BGH · IX ZB 306/68
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Berufungsgericht hat die Berufung des beklagten Landes gegen das Urteil der 2, EntschUdigungskarnmcr dos Landgerichts Düsseldorf vom 15» September 1967 mit der Begründung zurückgewiesen, daß das beklagte Land nicht berechtigt gewesen sei, durch den Änderungsbeocheid vom 160 Januar 1967 den Hundertsatz der Gesundhoitsschadensrente der Klägerin mit Y/irkung vom 10 September 1965 von 40 auf 35 i horabzusc fczcn0 Dem Erlaß des Änderungsbeocheides vom 160 Januar 1967 stünden in erster Linie das rechtskräftige Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 22„ Dezember 1964 und der daraufhin erlassene Bescheid der Entschädigungsbehörde vom 4» August 1965 entgegen, wodurch der Hun-dertsatz der Gesundheitsschadensrente auf 40 % festgesetzt worden war. daß Artikel II der 7» ÄnderungsVO zur 20 DV-BEG eine Herabsetzung dos I-Iundertsatzes zuließe, hat der Berufungsrichter die unter Heranziehung dos § 15 a Abs» 1 Nr» 3 und Abs» 3 der 2, DV-BEG vorgenommene Kürzung des Hundertsatzes um 5 e/o materiellrechtlich für nicht begründet erachtete Gemäß § 31 Abs» 4 BEG, § 15 Abs- 2 der 2» DV- BEG könnten auch nach Aufnahme des § 15 a in die 2» DV-BEG aufgrund der allgemeinen persönlichen Verhältnisse eines Verfolgten, insbesondere der Art und Schwere seiner körperlichen Versehrtheit, anhaltende Schmerzen bei der Bemessung dos Hundertsatzes durch einen Zuschlag, hier von 2,5 berücksichtigt v;erden» Perncr sei auch der Abschlag von 2,5 vom Hundertsatz der Rente wegen der Höhe des Einkommens des Ehemannes der Klägerin nach § 15 a Abs, 3 der 2» DV-BEG nicht berechtigt gewesen, weil die Klägerin nicht nach ihrem Ehemann, sondern nach ihrem Vater in eine vergleichbare Beamtengruppe eingeroiht worden sei0 Diese Ausführungen tragen im Ergebnis die Abweisung der Berufung des beklagten Landes, Zwar hat der Bundesgerichtshof in dem in RzW 1968, 360 veröffentlichten Urteil vom 10, Januar 1968 entschieden, im Palle einer seit dem 18, September 1965 eingetretenen wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, der durch einen nach der Ver- Es mag dahinstehen, ob dieser Grundsatz auch dann gilt, wenn - wie im vorliegenden Pall - die Neufestsetzung des Hundertsatzeo nach §§ 15, 15 a der 2„ DV-BEG nicht mit der Neufestsetzung der Rente aufgrund der linearen Rentenerhöhungen gemäß der 7» ÄnderungsVO zur 2» DV-BEG gekoppelt ist» Es braucht hier auch nicht entschieden zu werden, ob der Vorbehalt zu dem Widerruf des Bescheides über die Pestsetzung der linearen Rentenerhöhungen im Bescheid vom 10„ Oktober 1966 gemäß § 177 a BEG zulässig war» Der Änderungs-bescheid vom 16» Januar 1967 ist von dem Berufungsgericht-nämlich deshalb zu Recht für sachlich nicht begründet angesehen worden, weil § 15 a der 2. Der sofortigen Beschwerde ist zwar zuzugeben, daß Schmerzen im Rahmen von § 15 der 2» DV-BEG nur noch unter besonderen Umständen zu einer Erhöhung des Hundertsatzes der Rente führen können» Dies ergibt sich aus § 15 a Abs» 1 der 2» DV-BEG, wonach für den Regelfall nur unter den besonders aufgeführten Voraussetzungen ein Zuschlag vorzunehmen ist» Solche besonderen Umstände können in der anhaltenden Dauer und dem besonderen Ausmaß der Schmerzen liegen» Die sofortige Beschwerde geht davon aus, daß das Berufungsge- Der Berufungcrichter hat ferner zu Recht die Möglichkeit eines Abschlages vom Hundertsatz der Rente gemäß § 15 a Abs» 3 der 2» BV-BEG verneint» Diese Vorschrift kann weder unmittelbar noch entsprechend auf den Fall angewandt werden, daß eine Verfolgte nach ihrem Vater in \cine vergleichbare Beamtengruppe eingestuft worden ist (vgl» BGH RzW 1968, 67 Nr» 9).