BGH · IV ZR 51/58
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Gesetzs BBG § 56 Rechtssatzs Ein Anspruch auf Entschädigung wegen Schadens am Vermögen besteht nach § 56 BEG nur dann, wenn das Vermögen im Zeitpunkt der Schädigung im Reichsgebiet nach dem Stande vom 51o Dezember 1937 belegen war* Auf die.Revision des beklagten Landes gegen das Urteil des 5» Zivilsenats des Oberlandesge- ' richts Karlsruhe in Freiburg - den Parteien an Verkündungs Statt zugestellt am 12« November 1957 wird das Urteil insoweit aufgehoben, als das beklagte Land zur Zahlung eines Betrages von 2«050«— BM als Entschädigung für Schaden am Vermögen verurteilt worden ist« In diesem Umfang wird die Klage abgewiesen« April 1956 wurde ein Betrag von 205,50 DM als Entschädigung für Auswanderungskosten festgesetzt, während > ...der Kläger insgesamt Zahlung von 2700 sfrs* und 209 US-Dollar als Äuswanderungskosten und von weiteren 17*450*— DM als Entschädigung für den Verlust des versteigerten Umzugsgutes verlangt hatte* Soweit der Feststellungsbescheid seinem Entschädigungsanspruch nicht entsprach, hat der Kläger Klage erhoben* Nachdem das Land einen weiteren Betrag von 2*728,99 DM als Auswanderungskosten anerkannt hatte, hat der Kläger die Sache insoweit für erledigt erklärt und nur noch Zahlung von 17*450*— DM für verloren gegangenen Hausrat, hilfsweise von 3*490.— DM für Vermögens schaden und Durch das Urteil vom 13« März 1957 hat das Landgericht das beklagte Land verurteilt, über den inu« Bescheid vom« 14.« April 1956 zuerkannten Betrag hinaus weitere 6.881,40 DM als Entschädigung für Schaden an Eigentum und Vermögen zu zahlen® Im übrigen hat es die Klage des Klägers abgewiesen. Im übrigen hat es das beklagte Land verurteilt, an den Kläger unter Beachtung der Devisenvorschriften für notwendige Aufwendungen der Auswanderung außer dem im Bescheid des Landesamts für die Wiedergutmachung vom 14« April 1956 zuerkannten Betrag von 205,50 DM und dem anerkannten Betrag von 2.728,99 DM weitere 2.065,51 DM und als Entschädigung für Schaden am Vermögen 2..Ö50.— Gegen dieses Urteil hat das beklagte Land mit der vom Berufungsgericht zugelassenen Revision insoweit Revision eingelegt, als dem Kläger für Schaden am Vermögen eine Entschädigung von 2.050.— DM zuerkannt worden ist. Das beklagte Land hat gegen das Urteil des Be-rufungsgericht:,nur insoweit Revision eingelegt, als dem Kläger für Schaden am Vermögen ein Betrag von 2 «050«— DM zuerkannt worden ist* Gegenstand der rechtlichen Nachprüfung im Revisionsrechtszuge ist daher allein die Frage, ob dem Kläger nach den Vorschriften des Bundesentschädigungsgesetzes (im folgenden BEG) ein Entschädigungsanspruch wegen Vermögensschadens zusteht« . 1 *) Keine rechtlichen Bedenken bestehen dagegen, daß das Berufungsgericht die Vorschrift des § 5 BEG, nach, der ein Anspruch auf Entschädigung nicht besteht, soweit der Anspruch auf Wiedergutmachung des Schadens seiner Rechtsnatur nach unter die Vorschriften zur Rückerstattung feststellbarer Vermögensgegenstände fällt, nicht für anwendbar erklärt hatc Die Versteigerung des Umzugsgutes des Klägers wegen Nichtbezahlung der Lagerkosten ist auf Grund gültiger Rechtsvorschriften in der Schweiz durchgeführt worden und stellt daher keine ungerechtfertigte Entziehung dar* Klägers deshalb als begründet angesehen, weil der Kläger sein Umzugsgut in der Schweiz dadurch verloren hat, daß es wegen Nichtbezahlung der Lagergebühren zur Versteigerung gebracht worden ist, wobei nur ein Versteigerungserlös von 3*900 sfrs* erzielt wurde, während sich der nach § 287 ZPO geschätzte wirkliche Y/ert auf 12«500«— RM belief« Bei einer Umrechnung des Erlöses unter Zugrundelegung eines Kurses von 3">95 sfrs fun Klägers handelt, für den.nach der diesen Schaden regelnden Vorschrift des §'51 BEU ein Anspruch auf.Entschädigung wegen Eigen tumsschadens nur besteht. Wenn: die dem; Kläger gehörende Sache zerstört',-'verunstaltet oder-der Plünderung preisgegeben .worden ist«' Wie der erkennende' Senat imUrteil vom To Juli 19:56 - IV ZR 86/56 - entschieden hat, kann nicht mehr, wie vordem (§ 25 Abs«, 5 BErgG) aus dem Gesetz entnommen werde :• - da3 der Schaden an ’Eigentum nur dann einen Entschädigungsanspruch begründet, wenn die tatbestandsmäßigen Voraussetzungen des § 51 Abs*. c) Der geltend gemachte Anspruch besteht gedoch nicht zu Recht« weil der Kläger nicht an seinem im Reichsgebiet nach dem Stande vom 31« Dezember 1937 belesenen Vermögen geschädigt'worden isto Das Berufungsgericht hat allerdings die Auffassung vertreten., daß der Anspruch nicht deshalb aiisgeschlossen sei, weil der Schaden erst im. Schriften des USEG (2« Abschn«s Schaden an Eigentum und Vermögen, §§17 und 18) unterscheidet auch das BErgG (§§ 18 und 23) und ihm folgend das BEG (§§ 51 und 56) zwischen Schaden an Eigentum und Schaden am Vermögen* Rechtssystematisch ist die Trennung zwischen Eigentum und Vermögen nicht einwandfrei, da Eigentum stets einen Teil des Vermögens bildet, so daß sich also Eigentum und Vermögen nicht gegenseitig ausschließeno Der Gesetzgeber hat aber durch die Unterscheidung von Eigentum und Vermögen zu erkennen gegeben, daß er beide Schädigungen nicht in jeder Beziehung gleich behandeln will* Die Regelung beider Schäden stimmt insoweit überein, als das Gesetz sowohl im § 51 als auch in § 56 den Schaden in eine räumliche Beziehung zu dem Reichsgebiet nach dem Stande 31. doch, daß eine Auslegung des Gesetzes nicht richtig sein kann, die die Entschädigungsfähigkeit eines Vermögens Schadens seihst, dann bejaht, wenn das Vermögen zur Zeit des Eintritts des Schadens nicht mehr im Reichsgebiet belegen war, während die Entschädigung wegen eines EigentumsSchadens dann ausgeschlossen ist, wenn die Sache nicht im Reichsgebiet zerstört, verunstaltet oder der Plünderung preisgegeben worden ist« Da die Vorschrift des den Eigentumsschaden regelnden § 51 nur in diesem Sinne verstanden werden kann, beide Vorschriften aber wegen der wirtschaftlichen Zusammengehörigkeit von Eigentums- und VermögensSchadens im gleichen Sinne ausgelegt werden müssen, kann auch § 56 BEG nur dahin ausgelegt werden, daß der Entschädigungsanspruch nur besteht, wenn der Schaden zu einem Zeitpunkt eingetreten ist, zu dem das Vermögen noch im Reichsgebiet belegen war«, Bas muß umsomehr gelten, als nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats auch bei Schaden an Eigentum unter bestimmten Voraussetzungen ein Entschädigungsanspruch wegen Vermögensschadens gegeben sein kann, wenn die besonderen Schadenstatbestände des § 51 BEG nicht vorliegen. Dezember 1957 belegenen Vermögen auch dann geschädigt worden ist, wenn sein Hausrat auf dem Transport ins Ausland beschädigt worden ist, und er vor seiner Auswan-derung davon absehen mußte, das Transportrisiko durch Abschluß einer Versicherung bei einem deutschen Verci-cherungsuntemehmen zu decken, weil er als ausgewandert er Verfolgter nach der damaligen Devisengesetzgebung nicht in der Lage war, die Versicherung'so ein-zugehen, daß die Versicherungssumme im Ausland ausgezahlt wurde«, Juni 19.58 zu Grunde liegenden Tatbeständen, Beziehun-gen des beschädigten Vermögens zu dem Reichsgebiet nicht mehr vorhanden« Es genügt zur Begründung des Entschädigungsanspruchs wegen Vermögensschadens gemäß § 56 BEG nicht, wie das Berufungsgericht rechtsirrtümlich annimmt, daß die adäquate Ursache für den später einge-tretenen Schaden innerhalb des Reichsgebiets nach dem Stande vom 31« Dezember 1937 gesetzt worden ist« Die-* se Voraussetzung wird bei Vermögensschäden im Ausland regelmäßig gegeben sein« Es würde daher eine Aushöhlung der Vorschrift und eine .bewußte Außerachtlassung der m der gesehelichen Regelung für notwendig erachteten räumlichen Beziehung des Vermögensverlustes zu dem Reichsgebiet bedeuten, wenn die Setzung der adäquaten Ursache im Reichsgebiet als Anspruchsvoraussetzung ausreichen würde« Die Rechtsauffassung des Berufungsgerichts würde schließlich auch in vielen Bällen zu unsicheren und zweifelhaften Ergebnissen führen, während die gesetzliche Regelung bei der Mannigfaltigkeit der Schadenstatbestände,* der Dauer der seit der Verfolgung verflossenen Zeit und ß dem häufigen Mangel hinreichender Beweisunterlagen not- Nach alledem ist auf die Revision des beklagten Landes das Urteil des Berufungsgerichts insoweit aufzuheben, als das beklagte Land zur Zahlung einer Entschädigung für Schaden am Vermögen in Höhe von 2 «,050«,— DM verurteilt worden ist«, In diesem.Umfang war die Klar ge mit der Kostenfolge aus den §§ 91 ZPO und 225 Abs«, 1 BEG abzuweiseno Ascher v„Werner Wüstenberg Wilden Dr« Loewenheim