BGH · IVa ZR 253/83 vom 04.04.1984
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
und Der IVa - Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hoegen und die Richter Rottmüller, Dehner, Dr, Schmidt-Kessel und Dr. Zopfs am 4. Dem Kläger wird Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hinsichtlich der Versäumung der Frist zur Einlegung der Revision gegen das Urteil des 15. Die an das Bayerische Oberste Landesgericht gerichtete Revisionsschrift des zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten des Klägers weist im EingangsStempel der Einlaufstelle I der Justizbehörden in München das Datum 29. Demgegenüber trägt der Prozeßbevollmächtigte des Klägers in seinem frist- und formgerecht eingegangenen Wiedereinsetzungsgesuch unter Vorlage von eidesstattlichen Versicherungen seiner Sekretärin und eines Anwaltslehrlings vor,die Revisionsschrift sei am Montag, dem 28. Er hat eine Auskunft des Präsidenten des Landgerichts München I darüber eingeholt, welche Vorkehrungei bei der Einlaufstelle I getroffen sind, um die Fehlbehandlung von Eingängen zu vermeiden. Nach dem Inhalt dieser Auskunft ist der durch den Eingangsstempel erbrachte Urkundenbeweis für den verspäteten Eingang der Revisionsschrift nicht widerlegt worden. Nach dem von dem Prozeßbevollmächtigten des Klägers der zweiten Instanz glaubhaft gemachten Sachverhalt ist die Revisionsschrift am letzten Tage der Revisionsfrist geschrieben, unterschrieben und dem Anwaltslehrling zur Ablieferung bei der Einlaufsteile I übergeben worden. Weiter ist danach der Anwaltslehrling sowohl allgemein über die Folgen von Fristversäumnissen belehrt als auch im vorliegenden Fall darüber unterrichtet worden, daß es sich um fristgebundene Schriftsätze handelte.Dann hatte der Prozeßbevollmächtigte den weiteren Ablauf nicht mehr zu überwachen (Senatsbeschluß vom 16.3.1983 - IVa ZB 5/83 - VersR 1983, 341), so daß ein Verschulden des Prozeßbevollmächtigten ausscheidet.