BGH · IVa ZR 170/86 vom 21.10.1987
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
BRAGebO § 121 Der der Partei im Rahmen der Prozeßkostenhilfe beigeordnete Rechtsanwalt hat für seine Mitwirkung an einem außergericht liehen Vergleich eine Vergleichsgebühr aus der Staatskasse zu beanspruchen. Der IVa-Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hoegen und die Richter Rottmüller, Dr. Lang, Dehner und Dr. Schmidt-Kessel am 21. Auf die Erinnerung des Rechtsanwalts Correll wird die Kostenfestsetzung der Rechtspflegerin des Bundesgerichtshofs vom 20. Die Rechtspflegerin wird angewiesen, bei der erneuten Kostenfestsetzung zu berücksichtigen, daß durch die Mitwirkung von Rechtsanwalt bei den Vergleichsverhandlungen eine Vergleichsgebühr gemäß § 23 Abs. 1 BRAGebO angefallen ist. Die Rechtspflegerin beim Bundesgerichtshof hat bei der Festsetzung der an Rechtsanwalt C^PHP zu zahlenden Kosten eine Vergleichsgebühr nicht berücksichtigt, weil der Vergleich nicht vor Gericht abgeschlossen wurde. In Literatur und Rechtsprechung ist umstritten, ob der im Prozeßkostenhilfeverfahren beigeordnete Rechtsanwalt für die Erledigung des Rechtsstreits durch einen außergerichtlichen Vergleich und Klagerücknahme eine Vergleichsgebühr aus der Staatskasse beanspruchen kann. Dabei betrifft ein Teil der eine Vergleichsgebühr ablehnenden Entscheidungen den Sonderfall des § 122 Abs.3 BRAGO, wonach die Beiordnung eines Rechtsanwalts in einer Ehesache sich ohne weiteres auch auf den Abschluß eines Vergleichs in bestimmten Scheidungsfolgesachen erstreckt. Der Senat ist der Auffassung, daß der beigeordnete Rechtsanwalt für seine Mitwirkung an einem außergerichtlichen Vergleich eine Vergütung aus der Staatskasse zu beanspruchen hat. Spruch innerhalb des Rechtszuges unter Mitwirkung des beige-ordneten Rechtsanwalts ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen, so erhält der Anwalt nach § 121 BRAGO die gesetzliche Vergütung für ein Verfahren vor Gerichten des Bundes oder eines Landes, soweit in diesem Abschnitt der BRAGO nichts anderes bestimmt ist. Zu dieser gesetzlichen Vergütung gehört nach § 23 Abs. 1 BRAGO auch die Gebühr für die Mitwirkung beim Abschluß eines gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleichs. Erfahrungsgemäß besteht in manchen Fällen - zu demal in der Rechtsmittelinstanz - zwar die Bereitschaft zu dem Abschluß eines - nicht selten kostengünstigeren - außergerichtlichen Vergleichs, nicht aber zu einer vergleichsweisen Regelung unter Mitwirkung des Gerichts. Die vom OLG Hamm (Rpfl. Daß dem Gericht die Möglichkeit der Einflußnahme auf Gegenstand und Art der Regelung erhalten bleiben müßte (sos OLG Düsseldorf aaO), trifft in dieser Form nicht zu. Wünschen die Parteien aber bei einer Einigung die gerichtliche Mitwirkung nicht, so hat das Gericht sich ihrer zu enthalten und es geht nicht an, die arme Partei hier anders zu behandeln.