BGH · IV ZR 92/58 vom 24.02.1958
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
- Prozeßbevollmächtigter IIo Instanz Beklagten und Revisionsbeklagten, Rechtsanwalt Dr. in oi^HflHKo str hat der IV* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 15* Oktober 1958 ~ 2 -Tatbestands Der Sachverhalt ergibt sich aus dem in dieser Sache bereits ergangenen Urtefl des Senats vom 27* Februar 1957 - BGRZ 24 j 9 ff durch welches der Rechtsstreit wegen eines Verfahrensmangels im zweiten Rechtszuge zur ander-* weiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen wurde (aaO S. Das Berufungsgericht hat ferner von dem Sachverständigen Dr. Schürf ein zweites Blutgruppengutachten eingeholt, das ebenso wie das erste zu dem Ergebnis kommt, daß der Beklagte nicht der Vater des Kindes Christa sein könne. Das Berufungsgericht hat sodann die Berufung des Klägers gegen das klageabweisende Urteil des Landgerichts erneut zurückgewiesen. Es hat es dahinstehen lassen, ob der Beklagte der Kindesmutter innerhalb der gesetzlichen Empfängniszeit beigewohnt hat, denn jedenfalls sei, so stellt es fest, eine Abstammung des Kindes von dem Beklagten offenbar unmöglich, auch wenn er in dieser Zeit mit' der Kindermutter geschlecht lieh verkehrt habe (§ 1717 Abs, 1 Satz 2 BOB). Bas Berufungsgericht hat, obwohl es noch ein zweites Blutgruppengutachten eingeholt hat, durch das das Ergebnis des ersten bestätigt wurde, bereits auf Orund des ersten von Prof, Ponsold erstatteten Biutgruppengutachtens die Überzeugung gewonnen, daß der Beklagte nicht der Erzeuger des Kindes Christa sein könne. Wenn auch die Zuziehung eines zweiten Gutachters in den Pallen, wo der Vaterschaftsausschluß sich, wie hier, auf die Paktoren MN oder C c oder auf die Untergruppen A-j Ag stutzt, im Hinblick auf die technischen Schwierigkeiten, die in diesen Pallen einer richtigen Bestimmung der Blutgruppen entgegenstehen können, in der Regel geboten ist, so kann das Gericht doch, ohne gegen Erfahrungssatze der Wissenschaft zu verstoßen und ohne die ihm obliegende Pflicht zu möglichst erschöpfender Aufklärung des Sachverhalts zu verletzen, auch in diesen Pallen seine Oberzeugung auf ein einziges Gutachten stützen, wenn besondere Gründe dies rechtfertigeno Solche besonderen Gründe lagen aber nach den Peststellungen des Berufungsgerichts hier vor* Der Sachverständige, dessen Ansehen auf dem hier in Betracht kommenden wissenschaftlichen Fachgebiet allgemein bekannt ist, hatte bereits aus eigenem Anlaß eine zweite Blutentnahme veranlaßt und eine zweite Untersuchung als Kontro 11 Untersuchung durchgeführt, die zu demselben Ergebnis geführt hatte, wie die erste* Der Sachverständige hatte versichert, daß er die Untersuchung persönlich durchgeführt habe und daß das JBlut des Rindes und des Beklagten bei jeder Untersuchung zweimal, insgesamt also viermal, mit einem je verschiedenen Serum untersucht worden sei* Außerdem hatte das Berufungsgericht durch eine besondere Beweiserhebung festgestellt, daß bei der Entnahme der Blutproben keine Verwechslung, vorgekommen war. gutacliten dee zweiten von ihm zugezogenen Sachverständigen deshalb kein Beweiswert zukommen könne, weil der Beklagte, wie der Kläger - freilich ohne nähere Substantiierung - behauptet hatte, bevor ihm das für die Untersuchung durch den Sachverständigen bestimmte Blut entnommen wurde, bei sich eine Übertragung fremden Blutes vorgenommen habe«