BGH · IVa ZR 38/89 vom 05.07.1989
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
ZPO § 546 Soweit die in den §§ 545 - 547 ZPO genannten Zulässigkeitsvoraussetzungen nicht vorliegen, kann die Zulässigkeit der Revision auch nicht mit der Erwägung begründet werden, das Berufungsurteil sei greifbar gesetzwidrig, es entbehre jeder gesetzlichen Grundlage und sei inhaltlich dem Gesetz fremd. Der IVa-Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 5. Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 1. Die Revision richtet sich gegen ein Urteil, das - abgesehen vom Rubrum, vom Urteilseingang und von den Unterschriften - folgenden Wortlaut hat: Die Beklagte meint, daß die Revision gleichwohl zulässig sei, da das Berufungsurteil weder mit Tatbestand noch mit Entscheidungsgründen versehen und daher "greifbar gesetzwidrig" sei. Oktober 1985 VI ZB 13/85 = FamRZ 1986, 150 = WM 1986, 178 = LM ZPO § 567 Nr. 18) ist bei Beschlüssen das Rechtsmittel der Beschwerde auch dann zulässig, wenn es zwar im Gesetz nicht vorgesehen ist, die ange-fochtene Entscheidung aber eine "greifbare Gesetzwidrigkeit" enthält oder, anders ausgedrückt, wenn sie jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt und inhaltlich dem Gesetz fremd ist. Daß selbst das völlige Fehlen der Entscheidungsgründe keine weitere Instanz eröffnet, ergibt sich aus einem Vergleich zwischen § 551 und § 579 ZPO. Der Gesetzgeber hat, wie § 551 Nr. 7 ZPO zeigt, die Möglichkeit in Betracht gezogen, daß ein Urteil nicht mit Entscheidungsgründen versehen sein könnte. Er hat zwar angeordnet, daß in diesem Falle die Entscheidung stets als auf einer Verletzung des Gesetzes beruhend anzusehen sei, jedoch - anders als in den in § 551 Nr. 1, 2, 3 und 5 genannten Fällen - nicht die Nichtigkeitsklage zugelassen. Er hat damit zu dem Ausdruck gebracht, daß bei letztinstanzlichen Entscheidungen selbst das völlige Fehlen von Entscheidungsgründen im Interesse der Rechtssicherheit hingenommen werden muß.