BGH · IVb ZA 11/89 vom 19.12.1989
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Dr. Blumenrohr, Dr. Krohn, Dr. Zysk und Nonnenkamp am 19. Der Antrag des Klägers auf Beiordnung eines Rechtsanwalts zur Wahrnehmung seiner Rechte vor dem Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren gegen das Urteil des 5. November 1989 beim Bundesgerichtshof eingegangenen Schriftsatz beantragt er gemäß § 78b ZPO die Beiordnung eines Rechtsanwalts. Er macht geltend, daß er innerhalb der Frist zur Einlegung der Revision keinen zu seiner Vertretung bereiten beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt gefunden habe. Nach § 78b ZPO kann einer Partei ein Rechtsanwalt beigeordnet werden, wenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht findet und die Rechtsverfolgung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint. Dabei kann offenbleiben, ob es ausreicht, daß der Kläger - wie er glaubhaft gemacht hat - im Oktober 1989 zwei vergebliche Versuche unternommen hat, die Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt zu erreichen. Das Berufungsgericht hat zutreffend ausgeführt, daß sich der Kläger auf die durch den Antritt seiner Strafhaft eingetretene Minderung seiner unterhaltsrechtlichen Leistungsfähigkeit gegenüber den Beklagten nicht berufen darf.Einem Strafgefangenen kann zwar nicht generell verwehrt werden, den Eintritt der haftbedingten Leistungsunfähigkeit geltend zu machen, auch wenn er diese selbst herbeigeführt hat. Anders liegt es aber, wenn die Straftat einen besonderen Bezug zu dem in Rede stehenden Unterhaltsanspruch auf-weist, der sich nicht in der ursächlichen Verknüpfung zwischen der haftbedingten Leistungsunfähigkeit und der Straftat erschöpft (Senatsurteile vom 21. Einen Antrag auf unmittelbare Beweisaufnahme vor dem Prozeßgericht zur Feststellung der durch die Beweisurkunde belegten Tatsachen hat der Kläger nicht gestellt.