BGH · IX ZB 432/70
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bas Berufungsgericht hat einen Entschädigungsanspruch Klägerinnen wegen Schadens ln beruflichen Fortkommen nach den verstorbenen Br. verneint, weil der Erblasser die Voraussetzungen des § 64 Abs. 1 BEG nicht erfüllt habe. Es hat dabei insbesondere geprüft, ob der Erblasser Vertriebener in Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 1 BVFG gewesen ist (§ 64 Abs. 1 Satz 2 BEG). April 1963 aufgehoben worden war, ist es zu dem Ergebnis gelangt, daß Japan teein allgemeines Vertreibungsgebiet war und daß der Erblasser bei seinem Verbleiben in Japan nicht von der Vertreibung erfaßt worden wäre. Die Ausführungen des Oberlandesgerichts zu den Fragen, ob Japan allgemeines Vertreibungsgebiet war und ob der Erblasser von der Vertreibung erfaßt worden wäre, liegen im Verantwortungsbereich des Tatrichters. war es nicht gehalten, nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs RzW 1962, 368 Nr. 30 grundsätzlich davon auszugehen, daß der Erblasser von der Vertreibung erfaßt worden wäre. Wenn nämlich in den Fällen des § 1 Abs. 2 Nr. 1 BVRG der Verfolgte aus einem Land ausgewandert ist, aus dem Deutsche nicht allgemein vertrieben worden sind, dann bedarf es in jedem Einzelfall der Prüfung, ob der Verfolgte von einer späteren Vertreibung erfaßt worden wäre. Japan gehört nicht zu den in § 1 Abs. 2 Nr. 3 BVFG genannten Gebieten, aus denen Deutsche allgemein vertrieben worden sind. Da das Berufungsgericht für Japan eine allgemeine Vertreibung der Deutschen verneint hat und §154 Abs. 1 BEG aF einen Anspruch wegen Berufsschadens nur gewährte, wenn der Verfolgte vor der allgemeinen Vertreibung ausgewandert ist, ist die Neufassung des §154 Abs. 2 BEG im Palle Japans ohne Belang.