BGH · IVb ARZ 52/83 vom 01.02.1984
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
§ 606 Abs. 1 Satz 2 ZPO kommt auch dann zur Anwendung, wenn von den gemeinsamen minderjährigen Kindern die einen bei dem Ehegatten und die anderen bei Dritten leben. Der IVb - Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Seidl, Dr. Blumenrohr und Nonnenkamp am 1. Damit hängt die Gerichtsstandsbestimmung von der zwischen den beteiligten Gerichten umstrittenen Frage ab, ob sich die örtliche Zuständigkeit für das beim Amtsgericht Landau rechtshängig gewordene Scheidungsverfahren im Hinblick darauf, daß von den sieben gemeinsamen minderjährigen Kindern der Parteien nur fünf bei der Antragsteller in und die beiden übrigen bei den Großeltern leben, nach § 606 Abs. 1 Satz 2 ZPO bestimmt oder ob sie sich nach Abs. 2 Satz 2 der Vorschrift richtet. § 606 Abs. 1 Satz 2 ZPO bestimmt, daß in Fällen, in denen es bei Eintritt der Rechtshängigkeit an einem gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt der Ehegatten im Inland fehlt, das Familiengericht ausschließlich zuständig ist, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit den gemeinsamen minderjährigen Kindern den gewöhnlichen Aufenthalt hat. Der Grund für diese Mitberücksichtigung des Aufenthalts der Kinder bei der Zuständigkeitsregelung für Ehesachen besteht darin, daß nach § 621 Abs. 2 Satz 1 ZPO das Gericht der Ehesache während deren Anhängigkeit auch für die Familiensachen des § 621 Abs. 1 ZPO zuständig ist und von diesen die in § 621 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 ZPO aufgeführten Verfahren die gemeinschaftlichen Kinder betreffen. Auch in diesem Fall muß es sachgerecht erscheinen, bei der Zuständigkeit an den gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt des Ehegatten und der bei ihm lebenden minderjährigen Kinder anzuknüpfen, bevor nach Maßgabe des § 606 Abs. 2 ZPO das Verfahren vor ein Gericht gelangt, in dessen Bezirk zwar einer der Ehegatten, möglicherweise jedoch keines der Kinder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Aus diesem Grunde schließt sich der Senat der in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassung an, daß § 606 Abs. 1 Satz 2 ZPO nicht nur den Fall umfaßt, daß alle gemeinsamen minderjährigen Kinder bei einem Ehegatten wohnen, sondern auch zur - jedenfalls entsprechenden - Anwendung kommt, wenn ein Teil der Kinder bei dem Ehegatten und der andere Teil bei Dritten lebt (vgl.