BGH · IV ZR 53/64 vom 20.01.1965
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat auf die mündliche Verhandlung vom 13« Januar 1965 unter Mitwir-kung des Senatspräsidenten Ascher und der Bundesrichter Johannsen, Wüstenberg, Wilden und Dr. Loewenheim für Recht erkannt: Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom 5- Dezember 1963 aufgehoben und der Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Das Berufungsgericht hat die Beklagte nach § 619 ZPO als Partei vernommen, ohne die Ergebnisse der Vernehmung in die Sitzungsniederschrift, den Tatbestand des Urteils oder einen in dem Urteil in Bezug genommenen Vermerk aufzunehmen. Daß es sich nicht um eine Anhörung zur Ergänzung des Parteivortrages, sondern um eine Vernehmung zu Beweis zwecken gehandelt hat, ergibt sich aus dem Sitzungsprotokoll, in dem vermerkt ist, daß die Beklagte auf die Bedeutung des Eides und die Möglichkeit der Beeidigung hingewiesen und über die Strafbarkeit einer falschen auch uneidlichen Aussage belehrt und alsdann vernommen v/orden sei. Die Ergebnisse der Vernehmung hat das Berufungsgericht wiederholt bei der Beweiswürdigung verwertet, so bei der Beurteilung der der Beklagten von dem Kläger vorgeworfenen Beziehungen zu dem Ingenieur Robert Pleing und bei der Prüfung, ob die Beklagte noch an die Ehe gebunden sei. der Aussagen, auf das sich die Revision berufen hat, ist ein Mangel im Tatbestand, der dem Revisionsgericht eine erschöpfende Nachprüfung des angefochtenen Urteils, soweit es nach § 547 Abs. 1 ZPO der Nachprüfung zugänglich ist, unmöglich macht und deshalb bereits für sich allein dazu führen muß, daß das Urteil aufgehoben und der Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückver-r-v/iesen wird.