BGH · IV ZR 93/54
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Dem § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB wird genügt, wenn' der Vormund ■ dievErteilung' der Vormundschaft s gerichtlichen Genehmigung dem andern Vertrags-teil mitteilt und dabei zu erkennen gibt, dass er den Vertrag so, wie er geschlossen und vom Yormundscha-ftsgericht genehmigt ist. schaft sgericht liehen Genehmigung bekannt ist;, dann ist dem § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB genügt, wenn der Vormund dem anderen Teil zu erkennen gibt, dass er den Vertrag so, wie er geschlossen und vormundschaftsgerichtlich genehmigt ist, auch weiterhin billigt<, September 1942 zu Protokoll des Notars geschlossen und die Übereignung vor ge no rauen wurde, noch minderjährig» Sie wurden von ihrem Onkel vertreten, der zv dieser;: Zweck für sie zu dem Pfleger bestellt worden war. Durch den Vertrag wurde der gesamte Nachlass der verstor-t honen Mutter und das Vermögen des Vaters auf den Bruder Josef der Parteien übertragen» Zu dem;übertragenen Nachlass der Munter gehörte auch das Grundstück, das Gegen-stand dieses Rechtsstreits istDie minderjährigen Schwestern, darunter die Klägerin, erhielten zur Abfindung ihrer. 1 )e r V e r t r a g war d e vo n d e m V c rirm n d s 0 h& f t s ge r i 0 h t ge -nehmigo und die Ausfertigung des Genehni gungsboschlusses dein Notar übersandt,, Der Notar reichte sodann die Ausfer tigüng des .Erbauseinandersetzungsvertrages' und den Geneh, miguugsbeschluss des Vormundschaftsgerichts be im Grund-luciiamt' ein und' beantragter die Eintragungen gemäss den in der Urkunde abgegebenen: Erklärungen vorzunehmen-, Das Grundbuchamt gab dem Antrag statt und benachrichtigte u.a« auch den Pfleger von den erfolgten Eintragungen» Josef BflBHI ist verstorben. Der Notar sei von ihm auch nicht bevollmächtigt worden, die Mitteilung vorzunehmen. Er hat vorgetragen, aus'§ 6 Abs 2 des Vertrages ergebe sich, dass der Notar von dem Pfleger Vollmacht erhalten habe, die Zustellung der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung für ihn entgegenzunehmen und sie den anderen Vertrags beteiligten mitzuteilen. Diese wiederum hätten den Notar bevollmächtigt, die Mitteilung von der erteilten Vormundschaft sgerichtlichen Genehmigung für sie entgegenzunehmen. Ausserdem habe auch der Pfleger selbst den anderen Vertragsteilen die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts mitgeteilt. solche Bekollmächtighng ist rechtlich zulässigV Nach § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB wird die Genehmigung dem anderen Vertrags-- dass die drei minderjährigen Geschwister bei Vertragsschluss durch denselben Pfle-ger vertreten wurden« Wie der Inhalt des Erbauseinandersetzungsvertrages ergibt« handelt es sich bei dem Vertrag nicht um eine eigentliche Auseinandersetzung zwischen den Miterben« Vielmehr sollte der gesamte Nachlass auf einen der Miterben übertragen werden« Per Vertrag war daher rechtlich so aufzufassen, dass jeder der Miterben seinen ganzen Erbteil auf den Bruder Josef gegen Zahlung einer Abfindung übertrug« Pas Grundstück hätte' daher gar nicht« wie es geschehen ist; an den Bruder aufgelassen zu werden brauchen« Per ..Bruder hätte im Wege der Grundbuchberichtigung als Eigentümer eingetragen werden können« Pa irgendwelche vertraglichen Erklärungen zwischen den minderjährigen Miterben nicht abgegeben wurden und abgegeben zu werden brauchten« kennten diese von demselben gesetzlichen Vertreter vertreten werden (KG 93 , 334)., dem anderen Vertragsteil die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts mitzuteilen; so dass der Vertrag; nachdem die Klägerin inzwischen volljährig geworden sei und sie erklärt habe, den Vertrag nicht zu genehmigen; rechtsunwirksam sei, Pie Mitteilung im Sinne des § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB sei eine rechtsgeschäftliche Willenserklärung«. Pie angeblich im Auftrag des Pflegers von dem Vater der Parteien den anderen Vertragsbeteiligten gemachte Mitteilung über den Beschluss des Vormundschäfts-gericlits sei keine Mitteilung, wie sie § 1829 Abs 1 Satz 2d BGB fordere« Es handle sich dabei nur um eine' beiläufige Sie lasse nicht I den Schluss zu, dass er dem■bis' dahin schwebend unwirksamen Vertrag durch seine Billigung endgültig habe zur Wirksamkeit verhelfen wollen» Die Genehmigung sei auch , nicht dadurch wirksam geworden, dass der Notar•die Eintragung:' beim Grundbuchamf veranlasst habe» § 6 Abs 2 des Vertrages lasse nicht erkennen, dass der Notar von dem. Pfleger bevollmächtigt worden sei, die Genehmigung des Vormundschaftsgefichts den anderen Vertragsteilen mitzu-o teilenund dass diese; ihn bevollmächtigt hätten, die ' Mitteilung für sie entgegenzunehmen» Pie von der Revision gegen diese Ausführungen des Berufungsgerichts gerichteten Angriffe sind im Ergebnis begründet, Pas Berufungsgericht hat zu Unrecht angenom-tienm dass der Pfleger die Genehmigung des Voimundsehafts-ger'ichts den anderen Vertragsteilen nicht wirksam mit-geteilt habet Die Mitteilung im Sinne des § 1829 Abs 1 Satz "2 BGB ist zwar, wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt, nicht nur ein bloßer Bericht über die Tatsache, dass das 'Vormundschaftsgericht den.Vertrag genehmigt habe sondern sie ist rechtsgeschäftlicher.Natur» Dennoch braucht sie nicht» wie das Berufungsgericht anzunehmen . Welchen Inhalt der die Mitteilung hervorrufende Wille des Vormunds oder Pflegers haben muss, damit der Vertrag wirksam Wird, ist aus dem Sinn und Zweck der §§ 1828 ff BGB zu schließen» Der Gesetzgeber hat angeordnet, dass das Vormund s chaffs ge richt die Genehmigung dem Vormund oder Damit er diese Prüfung vor-A nehmen kann, bestimmt § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB, dass die Genehmigung dem anderen Vertragsteil gegenüber erst wirksam wird, wenn sie ihm von dem Vormund oder Pfleger mitgeteilt;' wird. Es genügt vielmehr, wenn der Vormund oder Pfleger die Mitteilung vornimmt und dabei zu dem Ausdruck bringt, dass er den Vertrag so, wie er geschlossen und vom Vormundschaftsgericht genehmigt ist, auch jetzt noch billigt. Ist dem andern Vertragsteil die Tatsache der Erteilung der Genehmigung bekannt und weiss der Vormund oder Pfleger das,' dann genügt es, dass der Vormund oder Pfleger ihm zu erkennen gibt, dass er den vom Vormundschaftsgericht genehmigten Vertrag billigt. In einem solchen Verhalten liegt eine Mitteilung der Genehmigung, wie sie nach dem Sinn und Zweck des § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB zu fordern ist. Der unstreitige Sachverhalt des hier zu entscheidenden Hechtsstreits ergibt, dass den Vertragsbeteiligten die Tatsache, dass das Vormundschaftsgericht den Vertrag genehmigt hatte, bekannt war und dass der Pfleger ihnen ''gegenüber durch seih Verhalten zu dem Ausdruck brachte, dass er den Vertrag so, wie er genehmigt war, billige. Verhalten konnten die anderen Vertragsbeteiligten nur so verstehen« dass er damit den Vertrag so, wie er geschlossen und genehmigt war, weiterhin billigen wollte, so dass der; Erfordernissen des § 1829 Abs 1 Satz 2 BGB genügt ist, Damit ist der Auseinandersetzungsvertrag rechtswirksam geworden« so dass die Klage ab ge wie sen "werden musste«