BGH · IVb ZB 202/87 vom 12.05.1989
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Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Krohn, Dr. Zysk und Nonnenkamp am 12. Das Amtsgericht - Familiengericht -hat die Ehe vor der Entscheidung über den Versorgungsausgleich geschieden; das Urteil ist rechtskräftig. Januar 1985, § 1587 Abs. 2 BGB) haben beide Parteien Rentenanwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung erworben, und zwar die Ehefrau in Höhe von 267,20 DM bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA, weitere Beteiligte zu 1) und der Ehemann in Höhe von 5,30 DM bei der Landes-Versicherungsanstalt Württemberg (LVA) - jeweils monatlich und bezogen auf den 31. Das Amtsgericht hat zu Lasten der Anwartschaft des Ehemanns auf Soldatenversorgung für die Ehefrau auf ihrem Versicherungskonto bei der BfA Rentenanwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von monatlich 889,68 DM, bezogen auf den 31. Weil er voraussichtlich zur Zeit der Entscheidung über den Versorgungsausgleich noch aktiver Soldat und der Ehefrau nach Versetzung in den Ruhestand nicht unterhaltspflichtig sein werde, lägen die Voraussetzungen nicht vor, unter denen die Ruhestandsbezüge erst später gekürzt würden (§ 55c Abs. 1 Satz 2 SVG, § 5 Abs. 1 VAHRG). Mit der - zugelassenen - weiteren Beschwerde macht der Ehemann weiter geltend, daß die Kürzung seiner Versorgungs-bezüge bereits ab seiner mit Ablauf des 31. März 1989 in den Ruhestand versetzt worden ist, erhält er im Zeitpunkt der Wirksamkeit der Entscheidung über den Versorgungsausgleich, die erst mit diesem Beschluß eintritt, bereits sein Ruhegehalt. Dieses wird nach der Vorschrift des § 55 c Abs. 1 Satz 2 SVG, die § 57 Abs. 1 Satz 2 BeamtVG entspricht, erst gekürzt, wenn aus der Versicherung der Ehefrau eine Rente zu gewähren ist. In diesem Falle kommt es daher nicht zu der von dem Ehemann befürchteten Benachteiligung durch eine schon mit seiner Versetzung in den Ruhestand beginnende Ruhegehaltskürzung. 2. Wenn der Ehemann hingegen später in den Ruhestand versetzt wird, als das in §§ 44 Abs. 2, 45 Abs. 2 Nr. 1 SG für Berufsunteroffiziere vorgesehen ist, und deshalb erst nach dem Zeitpunkt der Wirksamkeit der Entscheidung über den Versorgungsausgleich Versorgungsbezüge erhält, so muß er allerdings nach § 55 c Abs. 1 Satz 1 SVG eine sofortige Ruhegehaltskürzung hinnehmen. Das stellt indessen die Anwendung der zivilrechtlichen Vorschriften über den Versorgungsausgleich und damit die Begründung von Rentenanwartschaften für die Ehefrau zu Lasten der Anwartschaft des Ehemanns auf Beamtenversorgung nicht in Frage (vgl. Dies gilt umso mehr, als der Gesetzgeber nunmehr mit den §§ 4 und 5 VAHRG der Forderung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 53, 257) entsprochen hat, die Bestimmungen über die Übertragung und Begründung von Rentenanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung durch Regelungen zu ergän- 3. Sollte der Ehemann erst nach der Wirksamkeit der Entscheidung über den Versorgungsausgleich in den Ruhestand versetzt werden und § 5 Abs. 1 VAHRG ihn nicht vor einer Kürzung seiner Versorgung aufgrund des Versorgungsausgleichs schützen, so bietet das Gesetz keine Möglichkeit, die in § 55 c Abs. 1 Satz 1 SVG angeordnete Kürzung hinauszuschieben. Sie erlaubt keinen Eingriff in die gesetzliche Regelung, wonach der Träger der Versorgungslast durch Kürzung des Ruhegehalts seines Bediensteten einen pauschalen Ausgleich für seine Pflicht zur Erstattung von Aufwendungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der für den Ehegatten begründeten Rentenanwartschaft erlangt (§ 1304 b Abs. 2 Satz 2 RVO, Versorgungsausgleichs-Erstattungsverordnung vom 11. Insbesondere ist nicht ersichtlich, daß die Ehefrau deutlich bessere Möglichkeiten hat als der Ehemann, ihre künftige Versorgungslage durch den Erwerb weiterer Versorgungsanrechte zu verbessern, und die Inanspruchnahme des Ehemanns daher grob unbillig wäre.