BGH · IV ZR 1/95 vom 22.02.1995
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Dem Kläger wird Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Einlegung der Revision gegen das Urteil des 1. Oktober 1994, mit dem es die Berufung des Klägers zurückgewiesen hat, hat das Berufungsgericht die Revision zu dem Bundesgerichtshof gemäß § 7 Abs. 1 EGZPO zugelassen. Januar 1995, daß Bedenken gegen die Zulässigkeit der Revision bestünden, reichte die Prozeßbevollmächtigte des Klägers am 18. Da dem Auftragsschreiben zur Revisionseinlegung das Berufungsurteil nicht beigefügt gewesen sei, habe sie ihre Sekretärin gebeten, es per Telefax anzufordern und die Revisionsschrift wie üblich vorzubereiten. Darauf habe sie die Sekretärin gebeten, die Revisionsschrift auf den Bundesgerichtshof, zu dem die Revision zugelassen worden sei, zu ändern. Als sie selbst am Nachmittag die angefallene Post unterschrieben habe, sei ihr neben der Revisionsschrift in der Sache des Klägers ausnahmsweise das Berufungsurteil nicht gemäß ihrer allgemeinen Anordnung vorgelegt worden. Dem Kläger kann die begehrte Wiedereinsetzung unter diesen Umständen nicht gewährt werden, denn seine Prozeßbevollmächtigte trifft an der Fristversäumung - zu demindest auch - ein Verschulden, das sich der Kläger gemäß § 85 Abs. 2 ZPO zurechnen lassen muß. Ohne einen Vergleich der Angaben in einer Rechtsmittelschrift mit Rubrum und Tenor des anzufechtenden Urteils kann ein Anwalt nicht zuverlässig beurteilen, ob die Rechtsmittelschrift an das zuständige Gericht adressiert ist.