BGH · IX ZB 79/87 vom 10.12.1987
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Merz und die Richter Zorn, Fuchs, Gärtner und Dr. Schmitz am 10. Der Berufungsrichter verneint im Rahmen seines tatrichterlichen Verantwortungsbereichs die Zugehörigkeit des Klägers zu dem deutschen Sprach- und Kulturkreis in dem nach § 150 Abs. 1 BEG maßgeblichen Zeitpunkt. Dezember 1979 - IX ZR 96/76 lediglich ausgesprochen, daß bei einem Verfolgten, der als Kind von der Verfolgung getroffen wurde und deshalb keine Möglichkeit mehr hatte, bis zu dem maßgeblichen Zeitpunkt die schriftliche deutsche Sprache (sicher) zu erlernen, ebenso wie bei einem Verfolgten mit sehr niedrigem Bildungsniveau (dort zwei Klassen Grundschule) eine Diktatprobe nur einen sehr geringen Aussagewert dafür hat, welcher Sprache sich der Verfolgte zur maßgeblichen Zeit in seinem persönlichen Lebensbereich überwiegend bedient hat. Der Beschwerdeführer kann auch nicht damit gehört werden, daß die zuständige Entschädigungsbehörde des Landes bereits die Zugehörigkeit des Klägers zu dem deutschen Sprach-und Kulturkreis anerkannt und deshalb ihr Recht verwirkt habe, sich später auf das Fehlen dieser Anspruchsvoraussetzung zu berufen. Abgesehen davon, daß der Senat die Möglichkeit einer Verwirkung in den vom Kläger zitierten Entscheidungen nur in den Fällen der Versagung eines Anspruchs nach § 7 BEG anerkannt hat, eine Entscheidung, die in das Ermessen der Behörde fällt, handelt es sich im vorliegenden Fall um die Entscheidung des Tatrichters. Dieser hat jedoch von Amts wegen über das Vorliegen aller gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen zu entscheiden, ohne daß er - abgesehen vom Sonderfall des § 189 Abs.3 Satz 2 BEG - an eine Bejahung einer Anspruchsvoraussetzung durch das beklagte Land gebunden ist. Deshalb hat auch die Entschädigungsbehörde in in ihrem Schreiben an den Prozeßbevollmächtigten des Klägers vom 7.