BGH · IX (IV) ZB 319/67 vom 21.02.1968
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
DV-BEG § 7 Ein Anspruch auf Rente für Schaden an Körper oder Gesundheit ist nicht im Sinne dos Art. IV Nr. 1 Abs. 1 a des BEG-SchlußG aus medizinischen Gründen abgelehnt, wenn die Ablehnung damit begründet ist, daß wegen der Weigerung des Verfolgten, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, die Feststellung eines verfolgungsbedingten Schadens an Körper oder Gesundheit nicht möglich sei, und daß auch die Voraussetzungen des §17 der 2. In den Gründen ist ausgeführt, der Antragsteller habe eine ärztliche Untersuchung abgelehnt; es sei daher nicht möglich, festzustellen, ob bei ihm ein verfolgungsbedingter Schaden an Körper oder Gesundheit vorliege; gemäß § 7 der 2. Den vom Kläger gemäß Art. IV Nr. 1 Abs. 1 a BEG-SchlußG gestellten Neuantrag hat die Entschädigungsbehörde abgelehnt. Nach der Angleichungsvorschrift des Art. IV Nr. 1 Abs. 1 a BEG-SchlußG ist auf Antrag des Berechtigten erneut über einen Anspruch auf Entschädigung für Schaden ari Körper oder Gesundheit zu entscheiden, wenn der Anspruch auf Rente aus medizinischen Gründen in vollem Umfang abgelehnt worden ist. Mit dieser Vorschrift sollen alle Fälle erfaßt werden, in denen sich eine frühere medizinische Auffassung über die Verfolgungsbedingtheit eines Leidens durch Neuerkenntnisse der medizinischen Wissenschaft oder durch neue Grundsätze der Rechtsprechung geändert hat und nach der heutigen Beurteilung ein vcrfolgungsbedingtes Leiden anerkannt werden würde (Bericht des Abgeordneten Dr. Hirsch, Deutscher Bundestag, Es kann kein rechtlicher Zweifel darüber bestehen, daß diese Voraussetzungen nicht vorliegen, wenn, wie hier, der Anspruch abgelehnt worden ist, einmal, weil wegen der mangelnden Mitwirkung des Berechtigten die gebotenen Feststellungen nicht getroffen werden können, und außerdem, weil der Berechtigte sich ohne ausreichenden Grund der ungeordneten Untersuchung, gleichgültig ob eo sich um eine Erstuntersuchung oder um zusätzliche Untersuchungen gehandelt hat, nicht unterzogen hat (§ 7 der 2. Dies erhellt auch aus der Vorschrift des Art. IV Nr, 1 Abs. 5 BEG-SchlußG, derzufolge die Ent-schädigungsorganc an die tatsächlichen Feststellungen gebunden sind, auf denen die frühere Entscheidung beruht. Konnten solche Feststellungen nicht getroffen werden und ist deshalb der Anspruch abgelehnt worden, so kann hierin keine Ablehnung aus medizinischen Gründen, d.h. aus Gründen einer Schließlich liegt es auch auf der Hand, daß in der ?/eigerung eines Berechtigten, sich zusätzlichen Untersuchungen zu unterziehen, ein Verzicht auf den Anspruch nicht erblickt werden kann.