BGH · IVb ZB 729/80 vom 07.10.1981
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Lohmann, Portmann, Dr. Chr. Auf die weitere Beschwerde der Antragsgegnerin werden der Beschluß des 2. Mai 198o aufgehoben und die Beschwerden der Landesversicherungs-anstalt Unterfranken und der Bundesrepublik Deutschland gegen das Urteil des Amtsgerichts - Familiengericht - Bad Kissingen vom 6. Im Falle der Nachversicherung für die Dauer seines Dienstes als Zeitsoldat würden sich seine gesetzlichen Rentenanwartschaften, bezogen auf die Ehezeit vom 1. Die Ehefrau hat in der Ehezeit gesetzliche Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich 12,9o DM erworben. März 198o hat das Familiengericht unter anderem den Versorgungsausgleich in der Weise geregelt, daß es "zu Lasten der Nachversicherungs- oder Versorgungsansprüche" des Ehemannes gegenüber der Bundesrepublik Deutschland Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich 26,65 DM auf dem Rentenkonto der Ehefrau bei der Landesversicherungsanstalt Unterfranken begründet hat. Auf die Beschwerden der Bundesrepublik Deutschland und der Landesversicherungsanstalt Unterfranken hat das Oberlandesgericht das Urteil insoweit abgeändert und den Ehemann verpflichtet, zur Begründung einer Rentenanwartschaft von monatlich 26,65 DM einen Betrag von 4 78o,o5 DM bei der Landesversicherungsanstalt Unterfranken einzuzahlen. Die Bundesrepublik Deutschland tritt dem entgegen und regt für den Fall der Aufhebung der angefochtenen Entscheidung an, das Verfahren über den Versorgungsausgleich abzutrennen und auszusetzen, bis das versorgungsmäßige Schicksal des Zeitsoldaten feststeht, hilfsweise den schuldrechtlichen Versorgungsausgleich anzuordnen, weiterhin hilfsweise, den Versorgungsausgleich im Wege der Begründung von Rentenanwartschaften durch Einzahlung gemäß § 158? Juli 1981 (IVb ZB 659/80 - FamRZ 1981, 856 = NJW 1981, 2187), auf den Bezug genommen wird, entschieden hat, erwirbt der Soldat auf Zeit eine alternativ ausgestaltete Versorgungsaussicht, die dem öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich unterliegt und in entsprechender Anwendung des § 1587 b Abs. Diese Versorgungsaussicht ist mit dem Wert des Anspruchs auf Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung zu bewerten, was auch dann gilt, wenn der Ausgleichspflichtige nach dem Ende der Ehezeit Beamter oder Berufssoldat wird und daher keine Nachversicherung stattfindet, sondern die als Zeitsoldat verbrachte Dienstzeit sich bei seiner Beamtenoder Soldatenversorgung auswirkt.