BGH · IX ZR 171/91 vom 31.10.1991
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Merz und die Richter Dr. Kreft, Kirchhof, Dr. Zugehör und Dr. Ganter am 31. Der Antrag des Beklagten, den Wert seiner Beschwer auf mehr als 60.000 DM festzusetzen, wird zurückgewiesen. Die Beschwer des Beklagten, nach der sich gemäß § 546 ZPO die Statthaftigkeit seiner Revision beurteilt, entspricht daher dem Betrag, mit dem der Urteilstenor ihn belastet. Das Berufungsgericht hat bei der Festsetzung der Beschwer die nach einer übereinstimmenden Teilerledigungserklärung verbliebene, der Klägerin zugesprochene Restforderung in Höhe von 20.000 DM berücksichtigt, ferner zwei Hilfsaufrechnungen des Beklagten, über die das Berufungsgericht entschieden hat, in jeweils "mindestens" derselben Höhe. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. September 1962 - VII ZB 2/62, LM § 91 a ZPO Nr. 15 = NJW 1962, 2252 = MDR 1963, 44 = BB 1962, 1178) erhöhen die Kosten des laufenden Rechtsstreits den Streitwert nicht, solange auch nur der geringste Teil der Hauptsache im Streit ist. Dieselbe Auffassung vertrat der Bundesgerichtshof ursprünglich auch für die auf den erledigten Hauptsacheteil entfallenden Zinsen (vgl. Dezember 1957 seine Rechtsprechung geändert und fortan die Auffassung vertreten, der auf den erledigten Teil der Hauptsache entfallende streitige Zinsanspruch sei dem Wert der noch im Streit befindlichen Hauptsache hinzuzurechnen. Anhang § 12 GKG Stichwort "Erledigterklärung" An. d und in: Baumbach/Lau-terbach/Hartmann, ZPO 49. Juli 1988 (VIII ZR 289/87, MDR 1989, 58 = NJW-RR 1988, 1465) bei der einseitigen teilweisen Erledigungserklärung die Beschwer des Beklagten, der weiterhin die Erledigung bekämpft und die Klageabweisung erreichen will, grundsätzlich nach dem restlichen Betrag der Hauptsache unter Hinzurechnung der auf den erledigten Teil entfallenden Kosten bestimmt. - V ZR 234/81, ZIP 1982, 745) - hinsichtlich des für erledigt erklärten Teils nicht um Kosten, sondern um die Hauptsache gestritten und dem Streitgegenstand lediglich ein anderer Wert (der sich regelmäßig nach den bis zur Erledigungserklärung entstandenen Kosten richtet) beigemessen. Bei diesen handelt es sich um eine Nebenforderung, die nach § 4 Abs. 1 Halbsatz 2 ZPO den Streitwert und damit auch den Beschwerdegegenstand nicht beeinflußt. - wie die Revision geltend macht -, daß der Beklagte in der mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht erklärt hat, es komme ihm auf die Revisibilität der zu treffenden Entscheidung an, der Vorsitzende ihn daraufhin unter Hinweis darauf beruhigt hat, daß die Revisionsgrenze auf jeden Fall überschritten werde, weil die Kosten des erledigten Teils bei dem Streitwert hinzuzurechnen seien, und daß er Fehlt es daran, weil der Beklagte sich - aus welchen Gründen auch immer - auf die Aufrechnung nicht berufen hat und folglich auch nicht darüber entschieden werden mußte, ist das Bestehen der Aufrechnungslage für den Streitwert ohne Bedeutung. Hier ist der Beklagte über den Betrag von 60.000 DM hinaus nicht beschwert, weil ihm weitere Gegenforderungen Die Erwägung, daß der Beklagte im Prozeß auch anders hätte disponieren können - nämlich (ohne Erfolg) weitere Gegenforderungen hätte aufrechnen können -kann eine fehlende Beschwer nicht ersetzen. So wenig der Kläger nach abgewiesener Teilklage sich darauf berufen kann, daß er auch den ganzen Anspruch hätte einklagen können und dann eine entsprechend höhere Beschwer vorzuweisen hätte, so wenig kann der Beklagte des vorliegenden Verfahrens damit gehört werden, daß er mit weiteren Ansprüchen hätte aufrechnen können.