BGH · IX ZR 141/70
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Beklagten und Reyisionsbeklagten Der IX* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat ohne mündliche Verhandlung am 5« Oktober 1972 durch die Richter Wüstenberg, von der Mühlen, Zorn, Fuchs und Fortmann für Recht erkannt: Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 14* Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 1. Der Rechtsstreit wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch über die aufierge-richtlichen Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Juni 1961 für einen Leber-Parenchym-Schaden Anspruch auf Heilverfahren, lehnte aber eine KapitalentSchädigung und Rente ab, weil die verfolgungsbedingte Beeinträchtigung nur eine Minderung der Srwerbsfähigkeit von 10 $ verursache. Nach Auffassung des Berufungsgerichts kann dem zulässigen Angleichungsantrag nur entsprochen werden, wenn neue Erkenntnisse, zu denen die medizinische Wissenschaft oder die Rechtsprechung seit Erlafi der früheren Entscheidung gelangt seienf eine dem Berechtigten günstigere Beurteilung der festgestellten Schäden rechtfertige« Bas sei gegenüber dem Gutachten der Universitätsklinik Köln vom 29« Februar 1964, auf das sich das Urteil vom 2« Oktober 1964 stütze, nicht der Fall, Im übrigen sei das Gericht auch bei voller medizinischer Überprüfung an die im rechtskräftigen Urteil enthaltenen Feststellungen gebunden, daß die im Angleichungsverfahren noch geltend gemachten Gesundheitsstörungen, nämlich eine Schädigung des Herzens, ein Nieren-Parenchym-Schaden und insbesondere ein Leber-Parenchyn-Schaden, nicht vorlägen und dafi eine Typhuserkrankung als Ursache eines Leberschadens nicht bewiesen sei* Der Verwertung des im Angleichungs-Verfahrens beigebrachten Befundes vom Januar 1966 stehe die Bindungswirkung des Art* IV Nr* 1 Abs* 5 Satz 2 BEG-SchluSG entgegen* Wegen dieser Mängel wird das Urteil aufgehoben* Die Zurückverweisung gibt dem Kläger Gelegenheit, den medizinischen Sachverhalt voll nachprüfen zu lassen*