BGH · IVb ZB 690/80
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Seidl, Dr. Macke und Nonnenkamp am 10* November 1982 beschlossen: Auf die weitere Beschwerde des Antragsgegners werden der Beschluß des 4« Zivilsenats, zugleich Familiensenat, des Oberlandesgerichts München mit dem Sitz in Augsburg vom 13* Februar 1980 aufgehoben und die Beschwerde der Bundesrepublik Deutschland gegen Ziffer III des Urteils des Amtsgerichts - Familiengericht - Kaufbeuren vom 17« Dezember 1979 zurückgewiesen* Der Ehemann ist am 1, Juli 1968 für die Dauer von zwölf Jahren (= bis Mitte 1980) als Zeitsoldat in den Dienst der Bundesrepublik Deutschland (weitere Beteiligte zu 2.) getreten. Die Ehefrau hat in der Ehezeit Rentenanwartschaften in Höhe von monatlich 3»70 OH, bezogen auf den 30. Dezember 1979 hat das Amtsgericht - Familiengericht - die Ehe der Parteien geschieden und u.a. den Versorgungsausgleich dahin geregelt, daß es "zu Lasten des Anspruchs auf Nachversicherung oder entstandener Pensionsanwartschaften des Antragsgegners ... Auf die Beschwerde der Bundesrepublik Deutschland hat das Oberlandesgericht durch Beschluß vom 13. Februar 1980 die Entscheidung des Familiengerichts zu dem Versorgungsausgleich aufgehoben und den Ehemann verpflichtet, zur Begründung einer monatlichen Rentenanwartschaft von-92,13 DM einen Betrag von 16.328,21 EM auf das Rentenkonto der Ehefrau einzuzahlen. 1, Entgegen der Auffassung des Oberlandesgerichts ist das durch den Dienst als Zeitsoldat begründete Versorgungsanrecht nicht im Wege der Begründung von Rentenanwartschaften durch Beitragsentrichtung nach § 1387 b Abs, 3 BGB auszugleichen, Wie der Senat in BGHZ 81, 100 entschieden hat, erwirbt der Soldat auf Zeit eine alternativ ausgestaltete Versorgungsaussicht entweder auf Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung oder auf Dienstzeitanrechnung in einer Laufbahn als Beamter oder Berufssoldat, die dem öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich unterliegt und in entsprechender Anwendung des § 1387 b Abs. 2 BGB im Wege des sogenannten Quasi-Splittings auszugleichen ist. Diese Versorgungsaussicht ist mit dem Wert des Anspruchs auf Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung zu bewerten, und zwar auch dann, wenn der Ausgleichspflichtige nach dem Ende der Ehezeit Beamter oder Berufssoldat wird und daher keine Nachversicherung stattfindet, sondern die als Zeitsoldat verbrachte Dienstzeit sich bei seiner Beamtenoder Soldatenversorgung auswirkt. Allerdings ist einer solchen Entwicklung, wenn sie sich vor Abschluß der Tatsacheninstanz vollzieht und zu einer Konkretisierung der zuvor alternativen Versorgungsaussicht in einer Versorgungsanwartschaft bei einem bestimmten Versorgungsträger führt, für die Form - nicht den Wert - des Versorgungsausgleichs 3. Zur Höhe der beiderseits in der Ehezeit erworbenen Versorgungsanrechte ergeben sich gegen die auf den Auskünften des Vehrbereichsgebühmisamtes und der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte beruhenden Feststellungen des Oberlandesgerichts keine Bedenken.