BGH · IV ZR 56/60 vom 13.07.1960
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auch wenn ein die Frist zur Erhebung einer Klage gegen einen Bescheid der Entschädigungsbehörde versäumt hat, mit dem diese seine Entschädigungsansprüche auf Grund der Vorschriften des Bundesergänsungsgesetses abgelehnt hat, kann seine vor Verkündung des Xnderungsgesetses erhobene Klage, der die Entschädigungsbehärde aus sachlichen Gründen entgegengetreten 1st, nicht als unzulässig abgewiesen werden« - ProzeBevollmächtigter: Rechtsanwalt Br« in hat der IV• Zivilsenat des Bundesgerichtshofshbfs auf die mUndliche Verhandlung vom 8» Juli i960 unter Mitwirkung des Senatspräeid<*uten Ascher und der Bundearichtsr Johunnsen, Br. v. Das Landgericht hat die Klage als unzulässig abgewiesen, da der Kläger zur Zeit der Zustellung des Bescheides der Kntschädigungabehörde auch noch in einen Wohnsitz gehabt, die Frist zur Brhebung^Q^ner Klage gemäß § 99 Satz 1 BBrgö daher nur 3 Monate betragen und der Kläger somit diese Frist versäumt habe. Mit der vom Revisionsgericht zugelaasenen Revision bittet der Kläger um Aufhebung des Berufungsurteils und Zurückverweisung der Sache an das Landgericht oder Oberlandesgericht. Es kann dabei dahinstehen, ob der Kläger am 9* April 1934 seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt noch in *mm oder allein in gehabt und die Frist zur Erhebung einer Klage nur 3 Monate betragen hat und somit versäumt ist. Denn selbst wenn dies zu bejahen wäre, wäre der Kläger nach Art. Ill Nr. 9 ÄndG befugt gewesen, innerhalb der Antragsfrist des § 189 Abs. 1 BEG - also bis zu dem 1. Dadurch, daß der Kläger im Wege seiner Klage Entschädigungsansprüche auch nach Erlaß des Änderungsgesetzes gegen das beklagte Land weiter verfolgt hat, liegt zu demindest die Stellung eines Antrags im Sinne des Art. Ill Hr. 9 ÄndG. Aber abgesehen davon, daß dioser die Anträge des Klägers in dem vorliegenden Klageverfahren zugestellt worden sind und daher auch als bei ihr gestellt angesehen werden müssen, genügt es nach § 189 Abs. 2 BEG zur Wahrung der Antragsfrist, wenn der Anspruch innerhalb dieser Frist bei Gericht geltend gemacht worden ist. Die Klage konnte Infolgedessen nicht als unzulässig abgewiesen werden, nachdem das beklagte hand aus sachlichen Gründen mit seinem Schriftsatz vom 9« Januar 1957 dem Kläger weiterhin eine Sntschädigung abgelehnt hatte (vgl« Ble8sin/Wilden Anm« 6 und van Dam/Loos An. 5 zu § 231 BEG)• Das Berufungsurteil wie auch das Urteil des Landgerichts sind daher aufzuheben und die Sache auf Grund des § 53S Abs« 1 Nr. 2, § 565 Abs.3 Br. 1 ZPO an das Landgericht zurückzuverweisen (vgl« LM Nr. 2 zu $ 5o ZPO), damit dieses nunmehr sachlich über die vom Kläger erhobenen Ansprüche entscheiden kann.