BGH · IX ZB 32/93 vom 17.06.1993
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Brandes und die Richter Dr. Schmitz, Dr. Kreft, Dr. Zugehör und Dr. Ganter am 17. Die sofortige Beschwerde der Klägerin gegen den Beschluß des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg, 5. März 1993 bat die Beschwerdeführerin um Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist. April 1993 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und zugleich Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist bis zu dem 30. Zur Begründung führte sie aus, ein früherer Antrag auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist sei am 12. April 1993 hat das Oberlandesgericht die Berufung als unzulässig verworfen und den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zurückgewiesen, weil die versäumte Prozeßhandlung, nämlich die Berufungsbegründung, nicht innerhalb der Frist des § 234 Abs. 1 ZPO nachgeholt worden sei (§ 236 Abs. 2 Satz 2 ZPO). Ob Wiedereinsetzung in den vorigen Stand auch dann gewährt werden kann, wenn der Antragsteller behauptet, die Berufungsbegründungsfrist nur deshalb versäumt zu haben, weil ein Antrag auf Fristverlängerung ohne sein Verschulden fehlgeleitet worden sei, und innerhalb der Frist des § 234 Abs. 1 ZPO den Verlängerungsantrag - nicht aber die Berufungsbegründung - nachholt, ist umstritten (vgl. Juni 1990 - IX ZR 227/89, VersR 1991, 122; ferner OLG Karlsruhe MDR 1987, 240; Stein/Jonas/Schumann, ZPO 20. Das Oberlandesgericht hat die Wiedereinsetzung jedenfalls im Ergebnis zu Recht versagt, weil nicht glaubhaft gemacht ist, daß die Beschwerdeführerin oder ihren Prozeßbevollmächtigten an dem Unterbleiben eines rechtzeitigen Verlängerungsantrags kein Verschulden trifft. Falls der Prozeßbevollmächtigte die Abfertigung des Schreibens nicht selbst besorgt, sondern - was naheliegt - durch sein Büropersonal hat erledigen lassen, wäre auch eine eidesstattliche Versicherung des betreffenden Mitarbeiters vorzulegen gewesen. März 1993 oder ein Durchschlag, der in den Handakten des Prozeßbevollmächtigten verblieben sein müßte, wurden nicht vorgelegt. Hatte ihr Prozeßbevollmächtigter zu dem Zeitpunkt, als der neuerliche Antrag hinausging, bereits Kenntnis davon, daß der erste Antrag nicht bei Gericht eingegangen war, hätte schon jetzt ein Wiedereinsetzungsgesuch angebracht werden müssen. Ohne ein solches Gesuch ging ein zweiter Verlängerungsantrag - der auf den angeblich vorausgegangenen im übrigen nicht Bezug nahm - ins Leere, weil die Berufungsbegründungsfrist inzwischen abgelaufen war. Wußte der Prozeßbevollmächtigte noch nicht, daß der erste Antrag fehlgeleitet worden war und das Gericht nicht erreicht hatte, ist der Antrag vom 22.