BGH · IX ZB 587/71 vom 06.05.1975
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Gründe Das Berufungsgericht geht zu Recht davon aus, daß die Untätigkeit der Klägerin im Entschädigungsverfahren allein nicht als Verzicht im Sinne des Art. IV Nr. 2 BEG-SchlußG gewertet werden kann (BGH RzW 1969, 357 Nr. 39). Der Anspruch ist durch den Bescheid vom 29. Dieser unanfechtbar gewordene Bescheid steht einer neuen Entscheidung über den Gesundheitsschaden entgegen, weil er den Anspruch auf Rente nicht aus medizinischen Gründen abgelehnt hat. In diesem Fall kommt es auf die Beweggründe der Klägerin für ihr Verhalten nicht an, wie der Bundesgerichtshof in RzW 1969, 361 ausgesprochen hat. Sie hat sich lediglich in der Berufungsbegründung zur Untermauerung ihrer Rechtsansicht, ihr stehe ein An-gleichungsrecht nach Art. IV BEG-SchlußG zu, darauf berufen, auch bei der hier zu entscheidenden Rechtsfrage müsse entsprechend den vom Bundesverfassungsgericht in der Entscheidung RzW 1970, 160 entwickelten Grundsätzen das Gebot der Rechtssicherheit hinter dem der materiellen Gerechtigkeit zurücktreten.