BGH · IX ZB 667/69 vom 17.10.1972
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BEG § 209 Abs.1; ZPO § 377 Abs.4, § 398 Hat das beklagte Land ln seinen Schriftsätzen vom Kläger vorgelegte eidesstattliche Erklärungen von Zeugen erwähnt, ohne ihrer Verwertung als Zeugenaussagen zu widersprechen, so hat es damit sein Einverständnis mit dieser Verwertung zu erkennen gegeben. Gründe Das Berufungsgericht hat den von der Klägerin geltend gemachten Gesundheitsschadensanspruch abgelehnt, weil die allenfalls für sie in Betracht kommenden Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 Nr. 2 BEG nicht dargetan seien. Verwertung der eidesstattlichen Erklärungen einverstanden, so daß diese als vollwertige Zeugenaussagen anzusehen waren und es im Ermessen des Gerichts stand, ob es noch eine Vernehmung anordnen wollte (§ 209 Abs. 1 BEG, § 377 Abs.4, § 398 ZPO; BGH RzW 1967, 500 Nr. 16). Die Klägerin hat dadurch, daß sie in der Verhandlung vor dem Berufungsgericht die Vernehmung der Zeugen beantragt hat, nicht ihr Einverständnis mit der Verwertung der vorher vorbehaltlos vorgelegten Erklärungen zurückgezogen; ein solcher Widerruf hätte eindeutig in der Sitzungsniederschrift, in der der Antrag auf Vernehmung wiedergegeben ist, zu dem Ausdruck kommen müssen. Das beklagte Land hat in der Erwiderung auf die Berufungsbegründung die von der Klägerin vorgelegten Erklärungen erwähnt, ohne ihrer Verwertung zu widersprechen. Der dabei nur vorsorglich gestellte Antrag, die entsprechenden Zeugeneinvernahmen durchzuführen, sowie der in der mündlichen Verhandlung gestellte entgegengesetzte Antrag, von einer Vernehmung abzusehen, weil die Voraussetzungen des § 4 BEG überhaupt nur mit amtlichen Unterlagen bewiesen werden könnten, lassen nicht klar erkennen, daß es von dem allgemeinen Brauch, eidesstattliche Erklärungen auch in gerichtlichen Entschädigungsverfahren wie Zeugenaussagen anzuerkennen, abweichen wollte. Jedenfalls hat das beklagte Land in der mündlichen Verhandlung der Verwertung der Erklärungen nicht eindeutig widersprochen und damit ein etwa noch bestehendes Recht, die Verwendung der Erklärungen als Zeugenaussagen zu beanstanden, nach § 209 Abs. 1 BEG, §§ 295, 523 ZPO verloren.