BGH · IX ZB 671/71 vom 30.01.1973
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Ist ein Verfolgter nach diesen Vorschriften entschädigungsberechtigt, so ist es auch sein ebenfalls verfolgter Ehegatte, der sich mit ihm zusammen von dessen Angehörigen (§4 Abs. 5 BEG) im Geltungsbereich des BEG hat aufnehmen lassen. Januar 1973 durch den Vorsitzenden Richter Mai und die Richter Wüstenberg, Zorn, Puchs und Portmann beschlossen: Gründe Das Berufungsgericht ist davon ausgegangen, daß durch die Aufnahme des aus der DDR mit seiner Ehefrau übergesiedelten Klägers bei seinem Vetter in Hamburg eine anspruchbegründende Familienzusammenführung im Sinne von § 4 Abs. 1 Nr. lg, Abs. 5 BEG nicht begründet werde. Eine an Art. 6 Abs. 1 GG ausgerichtete Gesetzesauslegung führt dazu, die Entschädigungsberechtigung eines verfolgten Ehegatten auch dann anzuerkennen, wenn nur der andere, der ebenfalls verfolgt ist, die Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 Nr. lg, Abs. 5 BEG im Verhältnis zu einem Angehörigen in der Bundesrepublik erfüllt und beide Eheleute von diesem Angehörigen aufgenommen werden. Würde seine Entschädigungsberechtigung nicht durch die des Ehepartners vermittelt, so könnte jeder der beiden verfolgten Eheleute sich veranlaßt sehen, seine eigenen Angehörigen aufzusuchen, um für sich die Anspruchsberechtigung zu begründen, oder es könnte derjenige, der von der Teilnahme an der Übersiedlung des anderen zu dessen Angehörigen keine Anspruchsberechtigung zu erwarten hat, es vorziehen, in der DDR zu bleiben. Durch die Auslegung, die das Berufungsgericht den angeführten Vorschriften unter dem Gesichtspunkt der Fami-lieneinheit gegeben hat, wird wenigstens in den von der Anspruchsvermittlung erfaßten Fällen die Familienzusammenführung gefördert und die Gefahr einer Trennung der Eheleute und die Gefährdung ihrer Ehe vermindert.