BGH · IVb ZB 807/81 vom 05.10.1983
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Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Blumenrohr, Dr. Zysk und Nonnenkamp am 5. § 1587 Abs. 2 BGB) haben beide Parteien Rentenanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA; weitere Beteiligte zu 1) erworben, deren Höhe die Vorinstanzen für den Ehemann mit 181,90 DM und für die Ehefrau mit 40,70 DM - jeweils monatlich, bezogen auf das Ende der Ehezeit - angenommen haben. Für den Ehemann besteht außerdem eine Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL; weitere Beteiligte zu 2), aus der er in der Ehezeit eine Anwartschaft auf eine Versicherungsrente als Mindestbetrag (§40 Abs.3 der VBL-Satzung) in Höhe von monatlich 24,86 DM erlangt hat. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die Ehe der Parteien geschieden und den Versorgungsausgleich dahin geregelt, daß es von dem Versicherungskonto des Ehemannes bei der BfA Rentenanwart- Außerdem hat das Amtsgericht den Ehemann verpflichtet, zur Begründung einer auf den gleichen Zeitpunkt bezogenen monatlichen Rentenanwartschaft von 2,10 IW (Hälfte des auf 4,20 IW dynamisierten Betrages der Mindestversicherungsrente von 24,86 DM) zugunsten der Ehefrau einen Betrag von 408,40 DM an die BfA zu zahlen. Gegen die Regelung des Versorgungsausgleichs hat der Ehemann Beschwerde eingelegt, mit der er wie schon in erster Instanz geltend gemacht hat, seine Inanspruchnahme wäre grob unbillig (§ 1587 c Nr. 1 BGB): Während der Ehezeit habe er aus seinem Einkommen die Fortsetzung des Hochschulstudiums finanziert, das die Ehefrau im Frühjahr 1972 aufgenommen und im November 1977 mit bestandenem Examen zu dem Dipl.-Kaufmann abgeschlossen habe; schon im April 1978 habe sie sich dann von ihm getrennt, um mit dem Vater ihres Anfang 1979 geborenen Kindes zusammenzuleben. Die Ehefrau, die vor dem Kammergericht erklärt hat, sich einem Ausschluß des Versorgungsausgleichs nicht widersetzen zu wollen, hat im Verfahren der weiteren Beschwerde keinen Antrag gestellt. BGB gebilligt, weil sich die Folgen der Scheidung einer Ehe zwischen einem deutschen und einem ausländischen Ehegatten nach deutschem Recht bestimmten. Danach richten sich die Folgen einer Scheidung zwischen einem deutschen und einem ausländischen Ehegatten auch dann nach deutschem Recht, wenn nur der ausländische Ehegatte - wie im vorliegenden Fall die Ehefrau - die Scheidung beantragt hat (Beschluß vom 8. 2. Einen Ausschluß oder eine Herabsetzung des Versorgungsausgleichs nach § 1587 c Nr. 1 BGB hat das Kammer-gericht nicht für gerechtfertigt gehalten und hierzu ausgeführt: Zwar habe die Ehefrau nahezu während der ganzen Ehezeit studiert, und in dieser Zeit seien nicht nur der gesamte Unterhalt der Eheleute aus den Einkünften des berufstätigen Ehemannes bestritten worden, sondern auch die Kosten ihres Studiums. Unter diesen Umständen möge die Vornahme eines Versorgungsausgleichs nicht billig sein, doch sei sie nicht grob unbillig, weil der Ehemann nicht seinerseits auf eine berufliche Aus- oder Weiterbildung verzichtet habe, um der Ehefrau das Studium zu ermöglichen; vielmehr habe er weiterhin wie während Aufgrund der festgestellten beiderseitigen Verhältnisse sieht der Senat sich in der Lage, die Voraussetzungen der Härteklausel des § 1587 c Nr. 1 BGB für gegeben anzusehen mit der Folge, daß ein Versorgungsausgleich nicht stattfindet. Der Gesetzgeber wollte mit dem Versorgungsausgleich vornehmlich die soziale Lage des geschiedenen Ehegatten verbessern, der - wie im Regelfall die Ehefrau - wegen in der Ehe übernommener anderer Aufgaben Einschränkungen in einer Erwerbstätigkeit auf sich genommen und dadurch ehebedingte Nachteile in seiner versorgungsrechtlichen Lage erlitten hat (BGHZ 74, 38, 42 ff.). Dieser Grundgedanke trifft schon nicht mehr zu, wenn der Verzicht auf die versicherungspflichtige Erwerbstätigkeit und den damit verbundenen Erwerb von Versorgungsanwart- Nach den vom Beschwerdegericht getroffenen Feststellungen hat jedoch die Ehefrau, die nach dem unwidersprochenen Vortrag des Ehemannes schon vor Eingehung der Ehe einen Beruf hatte, während fast der ganzen maßgeblichen Ehezeit studiert; der Ehemann hat dieses Studium durch seine Erwerbstätigkeit finanziell ermöglicht; denn neben dem gesamten Unterhalt der Parteien sind auch die Kosten des Studiums aus seinen Einkünften bestritten worden. EheRG die Ansicht vertreten worden, daß die Durchführung eines Versorgungsausgleichs grob unbillig ist, wenn eine solche Ehe bald nach dem erfolgreichen Abschluß des Studiums scheitert (vgl. Es wäre grob unbillig, wenn der Ehefrau, die bereits einen Beruf hatte und die während der Ehezeit sodann auf Kosten des Ehemannes eine qualifizierte akademische Berufsausbildung erlangt hat - die ihr bei eigener Erwerbstätigkeit künftig den Aufbau entsprechend hochwertiger Versorgungsanwartschaft ermöglichen wird - auch noch die Hälfte jener Anwartschaften übertragen würden, die der Ehemann während ihres Studiums aufgrund seiner Erwerbstätigkeit erworben hat. Entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts braucht hier, um grobe Unbilligkeit annehmen zu können, nicht hinzuzutreten, daß der Ehemann in dieser Zeit auf eine eigene Aus- oder Weiterbildung verzichtet hat. Die Durchführung des Versorgungsausgleichs wäre vielmehr grob unbillig, weil er der Ehefrau bereits erhebliche (auch Vermögenswerte) und dauerhafte Vorteile in Form einer akademischen Ausbildung hat zukommen lassen, ohne daß dafür unter dem Gesichtspunkt des Ausgleichs ehebedingter Nachteile ein Anlaß bestanden hat. Danach war unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses dahin zu entscheiden, daß ein Versorgungsausgleich nicht stattfindet, ohne daß es auf Bestand und Verfallbarkeit der von den Parteien während der Ehezeit erworbenen Versorgungsanwartschaften im einzelnen noch ankommt.