BGH · IVb ZB 613/80
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Mai 1979 hat das Amtsgericht auf die Scheidungsanträge beider Parteien die Ehe geschieden und ausgesprochen, daß ein Versorgungsausgleich nicht stattfinde. Auf die Beschwerde der Ehefrau hat das Kammergericht dieses Urteil aufgehoben, soweit es den Versorgungsausgleich betraf, und die Sache insoweit an das Amtsgericht zurückverwiesen. 1. Das Amtsgericht hat, obwohl es die Ehe nur nach deutschem und nicht auch nach griechischem Recht als gültig angesehen hat, den Scheidungsantrag des Ehemannes gemäß Art. 17 Abs. 1 EGBGB nach griechischem und den Antrag der Ehefrau gemäß Art. 17 Abs.3 EGBGB nach deutschem Recht beurteilt. Den Ausschluß des Versorgungsausgleichs hat es damit begründet, daß dieser dem Güterrechtsstatut nach Art. 15 EGBGB unterliege und danach das griechische Heimatrecht des Ehemannes maßgebend sei, das nicht auf deutsches Recht zurückverweise und keinen Versorgungsausgleich kenne. Wenn man den Versorgungsausgleich als Scheidungsfolge ansehe, komme hinzu, daß wegen der auf Deutschland beschränkten Wirksamkeit der Ehe der Parteien auch für den Scheidungsantrag des Ehemannes deutsches Recht maßgebend gewesen sei und die Scheidungsfolgen jedenfalls im Hinblick auf den von der Ehefrau gestellten Scheidungsantrag dem deutschen Recht unterlägen. Die Entscheidung des Beschwerdegerichts steht im Ergebnis in Einklang mit der - nach ihrem Erlaß entwickelten - Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und hat danach Bestand. Wenn eine Ehe zwischen einem deutschen und einem ausländischen Ehegatten (allein oder auch) auf den Antrag des deutschen Ehegatten geschieden wird, richten sich die Scheidungsfolgen nach deutschem Recht (BGHZ 75, 241 mit ausführlicher Begründung; Senatsbeschluß vom 4. Die unterschiedliche Beurteilung der wechselseitigen Scheidungsbegehren nach dem jeweiligen Heimatrecht der Antragsteller gemäß Art. 17 Abs. 1 und 3 EGBGB (vgl. BGB ein Versorgungsausgleich statt, ohne daß es noch darauf ankommt, ob die Ehe der Parteien in Ermangelung einer kirchlichen Trauung durch einen Priester der griechisch-orthodoxen Kirche nach dem griechischen Heimatrecht des Ehemannes ungültig war (Art. 1367 Abs. 1 des griech. 3. Der Beschluß des Beschwerdegerichts ist auch insoweit nicht zu beanstanden, als die Sache an das Amtsgericht zurückverwiesen worden ist, weil das Amtsgericht einen Versorgungsausgleich schon dem Grunde nach abgelehnt und deshalb - von seinem Rechtsstandpunkt aus folgerichtig - die Höhe der auszugleichenden Anwartschaften nicht mehr ermittelt hat (Senatsbeschluß vom 4.