BGH · IVb ZB 4/88 vom 03.02.1988
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Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Blumenrohr, Dr. Zysk und Nonnenkamp am 3. Das Amtsgericht hat durch Verbundurteil die Ehe der Parteien geschieden, die elterliche Sorge für das gemeinschaftliche Kind Christin der Ehefrau (Antragsgegnerin) übertragen, den Versorgungsausgleich geregelt und einen Anspruch der Ehefrau auf nachehelichen Unterhalt in Höhe von monatlich 420,20 DM abgewiesen. Der Prozeßbevollmächtigte der Klägerin hat ausdrücklich zu Protokoll erklärt, daß er einen Antrag auf Zahlung von nachehelichem Unterhalt nicht stelle, obwohl diese Anträge schriftsätzlich angekündigt waren. Einen von ihr gestellten Berichtigungsantrag, das als "Urteil" bezeichnete Erkenntnis mit der Bezeichnung "End- und Versäumnisurteil" zu versehen, hat das Amtsgericht am 2. Februar 1987 Prozeßkostenhilfe bewilligt worden war, "soweit sie nachehelichen Unterhalt in Höhe von monatlich 250 DM verlangt", hat sie gegen das Verbundurteil - jeweils verbunden mit einem Wiedereinsetzungsantrag - am 10. März 1987 beim Oberlandesgericht Berufung eingelegt, um einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt von monatlich 250 DM durchzusetzen. 1. Ist ein Verbundurteil teilweise als VerSäumnisurteil ergangen, so ist es insoweit nicht mit der Berufung anfechtbar; denn insoweit steht der säumigen Partei allein der beim Amtsgericht einzulegende Einspruch nach § 338 ZPO zu, wie auch aus § 629 Abs. 2 Satz 2 ZPO hervorgeht (vgl. 2. Für die Frage, ob ein Versäumnisurteil oder ein streitmäßiges Urteil vorliegt, kommt es nicht auf die Bezeichnung der Entscheidung, sondern auf deren Inhalt an (vgl. Das Gesetz schreibt die Bezeichnung als Versäumnisurteil in § 313b Abs. 1 Satz 2 ZPO zwingend nur für den Fall vor, daß es ohne Tatbestand und Entscheidungsgründe ergeht oder in abgekürzter Form auf die Klageschrift gesetzt wird (vgl. der Entscheidungsgründe des erlassenen Verbundurteils mit der Bezugnahme auf die §§ 330, 333 ZPO ergeben klar, daß über den Anspruch der Ehefrau auf nachehelichen Unterhalt aufgrund ihrer Säumnis entschieden worden ist. Es ist somit insoweit nicht die Berufung statthaft, sondern nur der - hier von der Ehefrau auch am 10. Die Einlegung der Berufung beruht auf der irrigen Auffassung, eine Versäumnisentscheidung im Rahmen des Verbundurteils müsse notwendig als (Teil-)Versäumnisurteil bezeichnet werden.