BGH · IVa ZR 92/81 vom 11.11.1981
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
In Bulgarien wird von einem ausländischen Kläger eine Sicherheitsleistung für die Prozeßkosten des Beklagten nicht verlangt. Der IVa - Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch die Richter Rottmüller, Dehner, Dr. Schmidt-Kessel, Rassow und Dr. Zopfs auf die mündliche Verhandlung vom 11. Im Revisionsrechtszug haben die Parteien nur über die Frage gestritten, ob den Beklagten eine Prozeßkostensicherheit für die Berufungsinstanz zu leisten ist. Das Kammergericht hatte durch das mit der Revision an-gefochtene Zwischenurteil vom 18. März 1974 die von den Beklagten gegenüber der früheren Klägerin, einer bulgarischen Staatsangehörigen, erhobene Einrede der mangelnden Sicherheit für die Prozeßkosten verworfen. Mai 1976 nach Einlegung und Begründung der Revision der Beklagten verstorben war, wurde durch Beschluß vom 6. Der jetzige Kläger, der ebenfalls die bulgarische Staatsangehörigkeit hat, ist durch Erbschein des Amtsgerichts Charlottenburg vom 30. November 1981 haben die Parteien die Hauptsache für erledigt erklärt und widerstreitende Kostenanträge gestellt. Mit der Erledigungserklärung haben die Parteien dem Umstand Rechnung getragen, daß die personengebundene Einrede aus § 110 ZPO gegenüber der früheren Klägerin erhoben war, die inzwischen verstorben ist. Die nunmehr zu treffende Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens mußte zu Lasten der Beklagten ausfallen. Im Rahmen der Beurteilung der bisherigen Sachund Streitlage nach § 91 a ZPO kann dahingestellt bleiben, ob der Senat bei Durchführung der Revision an das Ergebnis der vom Berufungsgericht für § 110 Abs. 2 Nr. 1 ZPO vorgenommenen Auslegung des bulgarischen Rechts, ein Deutscher sei als Kläger in Bulgarien zur Sicherheitsleistung nicht verpflichtet, gemäß §§ 549, 562 ZPO gebunden gewesen wäre. Immerhin hätte der Senat für den Fall, daß die Einrede aus § 110 ZPO für die Kosten des Revisionsverfahrens zusätzlich erhoben worden wäre, ohne eine solche Bindung prüfen müssen, ob die Voraussetzung des § 110 Abs. 2 Satz 1 ZPO gegeben ist (BGHZ 37, 264 ff; Urteil vom 8. Die Revision hätte schon deshalb keinen Erfolg haben können, weil das bulgarische Zivilprozeßrecht eine Sicher- Durch den Zivilprozeßkodex vom 8. Dieses Gesetz sieht für den Rechtsstreit, an dem ein Ausländer beteiligt ist, keine Erschwernisse vor; insbesondere wird eine Sicherheitsleistung für die Prozeßkosten des Beklagten vom Ausländer nicht verlangt (Fasching, Kommentar zu den Zivilprozeßgesetzen Bd. II, Wien 1962, nach § 73 ZPO An. II, 9 a, Es enthält darüberhinaus eine ausdrückliche Gleichstellung von Ausländern mit bulgarischen Staatsangehörigen für die Frage des Rechtsschutzes (Popov aaO S. Art. 23 des Gesetzes über den Aufenthalt der Ausländer in der Volksrepublik Bulgarien vom 23. November 1972 (Übersetzung: WGO, Monatshefte für osteuropäisches Recht 1973, 196 ff) bestimmt, daß Ausländer in Bulgarien zwecks Schutzes ihrer Rechte und gesetzmäßiger Interessen die gleichen Rechte genießen, die den bulgarischen Bürgern zustehen. Der Streitwert war entsprechend dem Streitwert der Klage und damit auf 41.343,90 DM festzusetzen (ständige Rechtsprechung seit BGHZ 37, 264; zuletzt bestätigt durch Zwischenurteil vom 7.