BGH · IX ZB 64/75 vom 08.11.1977
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Die spätere Anerkennung einer jüdisch-rituellen Trauung als wirksame Eheschließung durch ein israelisches Rab-binatsgericht ist unbeachtlich, wenn die Ehegatten bis zu dem Verlassen des Vertreibungsgebiets keine Ehe in der Form der Rechtsordnung geschlossen haben, auf die das deutsche internationale Privatrecht (Art. 11 Abs.1, 13 Abs.3 EGBGB) verweist. Ohne Rechtsfehler verneint das Berufungsgericht ein Neuantragsrecht der Klägerin nach Art. Ill Nr. 1 Abs. 1 Satz 1 BEG-SchlußG mit § 150 BEG, weil die Klägerin selbst nicht dem deutschen Sprach- und Kulturkreis angehört und die Ehe, aus der sie ihre Anspruchsberechtigung nach § 150 Abs.3 BEG ableitet, bei ihrer Auswanderung aus Rumänien nach dem damals maßgeblichen rumänischen Recht rieht wirksam gewesen sei. An diese Anwendung und Auslegung des rumänischen Rechts ist der Senat gemäß § 209 Abs. 1 BEG, §§ 549 Abs.1, Nach Art. 11 Abs.1, 13 Abs.3 EGBGB ist dabei die Frage, ob eine rechtswirksame Ehe vorliegt und welche Bedeutung der rituellen Trauung der Klägerin zukommt, nur nach dem Recht ihres damaligen Heimatstaates, hier also nach rumänischem Recht, zu beurteilen. Das hat der Bundesgerichtshof zu dem gleichgelagerten Fall des § 17 Abs. 1 Nr. 1 BEG bereits entschieden (RzW 1971, 211 Nr. 8) und daran auch in einem weiteren, nicht veröffentlichten Beschluß vom 28. Da § 150 Abs.3 BEG ebenso wie § 1 Abs.3 BVFG für das Bestehen der Ehe spätestens auf das Verlassen des Vertreibungsgebietes oder den Verlust des Wohnsitzes im Vertreibungsgebiet abstellt und die Klägerin in diesem Zeitpunkt rumänische Staatsangehörige war, kommt ihrer Behauptung, ihre 1946 in Rumänien rituell geschlossene Ehe sei in Israel seit der Einwanderung rückwirkend als wirksam angesehen worden, hier keine ausschlaggebende Bedeutung zu.