BGH · IVa ZR 303/87 vom 13.07.1988
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Ein Antrag auf Verlängerung der Revisionsbegründungsfrist kann grundsätzlich die gemäß S 236 Abs. 2 Satz 2 ZPO nachzuholende Revisionsbegründung nicht ersetzen. Der IVa-Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hoegen und die Richter Rottmül-ler, Dehner, Dr. Zopfs und Dr. v. Der Antrag des Klägers, ihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Revisionsbegründungsfrist zu gewähren, wird als unzulässig verworfen. November 1987 hat die damalige Prozeßbevollmächtigte des Klägers Revision eingelegt. Februar 1988 hat die damalige Prozeßbevollmächtigte des Klägers das Mandat niedergelegt. Mai 1988 hat der jetzige Prozeßbevollmächtigte des Klägers beantragt, dem Kläger wegen der Versäumung der Frist zur Begründung der Revision Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren und die Revisionsbegründungs-frist um drei Monate zu verlängern. Mai 1988 erhalten und sei wegen sehr starker anderweitiger Belastung nicht in der Lage, vor den Gerichtsferien die Revision zu begründen. Der Antrag auf Verlängerung der Revisionsbegründung kann auch insoweit die fehlende Prozeßhandlung nicht ersetzen. Der Bundesgerichtshof hat allerdings zur Vermeidung unzu demutbarer Härten in dem hier nicht vorliegenden Sonderfall, daß eine Revision beim Bayerischen Obersten Landesgericht eingelegt wurde und daß der Bundesgerichtshof im Armenrechtsverfahren erst nach Ablauf der Revisionsbegründungsfrist einen Rechtsanwalt beiordnete, einen Antrag auf Fristverlängerung genügen lassen (BGH, Urteil vom 4.12.1964 - Ib Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat überdies aus Zweckmäßigkeitsgründen Bedenken geäußert, ob im Revisionsverfahren der allgemeinen Meinung gefolgt werden könne, diese Frage jedoch offengelassen (BGH Beschluß vom 21.12.1973 - I ZR 57/73 - VersR 1974, 656; 49/84 - VersR 1984, 761 und Beschluß vom 31.10.1985 - V ZB Der beschließende Senat hält in Übereinstimmung mit dem Bundesfinanzhof (Beschluß vom 1.12.1986 - GrS 1/85 - DB 1987, 872) daran fest, daß grundsätzlich ein Antrag auf Verlängerung der Revisionsbegründungsfrist die gemäß § 236 Abs. 2 Satz 2 ZPO nachzuholende Revisionsbegründung nicht ersetzen kann. Diese Bestimmungen werden durch die Erwägung gerechtfertigt, daß einer Partei oder einem Rechtsanwalt, die die Frist versäumt haben, besondere Anstrengungen zuzu demuten sind, um nunmehr alsbald, und zwar in der Frist des S 234 Abs. 1 ZPO die Revisionsbegründung vorzulegen (so zutreffend für die Berufungsbegründung schon BGH Beschluß vom 28.9.1977 - VIII ZB 32/77 - VersR 1977, 1101, 1002).