BGH · IV ZR 91/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der IV0 Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 4« Dezember r-963 unter Mitwirkung der Bundesrichter Baske«, Johannsen* WUstenberg* Maaß und Dr= Loewenheim für Recht erkannt Das Urteil des 5* Zivilsenats des Oberlandesgerichts 1954 als Büroangestellte tätig« Am 1« März I960 gab sie diese Tätigkeit auf® Seitdem bezieht sie von der Social Security Administration ein Altersgeld in Höhe von 82 US*-8 monatliche Mit Rücksicht dareu f wurde ihre Witwenrente mit Rentenanderungs bescheid vom 4c Oktober I960 mit Wirkung vo März I960 auf monatlich 525 DM herabgesetzt* Kläger ha Klage hoben und begehrt die Aufhebung dos Rentenänderungsbescheids und die Verurteilung des beklagten Landes zur Zahlung der Rente in dem bisherigen Umfan die Witwenrente der Klägerin könne mit Rücksicht auf ihre Versorgungsbezuge eht gekürzt wrerden* Den Anspruch auf die Versorgung habe die Klägerin durch eine ihr nicht zu demutbare Erwerbstätigkeit erlangte Versorgungsbeziige» die ihren Grund in einer unzu demutbaren Erwerbstätigkeit hätten» könnten nach dem Sinn und Zweck des § ^8 Abs* 2 BEG und des DV BEG nicht zu einer Herabsetzung der Rente führen Diese Ansicht des Berufungsgerichts ist irrig Der erkennende Senat hat in seinem Urteil vom 30November '902 mutbare Erwerbstätigkeit ausgeübt hat» und daß sich deshalb ohne weiteres als Grundlage der auf der früheren Erwerbs -tätigkeit beruhenden VersorgungsbeZüge eine unzu demutbare Ei v/erbstätigkeit feststellen läßto Vielfach gehen vielmehr, wenn die Erwerbstätigkeit des Verfolgten nur in der letzten Zeit unzu demutbar war» die Bezüge aus der zialversicherung oder ähnlicher Einrichtungen» die er erhält» auf die vorher ausgeübte Erwerbstätigkeit in ihrer Gesamtheit zurück-, und es wird dann recht schwierig, wenn nicht überhaupt undurchführbar sein., 9ie danach aufzuteilen, in welchem Umfang sie auf die zu demutbare und in welchem Umfang sie auf die unzu ba Werbetätigkeit entfaller zu demal dafür die ver- der Auffassung des Berufungsgerichts und des Oberlandesgerichts Bremen ^RzW ^961, 26 Sr* H) wird es dadurch nicht unmöglich gemacht, ein billiges und befriedigen aes Ergeoni» DV-BEG kommt die Festsetzung der Rente zu einem geringeren als dem vollen Hundertsatz nur in Betracht, wenn das bei Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Hinterbliebenen berechtigt ist* De schrift des § nommen werden DV~BEG aufgezählten Umstände zu würdigeno Nicht nur können das Älter des Berechtigten* sein Gesundheitszustand und seine darauf etwa beruhenden erhöhten Bedürfnisse ins Gewicht fallen; erheblich kann auch sein* daß dem Berechtigten nach der Aufgabe der unzu demutbaren Arbeit und dem 11 des dafür gezahlten Entgelts an Versorgungsbezügen im Ergebnis kein höherer oder sogar ein geringerer Betrag zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse verblieben ist* als er ihm vorher zur Verfügung gestanden hatte«» Es ist möglich* daß dieser Umstand in Verbindung mit den sonstigen vorliegenden Verhältnissen gerechtfertigt erscheinen läßt* trotz des Vorhandenseins es al von Versorgungsbezügen* soweit sie auf einer unzu demutbaren Er Werbetätigkeit beruhen* von einer Ermäßigung des Hundertsatzes der Rente abzusehen oder doch nur einen Teil dieser Versor- Umständen des Einzelfalles und den berechtigten Belangen des Hinterbliebenen Rechnung getragen werden* insbesondere auch in den Fällen* in denen die Versorgungsbezüge teils auf eine zu demutbare, teils auf eine unzu demutbare ErwerbStätigkeit Ohne daß das auf Grund der anzuwendenden Vorschriften ira einzelnen geklärt zu werden braucht* können auch dann durch eine pauschaleB aber umfassende Berücksichtigung der Verhältnisse richtige Ergebnisse erzielt werden* DY-BEG), wie der Senat in dem Urteil vom 3* Oktober 1962 Aus ähnlichen Erwägungen hat der erkennende Senat auch durch Urteil vom entschieden«, daß der Bezug einer Unfallrente auch dann zur Herabsetzung der Witwenrente führen könne«) wenn die be für einen Unfall gezahlt werde, den der Rentenber tigte bei der Ausübung einer unzu demutbaren Erwerbstätigkoit er-1 i t b e n ha t An der in dem Urteil vom 30* November 1962 - IV ZR i23/62 niedergelegten Rechtsansicht ist auch nach erneuter Prüfung festzuhalten«, daß Versorgungs Bezüge, die auf einer unzu demutbaren Erwerbstätigkeit beruhen. bei der Festsetzung des Hundertsatzes von vornherein unbe rücksichtigt bleiben müssen, hat es die nach § 18 Abs* 2 Satz BEG vorgesehene Prüfung unterlassen« Dabei handelt es sich um eine weitgehend dem Tatsachenbereich angehörende Würdigung der Verhältnisse, die das Revisionsgericht nicht vornehmen kann« Der Rechtsstreit ist mithin noch nicht zus Endentscheidung reife Unter Aufhebung des angefochtenen Urteils muß die Sache in die Vorinstanz zurückverwiesen werden^ Das Berufungsgericht wird die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der Klägerin umfassend zu prüfen haben und dabei auch die Veränderung ihrer wirtschaftlichen Lage in Rechnung stellen müssen, die dadurch eingetreten ist, daß sie ihre ErwerbStätigkeit aufgegeben hat und nur mehr eine Versorgungsrente bezieht, und es wird dann darüber entscheiden müssen, ob die Berücksichtigung dieser wirb schaftlichen Verhältnisse eine Festsetzung der Rente zu einem geringeren als dem vollen Hundertsatz rechtfertigt