BGH · IX ZB 174/74 vom 26.06.1974
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Ein Beschluß, durch den die Berufung nach § 519 b ZPO verworfen worden ist, kann von dem Gericht, das ihn erlassen hat, nicht aufgehoben werden, wenn sich herausstellt, daß er auf unzutreffender Tatsachengrundlage beruht (Übereinstimmung mit BAG NJW 1971, 1823). Gründe Die Klägerin legte gegen das Urteil des Landgerichts vom 13. schrift bei der Geschäftsstelle des Berufungsgerichts ein, das daraufhin am nächsten Tag seinen Verwerfungsbeschluß vom 3. Die gegen den VerwerfungsbeSchluß gerichtete Beschwerde der Klägerin ist zulässig (§§ 209 Abs.1, 221 Abs.1, 223 BEG, § 519 b Abs. 2 ZPO). Das Gericht, das ihn erlassen hat, ist daran gebunden und darf ihn selbst dann nicht ändern, wenn er mit einer zulässigen Beschwerde angefoch-ten wird (§ 209 Abs. 1 BEG, §§ 318, 577 Abs.3 ZPO). Zivilsenat des Bundesgerichtshofs NJW 1973, 1197 offengelassene Frage, ob ausnahmsweise die Änderung oder Aufhebung eines der sofortigen Beschwerde unterliegenden Beschlusses innerhalb der Beschwerdefrist im Falle einer offensichtlichen Fehl ent sehe idling zulässig sei, ist für den auf unzutreffender Tatsachengrundlage beruhenden Verwerfungsbeschluß (§ 519 b ZPO) im Interesse der Rechtssicherheit zu verneinen. Ein zeitraubendes und Kosten verursachendes Beschwerde-verfahren läßt sich in aller Regel dadurch vermeiden, daß vor Verwerfung der Berufung der Berufungskläger gemäß § 209 Abs. 1 BEG, § 139 Abs. 2 ZPO auf die Bedenken gegen die Zulässigkeit des Rechtsmittels hingewiesen wird. Da die Klägerin ihre Berufung rechtzeitig und auch sonst ordnungsgemäß begründet hat (§ 209 Abs. 1 BBC, §519 ZPO) und auch im übrigen gegen die Zulässigkeit des Rechtsmittels keine Bedenken bestehen, ist der an-gefochtene Beschluß aufzuheben.