BGH · IX ZR 175/72 vom 20.12.1973
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des 2« Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 16* August 1972 wird zurückgewiesen. Das Revisionsverfahren ist gebühren- und auslagenfrei; die außergerichtlichen Kosten trägt der Beklagte, Von Rechts wegen Tatbestand Die Kläger sind in ungeteilter Erbengemeinschaft die Erben des 1964 verstorbenen jüdischen Kaufmanns Rudolf B4R der durch die nationalsozialistische Verfolgung einen Berufsschäden erlitten hatte. Juni 1969 gewährte die Behörde der Erbengemeinschaft 16.001 DM Kapitalentschädigung und rechnete hierauf eine Vorleistung von 12,900 DM an. Mit der Klage verlangen die Kläger die Auszahlung der weiteren 16*001 DM an die Erbengemeinschaft* Das Landgericht hat der Klage stattgegeben* Hiergegen hat der Beklagte Berufung eingelegt* Diese hat er später auf einen Betrag von 9.551 DM beschränkt, weil er während des Berufungsverfahrens an die Erbengemeinschaft bereits weitere 6*450 GM Kapitalentschädigung gezahlt hat* Die Berufung ist erfolglos geblieben* Das Berufungsgericht geht davon aus, § 238a BEG regle nicht den Fall, daß von mehreren Berechtigten einer in einem Beziehungsland, der andere in einem Nichtbeziehungsland lebe* Da jedoch das BEG die Fälle abschließend auf gezählt habe, in denen ein Anspruch nicht bestehe oder erlösche, könne § 238a BEG nicht dahin verstanden werden, daß der Entschädigungsanspruch untergehe, wenn es sich bei den Berechtigten nicht ausschließlich um Personen handele, die ihren Wohnsitz in einem Beziehungsland haben* Wenn einer der Berechtigten in einem Nichtbeziehungsland lebe, vermindere sich auch nicht der Anspruch um seinen Anteil, weil § 238a BEG im Gegensatz zu dem vom Bundesgerichtshof in RzW 1959t 123 Nr. 23 entschiedenen Fall des § 7 Abs. 1 BEG keinen Strafcharakter habe. Auch Sinn und Zweck des § 238a BEG verlangten nicht, daß die Gesamthandsforderung der Erbengemeinschaft in einzelne Forderungen aufgeteilt und diese an die jeweils anspruchsberechtigten Mitglieder der Gesamthands-gtmeinschaft verteilt wurden. Dabei sei § 13 Abs.3 BEG entsprechend anwendbar, so daß der Anspruch des in einem Nichtbeziehungsland lebenden Erben den übrigen Erben als Voraus zustehe. Sie entsprechen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, daß der ganze Entschädigungsanspruch zu dem Nachlaß gehört, wenn von den mehreren Erben oder Erbeserben des Verfolgten auch nur einer die Voraussetzungen des $ 238a BEG erfüllt (Urteil vom 20.