BGH · IX ZB 769/72 vom 13.01.1976
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Ferner erhielt er auf einen Antrag aus dem Jahre 1965 Entschädigung wegen Auswanderungskosten, Am 1, April 1968 meldete er Entschädigungsansprüche wegen Schadens an Körper oder Gesundheit an und erbat Wiedereinsetzung in den vorigen Stand mit der Begründung, er sei erst Anfang 1968 ärztlich über die Schwere seines Krankheitszustandes aufgeklärt worden. Der Berufungsrichter führt zutreffend aus, daß eine Wiedereinsetzung in die Frist des § 189 a Abs« 1 BEG nicht statthaft ist (BGH RzW 1969, 505 Nr« 51; ständig)« Die Voraussetzungen für ein Nachschieben gemäß § 189 a Abs« 2 BEG verneint der Berufungsrichter mit der tatrichterlichen Feststellung, seit 1964 sei eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes nicht eingetreten; wenn daher jetzt eine verfolgungsbedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit von 25 % bestehe, so habe diese auch schon vor dem 31« Dezember 1964 Vorgelegen« Auch das ist rechtlich unbedenklich« Die Aufklärung des Klägers darüber, daß die Minderung seiner Erwerbsfähigkeit 25 % oder mehr betrage, gehört nicht zu den Tatsachen im Sinne des § 189 a Abs« 2 Satz 1 BEG, auf die der Anspruch gestützt wird« Der Entschädigungsanspruch bestand unabhängig davon, ob er erkannt wurde (BGH aaO)« Das Ereignis, welches die Jahresfrist des § 189 a Abs« 2 Satz 2 BEG in Lauf gesetzt hat, nämlich das Eintreten anspruchsbegründender Tatsachen erst nach dem 31* Dezember 1964, muß als Voraussetzung für die Anwendung der Vorschrift festgestellt werden (BGH RzW Für Fälle, in denen schon früher ein Antrag auf Entschädigung rechtswirksam gestellt, der später verfolgte Anspruch dabei jedoch nicht angemeldet worden ist, regelt § 189 a BEG die Frage des Nachschiebens und der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand für die Zeit ab 18. Daneben kann nicht auf die Wiedereinsetzung in die versäumte Antragsfrist nach § 189 Abs.3 BEG zurückgegriffen werden.