BGH · IV ZR 55/73 vom 20.09.1974
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Die Nichtigkeitsklage nach § 579 Abs. 1 Ziff.4 ZPO kann nur von der Partei erhoben werden, die in dem vorangegangenen Verfahren nicht nach den Vorschriften des Gesetzes vertreten war. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat auf die mündliche Verhandlung vom 20. September 1974 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hauß und die Richter Professor Johannsen, Dr. Pfretzschner, Dr. Reinhardt und Knüfer für Recht erkannt: Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 5. Die Ehe wurde auf die Widerklage des Ehemanns, zu der die Klägerin keine Anträge stellte, am 27. April 1967 wurde die Unterbringung des Willy BflÜ in eine Heilanstalt angeordnet, weil er an einem schweren organischen Psychosyndrom mit Paranoidasymptomatik litt und eine Geisteskrankheit vorlag. In einem nervenfachärztlichen Gutachten aus dem Jahre 1969 wurde festgestellt, daß BflHIB an den Folgezuständen eines im Kriege erlittenen schweren Schädeltraumas litt; ein Abklingen sei nicht möglich, da zerstörtes Hirngewebe sich nicht regeneriere; er sei nicht in der Lage, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen. Die Klägerin behauptet, ihr verstorbener Ehemann sei schon während des im Jahre 1955 durchgeftihrten Ehescheidungsverfahrens wegen seiner Hirnverletzung ge-schäfts- und prozeßunfähig gewesen; er sei infolgedessen im Ehescheidungsverfahren nicht ordnungsgemäß vertreten gewesen; das Scheidungsurteil sei ihm deswegen auch nie wirksam zugestellt worden. Die Klägerin hat die Nichtigkeitsklage gemäß § 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO erhoben und beantragt, Das Oberlandesgericht hat die Berufung der Klägerin zurückgewiesen, jedoch die Revision zugelassen. Es kann dahingestellt bleiben, ob es nach § 628 ZPO unzulässig ist, ein Ehescheidungsurteil mit einer Nichtigkeitsklage anzugreifen, nachdem eine der Parteien des Ehestreits verstorben ist. Denn die von der Klägerin angestrengte Nichtigkeitsklage ist aus anderem Grunde nicht statthaft. Die Klägerin beruft sich auf den Nichtigkeitsgrund des § 579 Ziff.4 ZPO. Wie der Bundesfinanzhof (BFH 96, 385, 387) zutreffend entschieden hat, kann dieser Mangel nur von der Partei geltend gemacht werden, die in dem vorangegangenen § 579 II 4 vorletzter Abs.) hat mit Recht darauf hingewiesen, daß das Erfordernis der ordnungsmäßigen Vertretung nur dem Schutz der zu vertretenden Partei dient. Der in dem Rechtsstreit unterlegene Gegner, hier die Klägerin, ist nicht dadurch beschwert, daß die andere Partei nicht ordnungsgemäß vertreten war. Der gegenteiligen, vom Reichsgericht (RGZ 126, 261, 263) vertretenen Meinung kann nicht gefolgt werden (wie hier auch Grunsky in Stein/Jonas ZPO 19. Will diese Partei sich Gewißheit darüber verschaffen, ob das ergangene Urteil bestehen bleibt, dann muß sie in einem solchen Fall dafür sorgen, daß das Urteil dem gesetzlichen Vertreter der nicht ordnungsgemäß vertreten gewesenen Partei zugestellt und damit die Frist des § 586 Abs. 1 ZPO in Lauf gesetzt wird (§ 586 Abs.3 ZPO). Da die erhobene Klage aus dem angegebenen Grunde nicht statthaft ist, kommt es nicht darauf an, ob sie möglicherweise auch verspätet erhoben worden ist, weil sie nach § 586 Abs. 1 ZPO von der Klägerin als der Gegnerin der nicht ordnungsgemäß vertretenen Partei, sofern sie zulässig gewesen wäre, nur innerhalb eines Monats, nachdem die Klägerin von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hatte, hätte erhoben werden müssen (OLG Schleswig NJW 1959, 200; Baumbach/Hartmann ZPO 31.