963 nicht geschehen« Ss handle sich um eine typische Globalanmeldung« Die wenig substantiierte Begründung des Anspruchs vom 1« Dezember 1969 sei verspätet 9 auch wenn man9 wozu der erkennende Senat neige9 die Begründungsfrist für Anmeldungen nach Art« III Nr« 1 BEG-SchlußG am 31* März 1969 enden lasse« Der Bundesgerichtshof hat entschieden9 welche Anforderungen an die Darlegung des den einzelnen Anspruch begründenden Sachvtr-halts nach $ 190 a BEG im ersten Verfahren, auch wenn es durch eine Anmeldung nach § 189 a Abs« 1 BBG oder einen Antrag nach Art« III Er« 1 BBG-SchlußG ausgelöst worden lst9 und im Angleichungsverfahren (Art« IV Er« 2, Er« 1 Abs« 1 a BBG-SchlußG) zu stellen sind (BGH HzY 1971, 449; 561, 362; 19729 31 Er« 21; 1975, 184; 237; 276; Urteil vom 27. für das erste und das Angleichungsverfahren entwickelten tze können jedoch nicht uneingeschränkt auf den vorlie-Sachverhalt übertragen werden« Sr weicht in entscheiden-Icten von den Umständen ab, die den bisherigen Urteilen jlesgeriohtshofs zu $ 190 a BEG zugrundeliegen« Der Vor-r Klägerin im Ausgangsverfahren ergab, daß sie nur nach BG entschädigungsberechtigt sein konnte« Sie hatte nach ogaben Polen wegen ihrer Ablehnung des kommunistischen und wegen dessen antisemitischer Maßnahmen verlassen D in Israel ihren Wohnsitz begründet« Dementsprechend lie nicht angefochtenen Bescheide vom 5« Januar 1957 September 1959 die allein auf die Ehtschädigungsberech-lach § 160 BEG gestützten Ansprüche wegen Schadens an oder Gesundheit gemäß § 164 BEG zu Recht abgelehnt« Diese Lft stand dem Anspruch auch nach dem durch Art« I BBG-geänderten Recht entgegen« Die allein in Betracht kommende bung nach Art« III Er« 1 BEG-SchlußG setzte neues Vor-zu einer anderen Anspruohsgrundlage voraus« Abs« 2 BEG-SchlußG ordnet die entsprechende Anwendung des § 190 a BK an« Sein Sinn und Zweck, den Antragsteller innerhalb bestimmter Frist zur Begründung des angemeldeten Anspruchs zu zwingen, weil sich die mangelnde Begründung, etwa hei Globalen* meldungen, als schwerwiegendes Hindernis für die Abwicklung der Entschädigungs verfahren herausgestellt hatte (BT-Drucks* 17/3423 Seite 16), trifft auch hier zu« Deshalb mußte die Klägerin dann, wenn sie nach dem BEG-Schlußgesetz Ansprüche auf einer anderen Anspruchsgrundlage als in dem durch unanfechtbare Entscheidung beendeten Verfahren geltend machen wollte, nioht nur den Anspruch bezeichnen, sondern gemäß $ 190 a BK auch den Sachverhalt, aus dem sich nach ihrer Ansicht eine neue Anspruchsgrundlage ergeben könnte, wenigstens in groben Zügen bis 31« März 1967 darstellen (so schon KH Beschluß vom 23« Februar 1973 - H ZB 556/Tt) Deus hat die Klägerin nicht getan« Sie hat erstmals am 1« Dezember 1969 behauptet, daß sie vor dem Verlassen Polens geheiratet habe und ihr Mann die Voraussetzungen der §§ 130 ff BK erfülle« Am 30« Dezember 1963 hatte die Klägerin die Entschädigungsansprüche aus allen Schadensarten nur angemeldet« Die vorge-druokten formelhaften Wendungen dieser Globalanmeldung sind keine Darstellung eines Sachverhalts« Sie erfordert eine Schilderung von Tatsachen, die sich auf die Person und das Schicksal des Antragstellers beziehen« Die vorsorgliche Anmeldung nach § 130 BK gleichlautend für alle Antragsteller, die bisher ihre Ansprüche als Staatenlose oder Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention geltend gemacht haben, enthält keinen die Klägerin betreffenden Sachvortrag« Der Bevollmächtigte behielt sich vielmehr eine "eventuelle Spezifizierung der Ansprüche nach $ 190 a BK" vor und kündigte nur an, die bisher unterbliebene Darstellung der tatsächlichen Voraussetzungen des § 130 BK später glaubhaft zu machen« Hach alledem let der gen&B Art« III Hr« 1 Ahe. 1 und 3 BEG-SchlußG erhobene Anspruch auf Entschädigung für Schaden an Körper oder Gesundheit,1 sofern er überhaupt bestanden haben sollte» gemäß Abs« 2 aaO» § 190 a Abs« 1 EEG seit 1« April 1967 erloschen*