BGH · IV ZR 74/59
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
■■'Durch Urteil des Ent scliädi gangs senate des Oberlan-desgerichts in Frankfurt/fein vom 25o Oktober 1957 ist die Klage der Klägerin auf Entschädigung für Schaden an Gesundheit zurückgewiesen worden,, da nach den in dem Urteil getroffenen Feststellungen kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Krankheit der Klägerin und ihrer Verfolgung besteht, ihr Leiden vielmehr ein anlagebedingtes ist, das auch durch die Verfolgung nicht verschlimmert worden ist* La das beklagte land sich im Revisionsrechtszug trotz ordnungsmäßiger Ladung und trotz Hinweis auf § 2o9 BEG nicht hat vertreten lassen, ist nach dieser Vorschrift auf Grund der einseitigen mündlichen Verhandlung der Klägerin entschieden wordene Die Revision ist, obwohl sie von dem Oberlandesgericht in dem Urteil zugelassen worden ist, unzulässige Beim der Ausspruch über die Zulassung der Revision bindet das Revisionsgericht nicht,* Ber Bundesgerichtshof hat wiederholt entschieden^ daß die Zulassung der Revision nicht bindet, wenn sie offensichtlich entgegen den Gesetz erfolgt ist (BGHZ 2, 3965 LM -ZK) § 546 Ilr-v 9 und llrc 11j BGII Urteil vom 8C Januar 1959 - III ZR 6/58 ~)o Bas muß, wie in dem zur Veröffentlichung bestimmten Urteil vom 29 o April 1959 - IV ZR 256/58 - ebenfalls ausgeführt ist, ganz besonders auch in Entschädigungssachen gelteiio Im Interesse einer erfolgreichen Wiedergutmachung ist e3 unerläßlich, daß die anhängigen Entschädigungsverfahren zu einem schnellen Endo . gebracht werden0 Las kann nur geschehen,Wenn die Verfahren selbst schnell abgcwickolt und den Entschädigungsorganen unnötige Arbeiten ferngohaltcn werden* Bor Gesetzgeber hat sich daher entschlossen, die Rechtsmittel in RechtsStreitigkeiten über EntschädigungsSachen einsuschrän-keiio Abgesehen von den Bällen des § 221 BEG findet eine Revision nach § 219 BEG nur statt, wenn das Oberlandcsge-richt sie in dem Urteil zugelasson hat, oder nach § 22o BEG, wenn sie vom Bundesgerichtshof auf eine Beschwerde zugol'as-sen worden isto Bas Gesotz hat in § 219 Abs. 2 Ur. 1 - 3 BEG die Gründe erschöpfend angeführt, aus denen allein eine Revision zugelassen werden darfe Banach hat die Revision, dienen kann oder wenn sic erforderlich ist, um eine einheitliche Rechtsprechung sicherzusteilen« Liegt keiner dieser Gründe vor, dann darf die Revision nicht zugelassen wordene Sie kann dann auch, selbst wenn das Urteil des Berufungsgerichts unrichtig ist, auf eine Beschwerde i nicht einmal durch den Bundesgerichtshof zugelassen werden0 Umgekehrt müßte sie, wenn die genannten Voraussetzungen vorliegen, auf eine Beschwerde vom Bundesgerichtshof auch dann zugelassen;werden, wenn der Bundesgerichtshof überzeugt ist, daß das Oberlandesgericht die Rechtsfrage zutreffend entschieden hat und daß eine Revision zurückgewiesen werden müßte« In dem hier zu entscheidenden Fall handelt es sich;, ebenso wie in dem durch das oben angeführte Urteil vom :29c April 1959 entschiedenen Falle darum, daß das Berufungsgericht die Revision zugelassen hat, obwohl ihm nicht entgangen sein kann, daß keiner der im Gesetz für die Zulassung der Revision aufgeführten Gründe gegeben war* Abgesehen davon befindet sich das Oberlandesgericht auch mit seinen Hilfserwägungen in vollem Einklang mit den von ihm auch hierzu angeführten Entscheidungen des Bundesgerichtshofso Dieser hat durch den erkennenden Senat, was allerdings dem Oberlandesgericht bei seiner Entscheidung noch nicht bekannt sein konnte, in dem zur Veröffentlichung in der amtlichen Sammlung bestimmten Urteil vom 29o April 1959 - IV ZR 311/58 - nochmals bestätigt, daß die Urkunde, auf die eine Rostitutionsklage gestützt weide kann, ab ge sehen von den in der Rechtsprechung gemachten Ausnahmen, vor der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht errichtet sein muß®