BGH · IV ZR 664/68
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der IV* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 30« Oktober 1968 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br* Hauß und der Bundesrichter Johannsen, Br» Pfretzschner, Br* Reinhardt und Br« Buchholz für Recht erkannt: Auf die Revision der Klägerin wird das tjrfeil des 3* Zivilsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlandeogerichts in Schleswig vom 22» December 1966 aufgehobeno Bio Sache wird zur erneuten Verhandlung und Ent- 1 Scheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen0 Mit der Revision verfolgt die Klägerin weiter die Scheidung der Ehe aus § 48 EheG» Der in der Revi si on3instanz durch einen Rechtsanwalt vertretene Beklagte hat, nachdem die Parteien in der Verhandlung vor dem Senat für den Pall der Scheidung einen Vergleich geschlossen haben, den Widerspruch gegen die Scheidung zurückgenommen und zur Sache selbst keinen An- Das Berufungsgericht hat festgestellt, daß die in § 48 Abs» 1 EheG aufgeführten Voraussetzungen für eine Scheidung der Ehe gegeben sind» Es hat jedoch den auf § 48 EheG gestützten Scheidungsanspruch wegen des Widerspruchs des Beklagten nach § 48 Abo* 2 EheG für unbegründet gehalten* Der Widerspruch ist wirksam, obwohl ihn der Beklagte persönlich ohne Zuziehung eines Rechtsanwalts erklärt hat (vgl* die Entscheidung des erkennenden Senats in MDR 1968, 743 » NW 1968, 1825)» Eine sachliche Nachprüfung, ob der Widerspruch des Beklagten zulässig \xnd beachtlich ist, erübrigt sich, da Demnach steht der Scheidung der Ehe die Vorschrift des § 48 AbSo 2 EheG nicht mehr entgegen* Der Senat war jedoch an einer Sachentscheidung gehindert, weil aus der Ehe der Parteien zwei noch minderjährige Kinder vorhanden sind und demgemäß zu prüfen ist, ob das Interesse dieser Kinder die Aufrechterhaltung der Ehe erfordert (§48 Abs* 3 EheG)* Das Berufungsgericht hat diese - von seinem Standpunkt aus auch nicht erforderliche - Prüfung noch nicht vorgenommen* Der Rechtsstreit mußte deshalb an das Berufungsgericht zu* rückverwi es en werden•